15.07.2021 - 17:28

UnicarAgil: Prototyp erreicht Uni Ulm

In dieser Woche traf der Prototyp des Lieferfahrzeugs AutoCargo an der Universität Ulm ein. Damit geht das Projekt UnicarAgil in die nächste Phase. Der Prototyp soll nun am Institut für Mess- Regel- und Mikrotechnik der Uni Ulm automatisiert werden.

Vollautomatisierte, modulare Fahrzeuge für die Mobilität von morgen, die sollen im Projekt UnicarAgil gemeinsam mit acht Universitäten und ihren Industriepartner entwickelt werden. Dabei sollen Fahrzeugkonzepte neu gedacht werden. Einer von vier Prototypen ist der neuartige Lieferwagen AutoCargo, der in naher Zukunft ohne FahrerInnen durch Innenstädte steuern können soll.

Am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik (MRM) wird der Prototyp AutoCargo nun für die Automatisierung aufgerüstet – vom Einbau der Sensormodule und Rechnerausstattung bis zu ersten Testfahrten. Ziel ist die fahrerlose Mobilität im anspruchsvollen städtischen Umfeld, das sich Autos, FußgängerInnen und etwa RadfahrerInnen teilen. Dabei konzentrieren sich die Ulmer Uni-IngenieurInnen insbesondere auf die Umgebungserfassung des Fahrzeugs und das „Verstehen“ der Verkehrssituation. „Selbstverständlich beinhaltet das Automatisierungskonzept auch Sicherheitsvorkehrungen: Wir müssen gewährleisten, dass das Auto bei Störungen oder unerwarteten Situationen anhält sowie mit der überwachenden Leitwarte interagiert“, erklärt Dr. Michael Buchholz vom MRM, der die Arbeiten zur Fahrzeugautomatisierung im Forschungsvorhaben koordiniert.

Weitere Fahrzeugkonzepte im Projekt UnicarAgil sind auf Taxi-Dienste, die Nutzung als innerstädtischer Kleinbus und die Individualmobilität ausgerichtet. Alle Arbeiten an den vier Prototypen hinsichtlich Fahrfunktionen, Sicherheitskomponenten, Energiemanagement und eben Automatisierung erfolgen parallel bei den Projektpartnern. „Die Innovation liegt im modularen Systemkonzept mit kontinuierlicher Selbstüberwachung aller Komponenten. Das Konzept ist vollständig redundant: Somit werden Ausfälle von Einzelkomponenten im Betrieb nicht nur erkannt, sondern auch bei voller oder zumindest nur gering eingeschränkter weiterer Funktionsfähigkeit ausgeglichen“, resümiert Professor Klaus Dietmayer, Leiter des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik. Die finale Präsentation aller UnicarAgil-Fahrzeugkonzepte ist für 2023 geplant.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 26 Millionen Euro. Unter Federführung der RWTH Aachen sind beteiligt: TU Braunschweig, TU Darmstadt, das Karlsruher Institut für Technologie, TU München, Universität Passau, Universität Stuttgart und Universität Ulm sowie die Industriepartner: Atlatec GmbH, FlyXdrive GmbH, Imar Navigation GmbH, IPG Automotive GmbH, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Vires Simulationstechnologie GmbH, Maxion Wheels Germany Holding GmbH sowie Valeo Schalter und Sensoren GmbH.

Autor: jst

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15.07.2021 17:53