20.07.2018 - 14:41

Strategiedialog Baden-Württemberg: vom Automobilland zum Mobilitätsland

„Die Megatrends Elektrifizierung, Digitalisierung, autonomes Fahren und Sharing-Modelle haben uns mitten in ein neues Mobilitätszeitalter katapultiert. Deshalb sind wir im Mai 2017 mit einem einmaligen Format, einem Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aufgebrochen, um die Transformation der Automobilwirtschaft in Baden-Württemberg zum Erfolg zu machen: für die Unternehmen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land, aber auch für unsere Umwelt und Gesundheit“, lässt sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an das Treffen zum Strategiedialog Automobilwirtschaft BW zitieren. In Stuttgart traf sich am 20. Juli 2018 der Ministerpräsident mit Daimler-Boss Dieter Zetsche und Porsche-Chef sowie dem Bosch-CEO Volkmar Denner, Roman Zitzelsberger von der IG Metall und Frank Mastiaux des Energieversorgers EnBW. Ziel ist der Wandel des Industrie- und Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg vom Automobilland zum Mobilitätsland.

Die Projektphase beginnt

Der Strategiedialog Automobilwirtschaft BW ist insgesamt auf sieben Jahren angelegt. Das Treffen am 20. Juli 2018 markiert den Start des zweiten Jahres, in dem die Projekt-Phase beginnen soll. „Das Land Baden-Württemberg hat zwölf Pilotprojekte gestartet und investiert dafür insgesamt 20 Millionen Euro“, so Winfried Kretschmann. Dazu gehöre zum Beispiel ein Technologie-Kalender, der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) anhand eines Zeitplans Orientierung geben kann, wie sich der Transformationsprozess der Automobilwirtschaft mittelfristig vollziehen könnte. Über die Mittelstandsoffensive Mobilität (MOM) können KMU, die nachhaltige Mobilitätsprodukte und -dienstleistungen planen, bereits bürokratiearm Finanzierungslücken mit dem Innovationsgutschein ,Hightech Mobilität‘ schließen.

Ein Beispiel für die Implementierung des Wandels im Ländle ist dann auch der Ideenwettbewerb zu „Mobilitätskonzepten für den Emissionsfreien Campus“. Ziel ist es, umweltfreundliche Mobilitätslösungen auf den stetig wachsenden Campus-Arealen baden-württembergischer Hochschulen zu entwickeln.

Die Projekte seien zahlreich, heißt es in einer Pressemeldung des Bundeslandes. „Beispielsweise wird ab 2019 über das Projekt SAFE eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen. Das bedeutet: alle zehn Kilometer steht im ganzen Land eine Elektro-Ladesäule, alle 20 Kilometer eine Schnellladesäule“, wird Ministerpräsident Kretschmann zitiert. Darüber hinaus fördert man gemeinsam mit dem Bund zwei geplante Forschungsprojekte zu Batteriezellen.

Mit Bürgerdialogen müsse man aber auch die Menschen – vom Arbeitnehmer über die Unternehmenschefin bis zum Endkunden – mitnehmen. Weil der Wandel nicht nur eine wirtschaftliche und technologische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung ist und sich die Arbeits- und Lebenswelt rasant verändere, müssten sich die Veränderungen auch in den Bildungsangeboten widerspiegeln. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen egal welchen Alters im Privaten wie im Beruflichen nicht den Anschluss verlieren, wenn Mobilität sich zunehmend digital abspielt – sei es beim Lösen eines Zugtickets oder beim Programmieren der neuesten Mobilitätsapp“, erklärte der grüne Landesvater.

Der Strategiedialog im Überblick

Im Rahmen des siebenjährigen Programms liefern die Beteiligten unterschiedlichsten Input. Der Strategiedialog Automobilwirtschaft BW startete mit einer Auftaktveranstaltung im Mai 2017 in Stuttgart. Zunächst wurde danach die Arbeitsstruktur festgelegt, deren Hauptbestandteil sechs Themenfelder und ein Querschnittsfeld darstellen: Forschung und Entwicklung, Produktion, Zulieferer (I), Vertrieb, After-Sales (II), Energie (III), Digitalisierung (IV), Verkehrslösungen (V), Forschungs- und Innovationsumfeld (VI), Querschnittsfeld Gesellschaft und Mobilität (VII). Jedem Themenfeld steht ein Mitglied der Landesregierung sowie ein Co-Lead aus Unternehmen, Wissenschaft oder Nicht-Regierungs-organisationen vor (s. Anlage Statementblatt). Jährlich treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Unternehmensleitungen, der Wissenschaft, der Arbeitnehmervertretungen und der Zivilgesellschaft, um die bisherigen Fortschritte und das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach einer einjährigen Start- und Projektierungsphase geht der SDA nun in die Projektphase I (2018 bis 2020) und nach einer Bilanzkonferenz in die Projektphase II (2020 bis 2024) über.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial des Staatsministeriums Baden-Württemberg

Autor: jst

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