27.07.2020 - 12:11

Studie zur Logistik – Digitalisierung geht nur schleppend voran

Die neue Ausgabe der Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ wurde erarbeitet von der BVL.digital GmbH und dem Institut für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg. Der Fokus lag auf den Themen digitale Transformation, Data Analytics und Nachhaltigkeit.

Rund 300 Logistiker wurden im Zeitraum zwischen dem 5. Februar und dem 11. März befragt – 16 Prozent davon aus dem Bereich Handel, der Rest zu gleichen Teilen aus Industrie und Logistikdienstleistung. Die Analysen beziehen sich vergleichend auf die vorangegangene Ausgabe der Studie aus dem Jahr 2016. Thematisiert wird die nachhaltige und digitale Transformation in Logistik und Supply Chain Management, bei der sowohl die Wertschöpfung als auch das Geschäftsmodell angepasst werden. Dabei liegt ein zentraler Erfolgsfaktor in der ganzheitlichen Berücksichtigung der Dimensionen Mensch, Technik und Organisation.

Auf der Website www.bvl-trends.de stehen die Studienergebnisse ab sofort zur Verfügung. Um sie zu veranschaulichen und die Einordung zu erleichtern, finden sich dort passend zu den anhand der Befragung ermittelten Trends auch Praxisberichte und Statements von Experten, Podcasts, Auszüge aus Webinaren oder Inhalte von großen Logistikveranstaltungen wie dem Deutschen Logistik-Kongress. Außerdem stehen im Datacenter nützliche interaktive Grafiken zur Verfügung, zum Beispiel zu den Treibhausgasemissionen pro Land in Europa oder zur globalen Risikolandschaft 2020.

„Die Studienergebnisse weisen unter anderem auf einen gewissen Handlungsdruck hin, beispielsweise bei der digitalen Transformation der Geschäftsmodelle – die Umsetzung ist nicht so weit vorangeschritten, wie wir erwartet hätten“, erklärt Prof. Wolfgang Kersten über die Studie. Einige weitere Kernaussagen sind: Beinahe alle Logistiker verbinden mit der Digitalisierung hohe Chancen, aber auch Risiken. Während die Chancen leicht höher beurteilt werden, werden die Risiken etwas geringer eingeschätzt als noch im Jahr 2016. Die Befragten versprechen sich von der Digitalisierung sowohl Kostensenkungen als auch Erlössteigerungen und erwarten steigende Anforderungen an die Innovationsfähigkeit.

Die drei Top-Trends sind wie schon in 2016 Digitalisierung der Geschäftsprozesse, Transparenz in der Wertschöpfungskette und Kostendruck. Der Trend Nachhaltigkeit ist ebenfalls unter den Top-Ten, und fast die Hälfte der Unternehmen schätzt ihre entsprechende Anpassungsfähigkeit als hoch ein.

Bei der Betrachtung des Status der Digitalisierung in den Unternehmen fällt auf, dass der Stand der Umsetzung relativ niedrig ist, trotz der hohen Relevanz, welche die Befragten diesem Trend einräumen. Das gilt insbesondere für Assistenzsysteme wie beispielsweise Pick-by-Vision/AR, welches rund ein Fünftel der Befragten umgesetzt hat. Letzter beim Umsetzungsstand trotz mittlerer Relevanzbewertung sind die autonomen Lkw/Pkw.

Bei den Zukunftstechnologien aus dem Bereich Datenanalyse besteht bei den Logistikern noch Nachholpotenzial. Beispielsweise wird Predictive Analytics zwar eine recht hohe Relevanz zugesprochen, der Umsetzungsstand bewegt sich dabei jedoch unter 50 Prozent.

Ein Fokus auf die Digitalisierung von Geschäftsmodellen lässt sich bei den Befragten derzeit nicht feststellen: 38 Prozent haben kein digitales Service-Angebot, jeweils mehr als die Hälfte haben keinen Geschäftszweig für digitale Dienstleistungen und Güter beziehungsweise kein digitales Geschäftsmodell. Im Vergleich zu 2016 ergeben sich kaum Unterschiede: 62 Prozent (2016: 58 Prozent) planen, ihr Angebot um digitale Services zu erweitern, 44 Prozent (2016: 39 Prozent) wollen ihr Geschäftsmodell um einen digitalen Geschäftszweig erweitern und 43 Prozent wollen ihr bestehendes Geschäftsmodell in ein digitales transformieren.

Rund 80 Logistiker beteiligten sich an der vertiefenden Betrachtung zu Advanced Data Analytics (ADA). ADA umfasst Methoden zur wertschöpfenden Analyse von Daten, die prädiktive und präskriptive Auswertungen ermöglichen, z.B. durch Text Mining oder maschinelles Lernen. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, ADA nutzbringend einzusetzen. Obwohl beispielsweise maschinellem Lernen oder automatisierten Entscheidungen eine hohe Relevanz beigemessen werden, wird lediglich Descriptive Analytics (Statistik) in der Mehrheit der Unternehmen eingesetzt (61 Prozent).

Die größten Motivatoren, ein ADA-Projekt zu initiieren, sind die wertschöpfende Nutzung von Daten sowie der Wunsch nach mehr Transparenz bzw. mehr Verständnis für einen Bereich. Die drei hauptsächlichen Ziele sind es, Entscheidungen, interne Abläufe sowie bestehende Produkte und Services zu optimieren. Für die Umsetzung werden in vielen Fällen Experten eingebunden. Die Relevanz der technischen Erfolgsfaktoren wird hoch eingeschätzt, die der organisatorischen Faktoren geringer. Darin zeigt sich eine typische Schwäche – der bislang zu geringe Fokus auf die Organisation.

Autor: jst

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27.07.2020 12:57