TESTS & SCIENCE

06.November 2019

BMW, TH Deggendorf und b-plus starten Forschungsprojekt iAATG


Mit dem BMW Group Werk Dingolfing, der Technischen Hochschule Deggendorf und der Deggendorfer Firma b-plus starten drei regionale Partner jetzt auf dem Zukunftsfeld des Autonomen Fahrens ihre Kräfte. Im Rahmen des Forschungsprojekts „iAATG“ wollen sie innovative Methoden zur Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen entwickeln.

Konkreter Anlass für das knapp zwei Millionen Euro teure Forschungsprojekt ist der für 2021 geplante Produktionsstart des BMW iNEXT im Werk Dingolfing. Dieses BMW Modell vereint automobile Schlüsseltechnologien, setzt auf E-Mobilität, Digitalisierung oder autonomem Fahren und macht den niederbayerischen BMW Group Standort so zum Pionier bei der Fertigung hochautomatisiert fahrender BMW Automobile.

Eine besondere Bedeutung kommt beim BMW iNEXT der technischen Absicherung automatisierter Fahrfunktionen zu. „Denn diese“, so Dr. Niklas Fichtmüller, Leiter Gesamtfahrzeug und Qualitätsmanagement im BMW Group Werk Dingolfing, „sind zum einen höchst sicherheitsrelevant – und Sicherheit hat für uns beim Thema Autonomes Fahren oberste Priorität. Zum anderen prägen Funktionen des hochautomatisierten Fahrens ganz maßgeblich den Kundennutzen des BMW iNEXT. Sie müssen daher höchsten Qualitätsansprüchen genügen.“

Die entwicklungsseitige Absicherung einzelner Bauteile oder Fahrzeugfunktionen erfolgt dabei auf dem Autonomous Driving Campus der BMW Group in Unterschleißheim. Sie wird ergänzt durch die systematische Anlauf-Absicherung auf Gesamtfahrzeug-Ebene im Produktionswerk Dingolfing. Der Vorteil liegt auf der Hand: Denn im Werk steht eine deutlich größere Zahl und Vielfalt an Fahrzeugen für entsprechende Tests und Prüfungen zur Verfügung. „Anspruch des nunmehr gestarteten Forschungsprojekts ist es, für dieses hochinnovative Produkt BMW iNEXT auch innovative Absicherungskonzepte und Methoden auf Gesamtfahrzeugebene – etwa durch den Einsatz künstlicher Intelligenz – zu entwickeln“, so Eva-Maria Dornisch, Projektleiterin seitens der BMW Group.

Konkret werden dazu drei Ansätze verfolgt. Zum einen wird eine Vielzahl von Fahrzeugvarianten und Ausstattungsoptionen des BMW iNEXT, von der Farbe des Fahrzeugs bis zum Reifenprofil, betrachtet und auf mögliche Wechselwirkungen etwa mit der Sensorik hin analysiert. „Hierfür“, so erklärt Prof. Thomas Limbrunner von der Technischen Hochschule Deggendorf, „bringen wir Algorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz zum Einsatz, die in der Lage sind, relevante Muster in großen Datenmengen zu erkennen.“ Künstliche Intelligenz hilft also bei der Identifikation und Analyse möglicher Funktionseinschränkungen bei bestimmten Ausstattungskombinationen und stellt sicher, dass alle Fahrzeuge, die in Kundenhand übergeben werden, höchste Qualitätsansprüche erfüllen.

In einem zweiten und dritten Teilprojekt geht es neben der Analyse auch darum, innovative Testmethoden zu entwickeln. So ist eine „Testbox“ geplant, die in Erprobungsfahrzeugen verbaut wird und deren Software den Fahrzeugen über Eingriffe in die Elektronik bestimmte Umweltszenarien vorspielt, wie etwa ein Hindernis auf der Straße. b-plus Projektleiter Bernhard Pfeffer erklärt: „Durch diese Simulationen können selten auftretende Situationen erzeugt und Reaktionen und Funktionsweisen eines Fahrzeugs effizient überprüft werden.“ Ähnliche Testverfahren sollen auch entwickelt werden, um zu kontrollieren, dass hochautomatisiert fahrende Fahrzeuge Informationen aus der Cloud des Herstellers – etwa Verkehrs- oder Wetterhinweise – adäquat verarbeiten und wie gewünscht reagieren.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Mit diesem Projekt kann sich Bayern und speziell der Standort Dingolfing als Vorreiter in der Qualitätssicherung autonomer Fahrzeuge präsentieren. Wir steuern hierzu über 800.000 Euro bei. Wir unterstützen den Transformationsprozess von Unternehmen der bayerischen Fahrzeug- und Zulieferindustrie, unter anderem durch die Förderung von Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien oder Pilotprojekte zu Mobilitätslösungen. Dadurch soll Bayern auch in der neuen Mobilitätswelt Technologieführer bleiben.“

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der BMW Group

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