05.10.2021 - 08:28

Neues Kollisionswarnsystem für Hamburger Ampeln

Ein Kollisionswarnsystem von Continental, das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom, der Vitronic Dr. Ing. Stein Bildverarbeitungs GmbH und der Stadt Hamburg weiterentwickelt wird, warnt per Smartphone in Echtzeit vor Kollisionen. Hierfür wird Verkehrsweg der kommenden fünf Sekunden aus GPS- und Geschwindigkeitsdaten von Autos und Smartphones in einem Cloud-Rechner der Telekom in unmittelbarer Nähe berechnet.

BesucherInnen des ITS World Congress 2021 können u.a. erleben, wie ein Kollisionswarnungssystem von Continental als digitaler Schutzengel zukünftig für effizienten Schutz gefährdeter VerkehrsteilnehmerInnen sorgen könnte. Das System, das in Zusammenarbeit mit Continental, der Deutschen Telekom, der Vitronic Dr. Ing. Stein Bildverarbeitungs GmbH und der Stadt Hamburg weiterentwickelt wird, warnt per Smartphone in Echtzeit vor Kollisionen. Hierfür wird der Verkehrsweg der kommenden fünf Sekunden aus GPS- und Geschwindigkeitsdaten von Autos und Smartphones in einem Cloud-Rechner der Telekom in unmittelbarer Nähe errechnet.

Dafür nutzt das System in Kreuzungsbereichen Daten detektierter Verkehrsobjekte von Vitronic sowie Ampeldaten und eine genaue digitale Karte, welche durch die Stadt Hamburg bereitgestellt werden. Die Warnung vor einem drohenden Zusammenstoß wird über das Low Latency Network der Deutschen Telekom in Echtzeit an VerkehrsteilnehmerInnen, die eine entsprechende App von T-Systems auf ihrem Smartphone haben, gesendet. Dadurch soll die Technologie vor allem besonders gefährdete, nicht motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen wie FußgängerInnen, Fahrrad-, Scooter-, aber auch AutofahrerInnen vor Unfällen schützen. Die Lösung wird derzeit im Rahmen des Pilotprojekts Reallabor Hamburg live erprobt und ist auf der Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) errichtet.

„Die Herausforderung war bisher, dass die Sensorik abhängig von den Sichtverhältnissen nicht alle Personen rund um das Fahrzeug erfasst. Daher ist die Konnektivität über die Cloud ein wesentlich effektiverer Weg, eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern zu erreichen und zu schützen“, sagt Dr. Karsten Michels, Leiter der zentralen Vorentwicklung bei Continental.

Die Anwendung benötigt keine dedizierte Hardware und soll sich daher einfach in Apps der Deutschen Telekom oder städtische Mobilanwendungen, etwa der kommunalen Verkehrsanbieter, einbinden lassen. Im Fahrzeug wird die Kollisionswarnung in die Fahrzeugfunktionen integriert, sodass AutofahrerInnen unmittelbar vor drohenden Unfällen gewarnt werden.

„Die Voraussetzungen, dass solch ein System funktionieren kann, sind der hohe Grad an Vernetzung und die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung,“ sagt Oliver Bahns, verantwortlich für Connected Mobility bei T-Systems. Autos und RadfahrerInnen übermitteln ihre Daten zu Position und Beschleunigung in die Cloud-Rechner der Telekom. Sie berechnen die Wege für die nächsten fünf Sekunden und senden bei drohender Kollision eine Warnung an das Auto und auf das Endgerät der Person. Damit diese Informationen möglichst schnell beide Verkehrsteilnehmer erreicht, kommt immer der Cloud-Rechner im Mobilfunknetz zum Einsatz, der am dichtesten am Ort der möglichen Kollision liegt. Das sogenannte Multi-Access Edge Computing verarbeitet das GPS-Signal in Kombination mit anderen Positionsbestimmungs- und Navigationsdaten, um das Smartphone der Verkehrsteilnehmer mit der Genauigkeit von unter einem Meter zu orten. In weniger als einer Sekunde werden alle an einem möglichen Unfall Beteiligten benachrichtigt. Dies geschieht entweder durch eine Warnung des Assistenzsystems im Auto oder eine visuelle und akustische Nachricht mit Vibrationsalarm auf dem Smartphone, die auch an Smartwatches weitergeleitet werden. So können die NutzerInnen blitzschnell reagieren und einen Unfall verhindern.

Intelligente Kreuzung

Gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg haben Continental, Deutsche Telekom und Vitronic die Anwendung in einer Straßenkreuzung in Hamburg realisiert. Hier überblickt die infrastrukturseitig von Vitronic installierte und betriebene IDTE-Lösung (Intelligent Detection and Tracking Equipment) die komplette Kreuzung und stellt die den beobachteten Verkehrsobjekten entsprechenden Daten Continental zur Verfügung. Die Interaktion mit den VerkehrsteilnehmerInnen übernimmt das Kollisionswarnungssystem von Continental. Im Kreuzungsbereich greift das System auch auf Ampelschaltungsdaten der Stadt Hamburg zu, sodass es NutzerInnen warnen kann, die zum Beispiel trotz roter Ampel auf die Kreuzung zufahren. Die Lösung erfasst sogar Beinahe-Unfälle, was VerkehrsplanerInnen nutzen können, um den innerstädtischen Verkehr sicherer zu gestalten und Unfallschwerpunkte zu entschärfen.

Alle Kooperationspartner – Continental, Deutsche Telekom und Vitronic – stellen die Lösung auf dem ITS World Congress vor. Die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Technologie soll 2024 für den Massenrollout zur Verfügung stehen.

Autor: jst




Aktuelle Termine

ELIV 2021

Zum Termin

Automotive Computing Conference

Zum Termin

25th International Automobil-Elektronik Kongress 2021

Zum Termin
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/tests-and-research/neues-kollisionswarnsystem-fuer-hamburger-ampeln/
05.10.2021 08:09