31.08.2021 - 08:52

Neue Studie zu InCar-Audiosystemen

InCar-Infotainmentsysteme werden smarter und vernetzter. Das zeigt die Studie „Switch On: InCar-Audiosysteme“ von Vaunet und der Landesanstalt für Medien NRW. Dabei stellen eine untersuchten Infotainmentsystem weiterhin das Radio- und Audioangebot in den Mittelpunkt.

Anschnallen, Sound aufdrehen, losfahren: Radio hören und Auto fahren gehören einfach zusammen, meint man zumindest bei Vaunet, dem Verband der privaten audiovisuellen Medien in Deutschland, und der Landesanstalt für Medien NRW. Das zeigt sich demnach auch in den Fahrzeugen neuester Generation, die über immer intelligentere Kommunikations- und Unterhaltungssysteme verfügen und dennoch das Radio- und Audioangebot in den Mittelpunkt stellen.

Neben den linearen Angeboten über UKW, DAB+ und IP-Streaming lassen sich über die Cockpits der neuen Fahrzeuggenerationen auch non-lineare Abruf-, Podcast- oder Musikstreaming-Angebote nutzen – zum Teil über herstellereigene Systeme, vor allem aber über die Vernetzung mit dem Smartphone, die in allen neueren Fahrzeugen mittlerweile Standard ist. Das sind wesentliche Ergebnisse der von Vaunet und der Landesanstalt für Medien NRW veröffentlichten Studie „Switch On: InCar-Audiosysteme“.

Studienergebnisse

In allen untersuchten Fahrzeugmodellen ist Radio im Infotainmentsystem fest integriert. Ein UKW-Empfang ist in allen Fahrzeugen möglich. 87,5 % der analysierten Infotainmentsysteme verfügen inzwischen zudem über DAB+ und rund 50 % über ein fest integriertes Internet-Radio, das IP-Streams auch ohne Smartphone-Koppelung ermöglicht. Alle Modelle bieten darüber hinaus die Möglichkeit, ein Smartphone mit dem Infotainmentsystem zu koppeln. Die verbreitetste Koppelungslösung ist Apple CarPlay (91,7 %), gefolgt von Android Auto (79,2 %) und MirrorLink (25,0 %). In rund einem Drittel der Systeme sind bereits Musikstreaming-Dienste integriert. Spitzenreiter ist Spotify vor Napster und Amazon Music. Als Alternative zum markeneigenen Sprachassistenten warten rund ein Drittel der untersuchten Fahrzeugmodelle mit Amazon Alexa auf und 12,5 % mit Google Home.

Die Analyse der verbauten Infotainmentsysteme zeigt, dass neun von zehn Fahrzeugmodellen (91,7 %) eine eigene Menü-Kachel bieten, um darüber Radio- und Medieninhalte direkt anzusteuern. Darüber hinaus verfügen 45,8 % der analysierten Fahrzeuge über eine physische Taste in der Mittelkonsole zur direkten Ansteuerung von Radio- und Medieninhalten. Über diese Menüpunkte und Tasten werden neben den linearen Radioprogrammen auch Radio- und Audio-On-Demand-Angebote zugänglich gemacht. Die Nutzungsoptionen in den Fahrzeugen werden damit vielfältiger, aber auch komplexer und teilweise unübersichtlicher für die Nutzer.

Alle untersuchten Fahrzeuge haben mindestens ein Display, das auch zur Darstellung von Radio- und Audioinhalten dient. Metadaten von Radio- und Audioinhalten (Sendernamen/-logos, Artist-Cover, Titel, Genre, etc.) sind somit notwendig für die richtige Darstellung und Sortierung von Audioinhalten.

Für den Studienteil „Switch On: InCar-Audiosysteme“ wurden die Infotainmentsysteme in 24 Fahrzeugmodellen von 18 Automobilherstellern der Baujahre 2018 bis 2021 untersucht und dokumentiert: Von Bildschirmgrößen, Steuerungsarten, Radio- & Audio-Zugangswege über integrierte Plattformen und Aggregatoren sowie die Möglichkeiten zur Smartphone-Koppelung bis hin zum Zukunftsthema Auffindbarkeit von Radio, Audio und Plattformen. Umgesetzt wurde die Studie von der MHP Management- und IT-Beratung GmbH mit Unterstützung der Screens GmbH Stuttgart.

Für die zweite von Vaunet betreute Teilstudie „Fast Forward: Zukunft InCar-Audio“ führt der Verband derzeit Interviews mit ExpertInnen aus Radio- bzw. Audio- und Automobilindustrie durch. Der Schwerpunkt liegt auf Strategien, technologischen Entwicklungen und der Nutzung von Daten – etwa Fahrzeug-, Nutzungs- und Metadaten – sowie Kooperationen zwischen der Radio- und Automobilbranche. Die Ergebnisse werden im weiteren Jahresverlauf veröffentlicht.

Beide Vaunet-Teilstudien sind Teil der Gesamtstudie „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“, die im vergangenen Jahr aus dem Branchendialog zum Thema Audio im Auto auf Initiative des Journalismus Lab hervorgegangen ist. Das Forschungsprojekt wird von der Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit Vaunet, RTL Radio Deutschland und dem MedienNetzwerk Bayern durchgeführt. Zudem wird das Projekt inhaltlich von der radio NRW GmbH und der Ford-Werke GmbH unterstützt.

Foto: Rafael Javier auf Pixabay

Autor: jst




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