18.06.2021 - 08:23

Whitepaper: Mit KI sicher reisen

Die Plattform Lernende Systeme hat ein Whitepaper veröffentlicht, das zeigt, wie Datensicherheit und Datenmanagement bei KI-basierten Reiseassistenten gewährleistet werden können. Fazit: Entscheidend für den Erfolg der digital vernetzten Mobilität ist, dass sowohl Anbieter als auch Nutzer verantwortungsvoll mit Daten umgehen.

Die Überlastung von Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland nimmt zu, die Menschen legen im Durchschnitt immer längere Arbeitswege zurück und der dadurch verursachte Ausstoß von Treibhausgasen ist hoch. Durch einen intelligenten Reiseassistenten könnten die Reiserouten an die persönlichen Bedürfnisse der Reisenden angepasst werden und das Verkehrssystem schneller und ressourcenschonender werden. „Der Einsatz intelligenter Reiseassistenten fördert ein nachhaltiges zukunftsfähiges Mobilitätssystem und ist daher von großem gesellschaftlichem Interesse. Ihr Erfolg hängt aber vom Vertrauen der Menschen in die KI-basierten Anwendungen ab. Datensicherheit und informationelle Selbstbestimmung müssen daher gewahrt sein“, so Tobias Hesse, Abteilungsleiter Kooperative Systeme am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und ebenfalls Leiter der Arbeitsgruppe „Mobilität und intelligente Verkehrssysteme“ der Plattform Lernende Systeme.

Das Whitepaper „Mit KI sicher reisen“ (Link zum PDF) identifiziert die Risiken einer KI-basierten Routenplanung und zeigt mögliche Lösungen auf. Am Beispiel des fiktiven Umfeldszenarios „Intelligent vernetzt unterwegs“ der Plattform Lernende Systeme veranschaulichen die Autoren, wie ein virtueller KI-Reiseassistent auf dem Smartphone oder Laptop in naher Zukunft funktionieren kann. Die intelligenten Apps bündeln Angebote zu vorhandenen Verkehrsmitteln im ÖPNV oder Individualverkehr im Hintergrund und berücksichtigen dabei die persönlichen Bedürfnisse der Reisenden wie beispielsweise körperlichen Beeinträchtigungen, Sicherheitsbedenken oder Wunschsitzplatz. Sie kombinieren die Verkehrsmittel so, dass für das individuelle Nutzungsverhalten und die gewünschte Strecke der bestmögliche Reiseweg entsteht. Dabei lernt der intelligente Reiseassistent selbstständig bei jedem Einsatz dazu und verbessert seine Empfehlungen bei der nächsten Reiseplanung.

Datensicherheit

Damit ein KI-basierter Reiseassistent bestmögliche Ergebnisse liefern kann, benötigt er neben Informationen über die persönlichen Präferenzen der Reisenden Zugriff auf weitere Daten aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise zur Verkehrslage oder dem Wetter. Das Whitepaper zeigt auf, dass sichere digitale Mobilitätsplattformen eine Schlüsselrolle für die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger spielen. Der intelligente Reiseassistent selbst sollte keine Daten vorhalten. Vielmehr ist er Teil einer Systemarchitektur, die mehrere Datenhalter, wie beispielsweise Mobilitätsbetriebe oder Wetterdienste, freiwillig miteinander vernetzt.

„Einerseits gilt: Je mehr Informationen die Menschen an den intelligenten Reiseassistenten geben, desto besser können die Angebote auf deren individuellen Präferenzen zugeschnitten werden. Andererseits stellen gerade diese persönlichen Daten ein Einfallstor für Missbrauch dar. Ein Risiko besteht vor allem darin, dass diese Daten unzureichend pseudonymisiert oder anonymisiert sind und mit dem Reisenden verknüpft werden können“, sagt Jörn- Müller Quade, Leiter der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit und Privacy“ der Plattform Lernende Systeme und Professor für Kryptographie und Sicherheit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Menschen sollten deshalb stärker über die Funktionsweise und die Handhabung von KI-Systemen aufgeklärt werden, damit sie verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen und reflektierte Entscheidungen treffen können, heißt es in dem Whitepaper.

Datenschutz und Gesetzeskonformität müssen bereits bei der Konzeption eines KI-Systems mitgedacht werden. Das sogenannte „privacy by design“-Prinzip soll von Anfang an dafür sorgen, dass Cyberrisiken bereits bei der Entwicklung der Datenplattformen und der intelligenten Reiseassistenten vermieden und die notwendigen Kompromisse zwischen Datennutzung und Datenschutz geeignet technisch umgesetzt werden. Je nach Art der Plattform und der darin erhobenen Daten variiere auch das Level an benötigter IT-Sicherheit, so die Autoren.

Der Datenplattformbetreiber sei dafür verantwortlich, Datenschutzmaßnahmen wie Datensparsamkeit und Anonymisierungs- oder Pseudonymisierungsmechanismen zu etablieren. Die Experten empfehlen, mit den Datenhaltern technische und vertragsrechtliche Sicherheitsregeln zur Nutzung der Mobilitätsplattform zu vereinbaren und deren Einhaltung durch unabhängige Zertifizierung und Audits kontinuierlich zu prüfen.

Autor: jst




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18.06.2021 08:24