TESTS & SCIENCE

13.Mai 2019

Studie: The Autonomous Car. A Consumer Perspective


Studie: The Autonomous Car. A Consumer Perspective

Quelle: Capgemini Research Institute

Die Vorfreude aufs autonome Fahren steigt. 65 Prozent der in Deutschland befragten Verbraucher (59 Prozent weltweit) begeistern sich für dieses Thema – das fand das Capgemini Research Institute im Rahmen einer aktuellen Studie heraus.

Die Zahl der Verbraucher, die in ein selbstfahrendes Auto einsteigen wollen, wird sich laut der Umfrage in den nächsten fünf Jahren von 25 auf 52 Prozent verdoppeln und bis 2029 sogar auf 62 Prozent ansteigen. Besonders aufgeschlossen gegenüber dieser neuen Art der Fortbewegung sind Stadtbewohner, Millennials und die chinesischen Verbraucher. Bis 2029 möchten 72 Prozent der chinesischen Verbraucher in ein autonomes Fahrzeug einsteigen. In Deutschland hingegen liegt dieser Anteil derzeit bei 17 Prozent – steigt aber laut Capgemini in den nächsten zehn Jahren auf 61 Prozent.

Neben der zunehmenden Rolle, die dem autonomen Fahren im Rahmen neuer Mobilität zugestanden wird, sind die positiven Erwarten entsprechend groß. 73 Prozent erwarten davon Kraftstoffeinsparungen, 71 Prozent geringere CO2-Emissionen und 50 Prozent eine Zeitersparnis, um anderen Aktivitäten nachzugehen. So wären beispielsweise 49 Prozent damit einverstanden, dass das Fahrzeug eigenständig Besorgungen für sie erledigt. 54 Prozent der befragten Verbraucher würden darauf vertrauen, dass ein autonomes Fahrzeug Freunde und Familienmitglieder, die selbst nicht fahren, absetzt oder abholt.

Für diesen zusätzlichen Nutzen wären 56 Prozent der Befragten bereit, bis zu 20 Prozent mehr als für ein Standardmodell zu zahlen.

Studie: The Autonomous Car. A Consumer Perspective

Quelle: Capgemini Research Institute

Dennoch äußern die Verbraucher Bedenken in Hinblick auf die Sicherheit des Fahrzeuges (73 Prozent) und die Sicherheit des Systems (72 Prozent).

„Auch wenn das autonome Fahren bei den Verbrauchern mehrheitlich positive Emotionen hervorruft, besteht dennoch auch ein gewisses Maß an Unsicherheit und Besorgnis. Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Statt einer starken Produktorientierung sollten sie verstärkt Services und die Bedürfnisse der Kunden in den Vordergrund stellen“, sagt Dr. Rainer Mehl, weltweiter Leiter des Automotive und Mobility-Geschäfts von Capgemini Invent.

Aufgrund der Ergebnisse der Umfrage gibt Capgemini der Automobilindustrie vier konkrete Handlungsempfehlungen, um die autonome Zukunft zu beschleunigen::

  • Das Institut empfiehlt den Unternehmen, die Verbraucher auf dem Laufenden zu halten und falsche oder irreführende Darstellung zu vermeiden.
  • Die Verbrauchen haben – so die Studie – eine klare Erwartungshaltung gegenüber autonomen Fahrzeugen. Diese sollten beim Designprozess mit berücksichtigt werden. Zudem müsse in die Sicherheit der Fahrzeuge investiert und dies auch klar kommuniziert werden.
  • Die Studie ergab, dass 56 Prozent der Verbraucher ihre Zeit im selbstfahrenden Auto mit verschiedensten Unterhaltungsaktivitäten verbringen würden. Dementsprechend sollten die Hersteller ein entsprechendes Angebot an Services und Produkten bereitstellen und diese in neue Geschäftsmöglichkeiten umwandeln. Um ein umfassendes Ökosystem zu schaffen, empfiehlt Capgemini eine Zusammenarbeit mit anderen Akteuren.
  • Als Viertes wird empfohlen das autonome Fahren über alle Unternehmensbereiche hinweg in die Gesamtstrategie einzubetten sowie entsprechende Softwarekompetenz aufzubauen. Dies umfasst die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter und die Entwicklung neuer Partnerschaften. Nur mit der Beherrschung der digitalen Tools über verschiedene Geschäftsfunktionen hinweg, könne die technologische Kompetenz sichergestellt werden.

Für seine Studie „The Autonomous Car. A Consumer Perspective“ befragte das Capgemini Research Institute im Dezember 2018 5.538 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China. 280 Führungskräften von OEMs, Zulieferern und Technologieunternehmen wurden zusätzlich befragt sowie vertiefende Interviews mit Branchenführern in Ergänzung hierzu durchgeführt.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial vom Capgemini Research Institute

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