31.03.2022 - 09:08

Projekt AirPortMover abgeschlossen

Nach rund dreijähriger Forschungs- und Entwicklungszeit hat der LiDAR-Spezialist Ibeo zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Airbus das Projekt AirPortMover abgeschlossen. Im Fokus des Projektes stand der fahrerlose Transport von Personen, wie z.B. Flugzeugcrews, auf dem Roll- bzw. Vorfeld.

Nach rund dreijähriger Forschungs- und Entwicklungszeit hat der Hamburger Lidar-Spezialist Ibeo Automotive Systems GmbH zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Airbus Operations das Projekt AirPortMover mit einer Livepräsentation auf dem GATE InnoAirport Rostock-Laage erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus des Projektes stand dabei der fahrerlose Transport von Personen, wie zum Beispiel Flugzeugcrews, auf dem Roll- bzw. Vorfeld.

Ibeo lieferte als Spezialist sowohl Lidar-Sensoren, die dazugehörige Software und begleitende Systeme. Das Unternehmen, an dem Zulieferer ZF einen signifikanten Anteil hält, bietet darüber hinaus sowohl Lösungen für den individuellen Straßenverkehr als auch für Logistik, Schiene oder in sich geschlossene Umgebungen wie etwa Flughäfen.

Die Kieler Universität hat sich unter anderem den Fragen zur nachhaltigen und innovativen Entwicklung von Mobilität verschrieben. Ein Schlüsselaspekt bei der Einführung autonomer Verkehrsmittel ist deren sichere Funktionsweise und hohe Vertrauenswürdigkeit. Die Arbeitsgruppe „Zuverlässige Systeme“ unter der Leitung von Professor Dirk Nowotka stellt sich diesem Projektthema insbesondere vor dem Hintergrund von Zulassungsverfahren.

Airbus begleitete das Projekt mit wichtigen Informationen zu den Themen Prozessabläufe auf dem Airport-Vorfeld, Anforderungen an die Kommunikation zwischen Flughafentower und autonomem Fahrzeug sowie der dafür benötigten Infrastruktur.

Die Innovationsplattform GATE InnoAirport bot für das Projekt auf dem Flughafen Rostock-Laage eine Testumgebung unter Realbedingungen.

Zum Projektabschluss auf dem Flughafengelände zeigten die Projektpartner Lösungen für komplett autonom fahrende Fahrzeuge unter den besonderen Herausforderungen und Sicherheitsbedingungen eines Flughafenvorfelds.

„Seit dem Projektstart im Jahr 2018 hat sich die Technik in einer hohen Geschwindigkeit weiterentwickelt. Das war sehr spannend, aber auch eine echte Herausforderung. So haben wir im Sensorbereich von Anfang an auf eine Kombination aus Ibeos Solid-State-Lidar-Sensoren und Kameras gesetzt“, sagt Max Stehn, der als Projektmanager Autonomous Driving für Ibeo projektverantwortlich war. „Solid-State-Sensoren sind wesentlich kompakter und wartungsärmer als konventionelle Lidar-Sensoren und kommen ohne bewegliche Teile aus. Gleichzeitig bieten Sie eine größere vertikale Abdeckung des Umfelds, das heißt, sie erkennen auch zuverlässig Objekte, die höher als sie selbst positioniert sind – etwa Leitwerke von Flugzeugen. Mit den ibeoNEXT-Sensoren haben wir eine 360-Grad-Abdeckung realisiert, um sowohl statische als auch dynamische Hindernisse rund um das Fahrzeug zu erkennen. Dies ist besonders wichtig bei der Annäherung an ein Flugzeug.“

Herausforderungen gäbe es allerdings noch im Bezug auf die große Menge von Daten, die in Echtzeit verarbeitet und dann an die jeweiligen Fahrzeugfunktionen weitergegeben werden müssen. „Mit der schnellen Entwicklung der Rechnerleistungen und möglichen Verlagerungen von Rechenleistungen in die Cloud sind diese technischen Hürden jedoch absehbar in den Griff zu bekommen“, so Stehn weiter.

Im Rahmen einer Livepräsentation manövrierte eine ausgerüstete Mercedes V-Klasse vollautonom verschiedene TestkandidatInnen über das Rollfeld zu verschiedenen Flugzeugmodellen.

„Wir haben im Team bewiesen, dass die heutige Technologie in der Lage ist, die komplexen Herausforderungen von Objektlokalisierungen auf kleinstem Raum sicher und zuverlässig zu gewährleisten. Das gelingt beispielsweise auf dem Vorfeld, wo Shuttlefahrzeuge an Flugzeuge herangeführt werden. Ich bin mir sicher, dass wir und die Projektpartner:innen in diesem Bereich und aus diesem Projekt in der nahen Zukunft weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen werden“, so Professor Dirk Nowotka von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

„Als Ideengeber für den weltweiten Flugverkehr und Innovationstreiber für den Flughafenbetrieb liegt unser Schwerpunkt auf der komfortablen und nachhaltigen Reise des Fluggastes mit Gepäck, von der Ankunft am Flughafen und der dort verbrachten Zeit bis zum Ein- und Aussteigen, einschließlich des Transfers, sowie auf dem effizienten Transport von Fracht. Automatisierung ermöglicht genau das – und zwar in vielen Bereichen. Im Falle des AirPortMovers kommt eine wichtige Sicherheitskomponente dazu – hier entkoppelt Automatisierung die Mobilität in einem sicherheitsrelevanten Bereich von menschlichen Schwächen, wie etwa kurzfristigen Unaufmerksamkeiten. Ich bin stellvertretend für das gesamte Team sehr stolz darauf, diesem wichtigen Projekt hier auf dem Gelände des GATE InnoAirports eine entsprechende Bühne gegeben haben zu können“, freut sich Kevin Fischer, Innovation Manager des Verbands der Flughafenausrüster GATE, abschließend.

Autor: jst

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