16.09.2020 - 07:42

Neue Forschungsprojekte für Mobilität der Zukunft

DFG und die Fraunhofer-Gesellschaft fördern sechs neue trilaterale Projekte zum Transfer von Erkenntnissen aus DFG-geförderten Vorhaben in die Wirtschaft. Die Fördersumme beläuft sich auf rund fünf Mio. Euro für einen Zeitraum von drei Jahren. Unternehmen sollen so früh an Innovationen aus der Forschung partizipieren können.

Der Hauptausschuss der DFG sowie der Fraunhofer-Vorstand wählten die sechs Projekte jetzt aus zwölf eingereichten Projektanträgen aus. In den neuen Projekten kooperieren Hochschulen, Fraunhofer-Institute und Unternehmen miteinander. Die jeweils drei Partner der trilateralen Kooperationsprojekte sollen die Ergebnisse der DFG-geförderten Vorhaben auf Grundlage eines gemeinsamen Arbeitsprogramms weiterentwickeln. Ein Projektteil wird von Forschenden einer Hochschule geleitet; die anderen Projektteile sollen entsprechend von Mitarbeitenden der jeweiligen Fraunhofer-Institute beziehungsweise vom jeweiligen Industriepartner verantwortet werden. Die Rechte und Pflichten der drei Partner werden dabei durch einen Kooperationsvertrag geregelt.

Unternehmen sollen so die Möglichkeit erhalten, schon früh an Innovationen aus der Forschung zu partizipieren. Dabei übernehmen die Fraunhofer-Institute die Federführung bei der Verwertung der Projektergebnisse gegenüber den Anwendungspartnern oder bei weiteren Interessenten aus der Industrie. Im Gegenzug wird die Universität mit einem festen Prozentsatz an den Erlösen beteiligt.

Die sechs trilateralen Projekte im Einzelnen:
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulstandorte der DFG-Projekte):

„Technologieentwicklung für die effiziente Produktion von Glaskomponenten im Innen- und Außenbereich von Automobilen der Zukunft“ (Projektleitende: Professorin Dr.-Ing. Stefanie Reese und Professor Dr.-Ing. Reinhold Kneer, RWTH Aachen, Professor Dr.-Ing. Thomas Bergs und Tim Grunwald, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), Aachen; Anwendungspartner: J. Hauser GmbH & Co. KG, Solms)

„Aluminium-Kupfer-Bonddrähte für leistungselektronische Module“ (Projektleitende: Privatdozent Dr.-Ing. Sören Müller, TU Berlin, Professor Dr.-Ing. Martin Schneider-Ramelow, Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Berlin; Anwendungspartner: Hesse GmbH, Paderborn, Vitesco Technologies GmbH, Nürnberg)

„Entwicklung eines Systems zum roboterbasierten CO2-Strahlspanen großvolumiger und geometrisch komplexer Leichtbauwerkstoffe“ (Projektleitende: Professor Dr.-Ing. Eckhard Weidner, Ruhr-Universität Bochum, Professor Dr.-Ing. Eckart Uhlmann und Christian Mohnke, Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), Berlin; Anwendungspartner: CTC GmbH Stade, Stade, FFT Produktionssysteme GmbH & Co. KG, Fulda)

„smartCAST – Digitale Gussteile mit Zustandsüberwachung für autonome Fahrzeuge“ (Projektleitende: Professor Dr.-Ing. Walter Lang, Universität Bremen, Professor Dr.-Ing. Matthias Busse und Christoph Pille, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), Bremen; Anwendungspartner: KSM Castings Group GmbH, Hildesheim, MAGMA Gießereitechnologie GmbH, Aachen)

„Skalierbares THz-Miniaturradar für Industrieanwendungen“ (Projektleitende: Professor Dr.-Ing. Thomas Zwick, KIT Karlsruhe, Dr. Arnulf Leuther, Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF), Freiburg; Anwendungspartner: VEGA Grieshaber KG, Schiltach)

„EMMA4Drive – Dynamisches Menschmodell für das autonome Fahren“ (Projektleitende: Professor Dr.-Ing. Jörg Fehr, Universität Stuttgart, Dr.-Ing. Joachim Linn, Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM), Kaiserslautern; Anwendungspartner: fleXstructures GmbH, Kaiserslautern)

DFG und Fraunhofer haben 2019 erstmals die Förderung von sieben trilateralen Transferprojekten bewilligt. In der diesjährigen zweiten Ausschreibungsrunde waren zunächst 35 Projektskizzen eingegangen. Die Skizzen wurden von einer Begutachtungsgruppe im schriftlichen Verfahren gemäß den Kriterien für trilaterale Transferprojekte bewertet. Ziel war es, im Vorfeld diejenigen Projekte zu identifizieren, die den speziellen Ausschreibungskriterien entsprechen und somit zur Ausarbeitung eines Vollantrags aufgefordert werden sollten. Letztlich wurden 15 Konsortien zur Vollantragstellung aufgefordert und zwölf Anträge eingereicht.

Wegen der großen Resonanz in Wissenschaft und Wirtschaft wurde am 5. August 2020 eine dritte Ausschreibungsrunde gestartet; mit einer Förderentscheidung ist im Juli 2021 zu rechnen.

Foto: Julien Tromeur auf Pixabay

Autor: jst

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16.09.2020 07:27