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28.November 2018

Bewegungs- und Positionssensor von Bosch bestimmt Position zentimetergenau


Bewegungs- und Positionssensor von Bosch bestimmen Position zentimetergenau

Quelle: Bosch

Um selbstfahrende Autos sicher auf die Straße zu bringen, müssen Hardware, Software und darauf abgestimmte Services zusammenspielen. So auch bei der Lokalisierung der Fahrzeuge – denn nur wenn ein autonomes Fahrzeug zentimetergenau weiß, wo es sich befindet, kann es sicher navigieren. Für diese präzise Bestimmung der Fahrzeugposition entwickelte Bosch einen eigenen Bewegungs- und Positionssensor.

Dieser Sensor verfügt über eine hochleistungsfähige Empfangseinheit für Signale des Globalen Navigationssatellitensystems (GNSS), die für die Ermittlung der absoluten Position benötigt wird. Allerdings können die Daten der satellitengestützten Positionsbestimmung beispielsweise durch die Ionosphäre oder Wolkenschichten in der Troposphäre verfälscht werden. Was für Navigationssysteme jedoch ausreichend ist, ist für automatisiertes Fahren zu ungenau.

„Services sind mindestens genauso wichtig für das automatisierte Fahren wie Hardware und Software“, sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. „Wir müssen alle drei Wege zeitgleich verfolgen, damit selbstfahrende Autos sicher und zuverlässig auf die Straßen kommen.“

Daher greift Bosch auf Korrekturdaten verschiedener Anbieter zurück. 2017 wurde hierfür vom Unternehmen mit Partnern das Joint Venture Sapcorda gegründet.

Bewegungs- und Positionssensor von Bosch bestimmen Position zentimetergenau

Quelle: Bosch

So funktionieren die Korrekturdaten:

  • Ein Netzwerk von exakt vermessenen Referenzstationen auf der Erde korrigieren die Ungenauigkeiten der GNSS-Positionsinformationen.
  • Diese Daten gelangen über eine Cloud oder geostationäre Satelliten ins Fahrzeug.
  • Darüber hinaus erhält der Sensor Daten aus den Raddrehzahlsensoren und Lenkwinkelsensor, die u.a. Informationen über Geschwindigkeit und Richtung liefern. Mit Hilfe der integrierten Inertialsensorik weiß der Sensor dann, wo sich das Fahrzeug hinbewegt.
  • Im Zusammenspiel mit diesen Daten erfolgt die präzise Lokalisierung nach der Verarbeitung mit intelligenter Software.

Primär wird das Fahrzeug auf Basis der korrigierten GNSS-Signale lokalisiert. Durchfährt man einen Tunnel, kann der Bewegungs- und Positionssensor die Positionsbestimmung für einige Sekunden aufrechterhalten. Bei einer längeren Unterbrechung des GNSS-Signals steht dem Auto die Straßensignatur von Bosch als präzise Lokalisierungsinformation zur Verfügung.

Bewegungs- und Positionssensor von Bosch bestimmen Position zentimetergenau

Quelle: Bosch

Die Straßensignatur, ein kartenbasierter Lokalisierungsservice auf Basis der Umfeldsensorik, wird von Bosch parallel zur Lokalisierungslösung mittels des Bewegungs- und Positionssensors angeboten. Hier erfassen Video- und Radarsensoren an Bord von Autos stationäre Merkmale, wie Spurmarkierungen, Verkehrsschilder und Leitplanken. Diese Informationen gelangen über ein Kommunikationsmodul im Auto in die Cloud, wo eine daraus eine eigenständige Kartenebene generiert wird. Diese Straßenmerkmale werden von automatisierten Fahrzeugen mit den hinterlegten Kartenmaterial abgeglichen – so kann es sich selbst relativ zur hochgenauen Karte zentimetergenau in der Fahrspur lokalisieren.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Bosch

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