12.10.2020 - 11:43

Wohnen und Mobilität – Forschungsprojekte setzen neuen Fokus

Mobilität im Wandel der Anforderungen an Wohnen und Leben. Zwei Forschungsprojekte nehmen unterschiedliche Themen in den Fokus: In Darmstadt geht es um die nachhaltige Umgestaltung zweier Wohnquartiere. Die TU Kaiserslautern untersucht wiederum, wie sich Mobilität und Wohnen im Alter verändern.

Mobilität, Wärme und Wohnfläche

Wie städtische Quartiere nachhaltig umgestaltet werden können, dazu forscht das Öko-Institut am Beispiel zweier Quartiere in der Schwarmstadt Darmstadt seit April 2020 im Projekt Transformative Strategien einer integrierten Quartiersentwicklung (TRASIQ 2).

Im Fokus des Projektes stehen die Forschungsthemen Mobilität, Wärmeversorgung und effiziente Wohnraumnutzung. So wird, neben weiteren Aspekten, der Frage nachgegangen: Wie können Quartiere so umgestaltet werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Mobilität ökologisch gestalten können? Im September 2020 haben die Projektpartner, wie das Stadtplanungsamt, das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung und das Mobilitätsamt der Stadt Darmstadt, der Stadt- und Verkehrsplanung, die HEAG mobilo, der Bauverein AG, die GHW Wohnungsgesellschaft Hessen, der Mieterbund und das Büro der Bürgerbeauftragten, auf einem Workshop erste Ideen für die beiden Quartiere im Rahmen von TRASIQ 2 erarbeitet und ausgetauscht.

Frühzeitig werden Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Das Instrument der Planungsforen erlaubt, chancengleich ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen auszuwählen – aus der Anwohnerschaft, aus der Gesamtstadt und aus Zuzugswilligen.

Das Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse aus der Vorhaben TRASIQ 1, bei dem es um ein zukünftiges Quartier auf einer Konversionsfläche ging, nun auf die Transformation zweier bereits bestehender Quartiere zu übertragen. „Die Herausforderung ist dabei, dass die erfolgreiche Umsetzung von Transformationsprozessen in Bestandsquartieren schwieriger ist als in Neubauquartieren. Denn dort kann konzeptionell und baulich bei null begonnen werden, in Bestandsquartieren sind die städtebaulichen Gegebenheiten und die Menschen vor Ort der Ausgangspunkt“, sagt Projektleiter Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut.

Die Bestandsquartiere sind das Darmstädter Martinsviertel sowie Kranichstein-Süd. Dass die Maßnahmen und Modelle, die TRASIQ 2 hervorbringen wird, auf andere Viertel und andere Städte übertragen werden können, ist ein übergreifendes Ziel.

Das Bundesforschungsministerium fördert das vom Öko-Institut geleitete Projekt, an dem die Wissenschaftsstadt Darmstadt, das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) und die Agentur „Team Ewen“ beteiligt sind.

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„Babyboomer“ im Blick: Wie sieht der optimale Wohnstandort aus?

Das Projekt „Ageing Smart – Räume intelligent gestalten“ an der TU Kaiserslautern adressiert die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1969. Da diese sukzessive ins Rentenalter eintreten, sind Kommunen gefordert, altersgerechte Wohnstandorte und Versorgungstrukturen zu schaffen. In einem integrierten Ansatz wollen die Forschenden daher raumplanerische, infrastrukturelle und versorgungsseitige Ansätze aus Sicht der „Babyboomer“ und der Kommunen zusammenbringen. Ziel ist es, ein datengestütztes System zu entwickeln, das öffentlichen Akteuren als Entscheidungshilfe in ihren Planungsprozessen dient.

Im Mittelpunkt des interdisziplinären Forschungsvorhabens stehen zunächst drei prägnante Untersuchungsfelder: Wohnstandorte und damit eng verbunden Anforderungen an Gelegenheiten im Wohnumfeld und die Mobilität, das Verhalten hinsichtlich Freizeit- und Erholungsaktivitäten sowie die Versorgung mit medizinischen und damit verbundenen Gesundheitsinfrastrukturen und Dienstleistungen.

Wenn Kommunen die Rentnerinnen und Rentner von morgen beim Wechsel der Lebenssituation optimal begleiten wollen, spielen vielfältige Aspekte eine Rolle. Konkret gilt es, die Bedürfnisse der alternden Menschen, raumplanerische Konzepte und die Versorgungsmöglichkeiten vor Ort in Einklang zu bringen. „In punkto Planung ist es für Kommunen und Regionen wichtig, die richtige Balance zwischen bedarfsgerechten Angeboten, Schwerpunktsetzungen und Tragfähigkeiten zu finden“, verdeutlicht Spellerberg. „Mithilfe von mathematischen Berechnungen möchten wir helfen, räumliche Entwicklungen für alle Beteiligten und mit den Verantwortlichen vor Ort nachhaltig zu gestalten. In unser Projekt beziehen wir zudem den Fortschritt in punkto Digitalisierung mit ein, die Dienstleistungen und Angebote verändert – zum Beispiel, das Einkaufen oder die Mobilität. Nicht zuletzt analysieren wir auch, was die Menschen in ihrem Wohnumfeld möchten und was sie einbringen: Zum Beispiel engagieren sich über die Hälfte der Babyboomer ehrenamtlich.“

Die Aufgabe der Forschenden sei es nun, im Rahmen von „Ageing Smart – Räume intelligent gestalten“ all diese Informationsstränge in einem Entscheidungssystem greifbar zu machen. Sprich, Datenpools und Auswertungsmethoden zu definieren und das gebündelte Wissen mithilfe von mathematischen Verfahren und Künstlicher Intelligenz miteinander zu verknüpfen, um Entscheidungen über Angebote und Dienstleistungen von Kommunen unterstützen zu können.

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert „Ageing Smart“ in ihrem Leuchtturmprogramm „Durchbrüche“ zusammen mit fünf weiteren interdisziplinären Forschungsprojekten. Alle Projekte haben intelligente Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft im Blick und werden mit insgesamt rund 25 Mio. Euro gefördert. Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, unterstreicht die Bedeutung des Forschungsthemas wie folgt: „Die Gesellschaft steht mit dem demografischen Wandel vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere im Bereich Pflege. Neue Forschungsansätze zur Digitalisierung können wichtige Impulse setzen, um diese Herausforderungen zu meistern. Dazu zählen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung genauso wie anwendungsorientierte Lösungen beispielsweise in Form von assistierender Robotik.“

Autor: jst

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12.10.2020 11:05