16.12.2021 - 09:06

Studie: Ein Verzicht auf das eigene Auto ist nicht in Sicht

Zu dieser Prognose kommt eine Studie der Tankstellenkette HEM zum Thema „Mobilitätsvorsätze der Deutschen“. Demnach werden auch im neuen Jahr 82 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ihren Arbeitsweg mit dem Auto antreten. 72 Prozent der Deutschen möchten auch langfristig nicht auf ihr liebstes Fortbewegungsmittel verzichten.

Die Urbanisierung schreitet voran, die Zahl der erstzugelassenen Autos wächst dabei weiter. Laut einer Studie der Tankstellenkette HEM werden auch im neuen Jahr 82 Prozent der befragten Personen ihren Arbeitsweg mit dem Auto antreten. Allerdings bedeutet das nicht, dass die AutofahrerInnen nicht offen für eine Veränderung sind: Immerhin jede zweite Person möchte das eigene Fahrverhalten im nächsten Jahr ändern.

Die damit verbundenen Vorsätze bestehen vor allem daraus, das eigene Fahrzeug mehr wertzuschätzen und zu pflegen (22 Prozent), häufiger Fahrrad zu fahren (16 Prozent) und allgemein mehr zu Fuß zu erledigen (11 Prozent). Doch was sind die Gründe für das neue Vorhaben? Jeder Vierte möchte durch ein geringeren Spritverbrauch Geld sparen, während 22 Prozent sich mehr bewegen, 16 Prozent ihren ökologischen Fußabdruck verringern und 15 Prozent mehr an der frischen Luft sein wollen, heißt es dazu von HEM.

In Bezug auf die Mobilitätswende und gegenüber dem Trend zu Elektroautos sind die Befragten weiterhin skeptisch. Lediglich 13 Prozent der Befragten können sich vorstellen, im nächsten Jahr auf ein E-Auto zu wechseln, 15 Prozent würden es vielleicht in Betracht ziehen und 24 Prozent können sich den Umstieg erst in ein paar Jahren vorstellen. Fast die Hälfte der Befragten kann sich einen Wechsel von ihrem Verbrenner allerdings zurzeit gar nicht vorstellen (47 Prozent). Aktuell fährt die Mehrheit der AutofahrerInnen noch mit Benzin (64 Prozent) oder Diesel (33 Prozent).

Ganz so alarmistisch, wie es sich in der Pressemitteilung von HEM liest, scheint die Realität nicht zu sein. So wurden allein im November 2021 immerhin 40.270 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen – der zweithöchste Wert seit den Rekordzahlen im Dezember 2020. Mit einem Anteil von 20,3 Prozent war jede fünfte Neuzulassung ein reiner Elektro-Pkw.

Die Bedenken hängen dabei häufig mit dem Anschaffungspreis zusammen. Jede dritte befragte Person hält den Kauf von einem E-Fahrzeug für zu teuer, weitere 25 Prozent sind allgemein nicht von dem Konzept überzeugt und 19 Prozent sehen keine Lademöglichkeit in ihrem Umkreis oder haben Angst, auf Reisen keine geeignete Ladesäule zu finden (13 Prozent). Die Hälfte der zukünftigen ElektrofahrzeugbesitzerInnen würde sich wünschen, das Auto direkt bei sich zuhause laden zu können. Andere 22 Prozent der Teilnehmenden würden geeignete Tankstellen oder öffentliche Parkplätze (16 Prozent) dafür nutzen.

Eines lässt sich aber mit Sicherheit sagen: Ob E-Auto oder Verbrenner, von einem Verzicht auf den eigenen Pkw ist nur wenig zu spüren, denn ganze 72 Prozent der Befragten möchten auch langfristig nicht auf ihr dieses Fortbewegungsmittel verzichten.

Die Ergebnisse sind nicht überraschend. Immerhin stammt die Befragung von einem Mineralölunternehmen. Die Tankstellenkette HEM hat demnach Anfang Dezember 2021 mit 1.932 Personen ab 18 Jahren eine Marktforschungsstudie mit der Überschrift „Mobilitätsvorsätze der Deutschen“ durchgeführt.

Autor: jst

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16.12.2021 09:43