07.01.2020 - 11:20

Studie des Fraunhofer IAO hilft beim Realitätscheck für Flugtaxis

Ist das Flugtaxi schon reif zum Abheben? Das Fraunhofer IAO hat in einer Studie diese Fragestellung untersucht und verschiedene Faktoren der 3 D-Mobilität beleuchtet.

Mit dem Fokus auf Flugtaxis soll die Studie „Quo vadis 3 D-Mobility?“ aufzeigen, was die Ziele der Mobilität in der Luft sind, welchen Reifegrad relevante Technologien haben, wie Anwendungsfälle konkret aussehen könnten. Gleichzeitg wurde überprüft, wie die Infrastruktur dafür beschaffen sein müsste, welche Stakeholder einbezogen werden sollten und wie hoch die Nachfrage für 3 D-Mobilität eigentlich ist.

Wie nah man dem Traum vom „einfachen Fliegen“ inzwischen gekommen ist, das haben die Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) für die englischsprachige Studie »Quo vadis 3 D-Mobility« genauer untersucht.

Die Studie beschäftigt sich sowohl mit allgemeinen Zielen urbaner Mobilität als auch mit konkreten technologischen Fragestellungen rund um 3 D-Mobilität, mit organisatorischen Aspekten wie dem Aufbau einer adäquaten Infrastruktur sowie den Stakeholdern, die für die Umsetzung von Flugtaxis an einen Tisch gebracht werden müssen.

Reifegrade und Einsatzbereiche

Was den Reifegrad der Technologien für 3 D-Mobilität betrifft, kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich einige noch in der Entwicklung befinden, aber einzelne Technologien bereits einen sehr fortgeschrittenen und anwendungsnahen Reifegrad aufweisen. Untersucht wurde auch die Eignung verschiedener Antriebstechnologien, die rein auf Batterien, Wasserstoff oder konventionellen Treibstoffen basieren, für unterschiedliche Anwendungsfälle. Bezüglich des Start- und Landevorgangs betrachten die Studienautoren sowohl Senkrechtstarter (Vertical Take-Off and Landing, VTOL) als auch Konzepte, die eine Startbahn erfordern (Short Take-Off and Landing, STOL).

Sechs Anwendungsfälle

Für einen Realitätscheck haben die Forschenden verschiedene Anwendungsszenarien durchgespielt und dabei anhand von „Customer Journeys“ praxisnah erlebbar gemacht, wie der Alltag mit einem Flugtaxi von der Buchung bis zum Aussteigen aussehen könnte. Skizziert wurden die Use Cases „Urbanes Lufttaxi“, das Lufttaxi als „Luftrettungsdienst“, „Fähren-Ersatz“, und „Flughafen-Shuttle“ sowie das „individuelle Flugauto“. In den Szenarien werden die Relevanz der jeweiligen Lösung untersucht, die Zielgruppen definiert, und die Eignung der verschiedenen Technologien bewertet. Um den Einsatz noch konkreter greifbar zu machen, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Routen und Verkehrsströme der Metropolregion Stuttgart analysiert.

Studienautor Daniel Duwe forscht seit einigen Jahren zum Thema „3 D-Mobilität“ und hat auch kürzlich seine Promotion dazu eingereicht. Für ihn stellen gesetzliche Vorgaben, die Steuerung des Flugverkehrs sowie die Errichtung von urbaner Infrastruktur, insbesondere von so genannten Vertiports zum Starten und Landen, die größten Hürden bei der Umsetzung der Produkttechnologie dar. So kann es auch noch einige Jahre dauern, bis Flugtaxis abheben. „In progressiven Regionen dieser Welt, in denen Gesetze und Infrastruktur schnell anpassbar sind, können Flugtaxis aber vielleicht schon in wenigen Jahren zum Einsatz kommen“ schätzt Duwe.

Die Studie liegt komplett zum Download vor: publica.fraunhofer.de >>

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial von Fraunhofer IAO

Autor: jst

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07.01.2020 11:18