12.02.2020 - 07:28

Pilotprojekt „Mobilität neu denken“ gestartet

Das CeRRI des Fraunhofer IAO entwickelt ein integriertes Mobilitätskonzept für den Bayerischen Wald. Dabei sollen vielfältige Gruppen frühzeitig in die Erstellung eingebunden werden. Gefördert wird das Forschungsvorhaben vom Freistaat Bayern.

Wenn Veränderungen anstehen, die wesentlichen Einfluss auf das tägliche Leben und die Gewohnheiten von vielen Bürgerinnen und Bürgern haben, ist deren Akzeptanz für die Veränderung ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Vor diesem Hintergrund erforschen die Expertinnen und Experten des Centers for Responsible Research am Fraunhofer-Institut IAO mit wissenschaftlichen Methoden, wie man bei der Entwicklung von Projekten, Produkten oder Dienstleistungen frühzeitig und möglichst vielseitig die verschiedenen Nutzergruppen mit einbindet.

Mobilitätskonzept für den Bayerischen Wald

Im Mittelpunkt des Projekts „Mobilität neu denken“ steht die Frage: Was brauchen die Menschen und welche Wünschen haben sie für die Zukunft der Mobilität in ihrer Heimat? Die Region wurde u.a. deshalb für die Studie ausgewählt, weil dort in der Regel weitere Distanzen zurückgelegt werden und oftmals auf das Auto zurückgegriffen wird. Außerdem besteht bereits ein grundsätzliches Mobilitätsangebot, zusammengesetzt aus Linienverkehr, Rufbussen und Zügen. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt als Pilotprojekt für ländliche Räume.

Für das Forschungsvorhaben arbeiten u.a. die Akademie für Technikwissenschaften acatech, die Landkreise Freyung-Grafenau, Regen und Passau sowie die Stadt Passau sowie die Forschungsteam aus den zwei Fraunhofer-Instituten IAO und IML zusammen. Insgesamt wird ein neuartiger Prozess entwickelt zur Erstellung eines ganzheitlichen, zukunftsorientierten Mobilitätskonzepts für die Region Bayerischer Wald. Am 20. Januar 2020 fiel der Startschuss für das Projekt. Dabei sollen vielfältige Gruppen frühzeitig in die Erstellung eines integrierten Mobilitätskonzepts für die Region eingebunden werden.

Aktive Mitgestaltung

Bis Oktober 2020 sollen in Dialogformaten 80 Bürgerinnen und Bürger der Region Bayerischer Wald sowie weitere ca. 200 Teilnehmende im Rahmen eines Online-Dialogs die Möglichkeit haben, die Zukunft der Mobilität der Region selbst mit zu gestalten. Die Bedarfe, Ziele und Anforderungen der Menschen werden fortlaufend auf ihre Machbarkeit geprüft und weiterentwickelt. Dabei berücksichtigt das Projektteam bestehende Mobilitätsangebote, baut auf Untersuchungen zur Mobilität in der Region auf und vernetzt Verwaltung, Unternehmen, Forschung und gesellschaftliche Organisationen miteinander. Doch die Region soll nicht nur von den Erkenntnissen profitieren, die aus dem Projekt gewonnen werden. Besonders die neu entstandenen Schnittstellen, die das Netzwerken und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kommunen ermöglichen, seien von einer elementaren Bedeutung für die zukünftige Umsetzung von Mobilitätskonzepten im Bayerischen Wald, heißt es in einer Pressemitteilung des Fraunfofer IAO.

„Wir haben in vielen vorhergehenden Projekten die Erfahrung gemacht, dass im Dialog mit den von der Entwicklung betroffenen Menschen, diese häufig ganz neue Aspekte einbringen, die wesentlich für den späteren Erfolg waren“ so Projektleiter Fabian Schroth vom Fraunhofer IAO. Das neu entwickelte Konzept umfasst die verschiedenen Mobilitätsbereiche aus der Region: den öffentlichen Nahverkehr, den Schienenbezogenen Nahverkehr, das Auto, sowie das Fahrrad. Ein elementarer Teil des Konzepts sind demnach verschiedene Zukunftsszenarien. Es werden unter anderem Ideen für den öffentlichen Personennahverkehr gesucht, welche auf digitale und kommunenübergreifende Lösungen abzielen.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerialdes Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Autor: jst

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12.02.2020 07:39