10.11.2021 - 08:51

Neues Projekt: Shared-Mobility-Angebote für den Rhein-Sieg-Kreis

Im Rhein-Sieg-Kreis soll eine offene Mobilitätsinfrastruktur entwickelt und erprobt werden. Ziel des Projektes OMI ist es, Shared-Mobility-Angebote bereitzustellen, bestehende Angebote zu vernetzen und den Nutzern eine angebotsübergreifende Mobilität zu ermöglichen.

Für eine erfolgreiche Mobilitätswende ist der Wandel vom motorisierten Individualverkehr hin zu intermodaler Fortbewegung mittels alternativer Mobilitätsangebote notwendig, heißt es seitens der Wissenschaft. Sowohl auf der Angebots- als auch Nachfrageseite bestehen jedoch große Hürden, die diesen Paradigmenwechsel enicht leicht machen. Im Projekt OMI soll deshalb eine offene Mobilitätsinfrastruktur entwickelt werden, die die Bereitstellung neuer Shared-Mobility-Angebote ermöglicht, bestehende Angebote vernetzt und NutzerInnen somit eine angebotsübergreifende Mobilität ermöglich.

Es ist geplant, das unübersichtliche Angebot in einer App zusammenzuführen und insbesondere auch den Ausbau neuer Mobilitätsformen in weniger dicht besiedelten Regionen zu unterstützen. Entwickelt wird die offene Mobilitätsinfrastruktur von den Start-ups Reboot Mobility GmbH und open.INC GmbH und soll in den Städten Sankt Augustin und Hennef erprobt werden. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Universität Siegen.

Es ist bekannt, dass lokalen AkteurInnen vor allem die technologische Infrastruktur für die Bereitstellung von Shared-Mobility-Angeboten fehlt, während kommerzielle Anbieter ihre Fahrzeuge vorwiegend im städtischen Raum anbieten. Zudem stehen die nutzenden Perosnen vor der Herausforderung, für jede Teilstrecke notfalls die App mehrerer Anbieter koordinieren zu müssen. Es liegt noch kein Gesamtkonzept vor, das bereits bestehende Angebote wie das des ÖPNV vernetzt.

Das Projekt OMI soll eine digitale Infrastruktur schaffen, die aus drei Mensch-Technik-Schnittstellen und einer Middleware besteht. Lokale AkteurInnen können mittels eines Self-Service-Portals selbst Shared-Mobility-Angebote bereitstellen und BürgerInnen erhalten mit dem Mobilitätsassistenten eine App, die einen nahtlosen Zugriff auf das gesamte Mobilitätsangebot der Region bietet und das Smartphone zum digitalen Fahrzeugschlüssel werden lässt. Darüber hinaus werden bestehende Angebote über offene Schnittstellen vernetzt und erzeugen so ein angebotsübergreifendes Mobilitätserlebnis.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg begleitet das Projekt OMI als wissenschaftliche Partnerin und koordiniert die Studien zur Nutzerakzeptanz sowie den Transfer im Projekt. Zudem hat sie einen Forschungsschwerpunkt im Machine Learning für nutzerzentrierte Mobilitätsplanung und unterstützt den Entwicklungsprozess auf diesem Gebiet. „Im ländlichen Raum werden neue Mobilitätsangebote nicht nur durch eine mangelnde Vernetzung, sondern insbesondere auch durch eine fehlende technologische und organisatorische Infrastruktur erschwert. Mit OMI möchten wir diese Herausforderungen adressieren und gemeinsam mit Städten im Rhein-Sieg-Kreis technische und organisatorische Hürden für das Teilen von Fahrzeugen reduzieren“, sagt Prof. Dr. Alexander Boden, Projektleiter an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Die Forschungsgruppe Verbraucherinformatik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat bereits thematisch angrenzende Vorläuferprojekte zum nutzerzentrierten Carsharing durchgeführt („Einfach teilen“). Drüber hinaus wurden im Forschungsprojekt „CarBits.de“ Potentiale von Connected-Car-Technologien untersucht. Die Forschungsgruppe arbeitet seit Januar dieses Jahres daran, mit Hilfe von Daten die Steuerung, Planung und Optimierung von Mobilitätsangeboten zu vereinfachen und damit Entscheidungen im Mobilitätskontext in den Regionen Köln und Bonn zu unterstützen. Ebenfalls unterstützt das Team die Entwicklung nachhaltiger und bedarfsgerechter Mobilitätskonzepte und deren Erprobung in ländlich geprägten Regionen.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem 1. September 2021 drei Jahre lang gefördert. Das Gesamtfördervolumen des Projekts beträgt eine knappe Million Euro.

Autor: jst

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10.11.2021 08:03