09.04.2021 - 07:48

Vernetzte Mobilitätslösungen für Baden-Württemberg

Gemeinsam mit 20 kommunalen Vertretern und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) hat das Fraunhofer IAO im Rahmen des Innovationsnetzwerks „MaaS@bw“ digitale Mobilität vorausgedacht und in konkrete Handlungsempfehlungen überführt.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus, wie sind die Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer an ein modernes und nachhaltiges Mobilitätssystem? Welche Entwicklungspotenziale bietet die Digitalisierung im Kontext Mobilität? Diese und weitere Fragen hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Rahmen des Innovationsnetzwerks „MaaS@bw“ gemeinsam mit 20 kommunalen Vertreterinnen und Vertretern und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) untersucht und in einem Leitfaden veröffentlicht, der Kommunen und Mobilitätsakteuren kostenlos zur Verfügung steht.

„Die Mischung macht’s“ stellt Nora Fanderl fest, die am Fraunhofer IAO das Team „Mobility Ecosystems“ leitet. So könnten beispielsweise durch die Integration von verschiedenen privaten und öffentlichen Mobilitätsangeboten über digitale Plattformen alternative Angebote zum motorisierten Individualverkehr und ergänzende Angebote zum ÖPNV gefördert und vernetzt werden. Im Sinne von Mobility-as-a-Service (MaaS) wären im Idealfall unterschiedliche Mobilitätsangebote über einzelne Nutzerschnittstellen plan-, buch- und bezahlbar. Gleichzeitig könnte man unterschiedliche mobilitätsrelevante Daten aus Verkehrsmanagement und -planung integrieren, um Parkverkehre durch intelligentes Parkraummanagement zu verringern oder durch umweltorientiertes Verkehrsmanagement und -routing verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren.

Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg

„Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg setzen bereits spannende Projekte im Bereich digitaler und vernetzter Mobilität um. Um Mobilität nachhaltig zu verändern und gleichzeitig die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, soll der Handlungsleitfaden Kommunen und Landkreise dabei unterstützen, aus Erfahrungen zu lernen und stadtspezifische Herausforderungen mit entsprechenden digitalen Mobilitätslösungen zu adressieren“, betont Nora Fanderl. Die Lösungen reichen dabei von integrierten, multimodalen Apps wie die von Herrenberg umgesetzte Lösung „stadtnavi“ oder die vom KVV in Karlsruhe pilotierte Mobilitätsplattform „regiomove“ bis hin zu dem Ulmer Projekt „OpenBike“, in dem derzeit eine Open-Source-Software für Verleihsysteme mit Fahrrädern erprobt wird.

Trotz der Vielfalt an möglichen Nutzungspotenzialen stehen viele Kommunen noch am Anfang, insbesondere die Erhebung und strategische Nutzung von mobilitätsrelevanten Daten stellen Kommunen aufgrund fehlender Datenplattformen vor Herausforderungen. Entsprechend wurde mit 11 Kommunen gemeinsam das Thema vorausgedacht und ein Leitfaden zur Implementierung digital vernetzter Mobilitätslösungen entwickelt. Der Leitfaden ist entlang von vier Handlungsfeldern strukturiert, die sich zum einen an die Kommunen und Landkreise richten, zum anderen an die Akteure auf Landesebene. Die Handlungsempfehlungen für die Kommune fokussieren sowohl die Bündelung von Kompetenzen innerhalb der Kommune als auch den Wissenstransfer sowie die strategische Ausrichtung.

Des Weiteren gibt das Autorenteam Empfehlungen zur konkreten Datenerhebung, -integration und -nutzung sowie zur Verstetigung von Strukturen zur Digitalisierung der Mobilität. An die Landesebene richten sich Empfehlungen auf die Schaffung von notwendigen Rahmenbedingungen, beispielsweise den Aufbau von entsprechenden Förderprogrammen oder Weiterbildungsformaten.

Autor: jst

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