16.11.2021 - 08:45

Testfeld Autonomes Fahren BaWü – erste Ergebnisse vorgestellt

Seit der Eröffnung des vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg geförderten Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg im Jahr 2018 können Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits heute Anwendungen und Verkehrskonzepte der Zukunft rund um das vernetzte und autonome Fahren im Alltagsverkehr erproben. Derzeit 18 Projekte nutzen das Testfeld. Erste Ergebnisse wurden vergangene Woche präsentiert.

Im Rahmen einer Fachveranstaltung wurden Forschungserkenntnisse der Projektpartner des Testfeldes Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) aus dem Aufbau sowie erste Ergebnisse aus zahlreichen auf dem Testfeld laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten am 12.11.2021 in der Karlsruher Fleischmarkthalle präsentiert. Auch die aufgebaute Infrastruktur für automatisiertes Fahren und der mobile Leitstand des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurden vorgestellt. Unter der Konsortialführung des FZI Forschungszentrum Informatik markierte die Veranstaltung den Abschluss des wissenschaftlichen Aufbaus des Testfeldes, das weiterhin durch Unternehmen und Förderprojekte genutzt werden kann. Am Folgetag luden zudem die Städte Karlsruhe und Heilbronn zum Bürgerdialog rund um das TAF BW.

Abschluss wissenschaftlicher Aufbau

Seit der Eröffnung des vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg geförderten TAF BW im Jahr 2018 können Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits heute Anwendungen und Verkehrskonzepte der Zukunft rund um das vernetzte und autonome Fahren im Alltagsverkehr erproben. Die Förderung steht unter dem Dach des Strategiedialogs Automobilwirtschaft BW unter Leitung des Staatsministeriums BW. Das TAF BW berücksichtigt sowohl den Individualverkehr als auch den öffentlichen Personennahverkehr gleichermaßen. Im Rahmen einer Fachveranstaltung mit hochrangigen Vertretern aus Industrie und Wissenschaft und dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann werden am 12.11.2021 Erkenntnisse aus dem Ausbau und erste Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen und einer Ausstellung mit Demonstratoren präsentiert. „Das Testfeld Autonomes Fahren ist ein weiterer Meilenstein in der Mobilitätsgeschichte Baden-Württembergs. Wichtige Impulse wurden während der Projektlaufzeit gegeben und Handlungsbedarfe auf Landes- und Bundesebene aufgezeigt“, erläutert Prof. Dr.-Ing. J. Marius Zöllner, Professor am KIT sowie Vorstand am FZI Forschungszentrum Informatik, welches das Konsortium leitet.

Das vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg geförderte Testfeld ist ein gemeinsames Projekt der Forschungseinrichtungen Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Fraunhofer IOSB, Hochschule Heilbronn, Hochschule Karlsruhe (Die HKA) und FZI Forschungszentrum Informatik sowie der Kommunen Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn. Das Land fördert mit rund 5,5 Millionen Euro. Davon sind 2,9 Millionen Euro vom Verkehrsministerium direkt für Konzeption, Planung, Aufbau und Erweiterung des Testfelds zur Verfügung gestellt worden. Mit rund 0,4 Millionen Euro fördert es die Begleituntersuchung „bwirkt“ zum TAF BW. Mit weiteren rund 2,2 Mio. Euro fördern das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr fünf SMART-Mobility Forschungsprojekte verschiedener Hochschulen im Land, die das Testfeld nutzen. Mit dem Aufbau des Testfelds wurde 2016 begonnen, die Inbetriebnahme erfolgte im Mai 2018. Insgesamt wurde das TAF BW bisher von 18 Projekten genutzt.

Förderprojekte und industrielle Nutzung

Der Betrieb des TAF BW wird durch den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) weitergeführt: „Als Betreiber steht der KVV allen interessierten Kunden aus Wirtschaft und Forschung als Servicepartner für die Testfeld-Nutzung zur Verfügung. Wir freuen uns, diesen Innovationsprozess für die Mobilität der Zukunft aktiv mitzugestalten“, erklärt KVV-Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon. Neben einem umfangreichen Leistungsangebot vernetzter Infrastruktur umfasst es über 200 km aller Arten von öffentlichen Straßen in Karlsruhe und Heilbronn und ist in seiner Vielfalt einzigartig. Sowohl eine nutzerorientierte und bedarfsgerechte Erweiterung des TAF BW als auch eine technische und wissenschaftliche Begleitung des Testbetriebs sind möglich.

Mehrere Projekte, die das TAF BW in der Zukunft nutzen möchten, sind bereits in der Start- und Antragsphase. So wird beispielsweise vorgelagert eine intelligente Logistiklösung für Warenanlieferungen auf der letzten Meile exemplarisch erforscht. Dessen verkehrliche, wirtschaftliche und soziale Wirkung wird ebenfalls untersucht.

Hintergrund Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg

Auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) können Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem lassen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen evaluieren und fortschreiben. Dafür wurden in der Aufbauphase unter anderem Verkehrsflächen unterschiedlichster Art vorbereitet, hochgenaue 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren und Computer zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren sowie Kommunikationseinheiten installiert. Auch wurde der rechtliche, organisatorische und versicherungstechnische Rahmen für den Betrieb der Infrastruktur und potenzieller Anwendungen autonomer Mobilität geschaffen.

Das Konsortium besteht aus den Städten Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn sowie aus den Forschungseinrichtungen FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe (Die HKA), dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und der Hochschule Heilbronn. Unterstützt wird der Aufbau des Testfeldes durch eine Vielzahl von Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg. Der Betrieb mit Sicherheitsleitzentrale, IT-Administration, Vertrieb, Accounting und Controlling wird über den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) als externe und neutrale Betreibergesellschaft ermöglicht.

Autor: jst

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16.11.2021 08:22