18.12.2020 - 08:48

Sicherheit bei fahrerlosen Bahnsystemen

Der TÜV Rheinland will das sicherstellen und prüft dafür bspw. die Entwicklungs- und Produktionsprozesse der Zulieferer, die Qualifikation der beteiligten Fachleute, die bauliche Umsetzung, die eingesetzte Hardware und Software und letztlich den laufenden Betrieb durch die Begleitung von Inbetriebnahme-Tests und Testfahrten.

Fahrerlose, vollautomatisierte Bahnsysteme nehmen weltweit zu, in Deutschland sind seit Jahren zwei U-Bahn-Linien in Nürnberg in Betrieb sowie weitere Systeme an den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und München. Ein Konzept, das viele Bahnbetreiber bei geplanten Neubauten oder in bestehenden Schienennetzen zukünftig ebenfalls umsetzen möchten – etwa in Hamburg, Frankfurt oder Berlin. TÜV Rheinland begleitet die Realisierung und Zulassung dieser Systeme seit Jahrzehnten und bietet umfängliche Begutachtungsdienstleistungen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die funktionale Sicherheit, damit die fahrerlosen Bahnen auch in Notfallsituationen die richtigen Entscheidungen treffen.

„Deutschland ist ein Eisenbahnland. Anders als bei Neubauprojekten auf Freiflächen in anderen Ländern gibt es hier eine bestehende Schieneninfrastruktur mit entsprechend vielen Technikvarianten und Fahrzeugen“, sagt Peter Wigger, Experte für Bahntechnik von TÜV Rheinland. Diese auf die Bedürfnisse von vollautomatisierten Systemen umzurüsten, ist sehr komplex. Die Bahnbetreiber erkennen schnell die Herausforderungen und sind auf die Unterstützung von unabhängigen Fachleuten angewiesen.“

Je nach Kundenwunsch begleitet und zertifiziert TÜV Rheinland vom Fahrzeugkauf bis hin zu Testfahrten oder einer wirkungsvollen Cybersecurity-Strategie. Geprüft werden dabei beispielsweise die Entwicklungs- und Produktionsprozesse der Zulieferer, die Qualifikation der beteiligten Fachleute, die bauliche Umsetzung, die eingesetzte Hardware und Software und letztlich der laufende Betrieb durch die Begleitung von Inbetriebnahme-Tests und Testfahrten. „Bei den Testfahrten denken wir uns unterschiedliche Szenarios aus, die das System bestehen muss. Was passiert etwa bei einem Zwischenfall im Tunnel? Funktionieren die Notleitsysteme und Rauchabzugsventilatoren? Was passiert, wenn jemand die Notbremse zieht? Fährt der Zug dann auf dem kürzesten Weg in den nächsten Bahnhof ein? Funktionieren die normalen und die Notfalltüren am Bahnsteig?“, beschreibt Wigger einige Prüfungskriterien.

Eine Vielzahl dieser Dienstleistungen kommt auch bei teilautomatisierten Systemen mit Fahrerinnen oder Fahrern zum Einsatz. So wird beispielsweise das Brems- und Beschleunigungsverhalten von Zügen oftmals durch eine Software gesteuert, die sich exakt nach der geplanten Ankunftszeit richtet. Das kann nicht nur einen reibungsloseren Zugverkehr ermöglichen, sondern spart auch bis zu 25 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Systemen ein.

Autor: jst

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18.12.2020 08:19