30.11.2020 - 08:58

Nachwuchs forscht zur nachhaltigen Veränderung von Mobilitätskulturen

Mit Mobilitätsreformen und -konflikten befasst sich ein neues Forschungsprojekt am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig. Geleitet wird es von dem Mobilitätsforscher und Osteuropaexperten Wladimir Sgibnev.

Um globale Nachhaltigkeitsziele wie die Beschränkung der Erderwärmung zu erreichen, müssen sich die Formen und Kulturen der Mobilität grundlegend ändern. Am Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) baut Dr. Wladimir Sgibnev derzeit eine Nachwuchsforschergruppe auf, die mit Förderung durch die Leibniz-Gemeinschaft in den kommenden fünf Jahren Mobilitätsreformen und -konflikte unter die Lupe nehmen wird. Empirisch wendet sich die Gruppe den postsozialistischen Städten zu. „Hier sind die mobilitätsbezogenen Transformationen in den letzten Jahrzehnten besonders prägnant in Erscheinung getreten“, erklärt Projektleiter Wladimir Sgibnev, der am IfL die Forschung zum Thema Mobilitäten und Migration koordiniert.

Gemeinsam mit den Postdoc-Wissenschaftlern Dr. Lela Rekhviashvili und Dr. Lyubomir Pozharliev sowie zwei Doktoranden will Sgibnev den Fokus auf Einflussfaktoren wie Digitalisierung, Modernisierung und Globalisierung richten. Dabei wird eine dekoloniale Perspektive eingenommen, um komplexere Interpretationen sozialen Wandels zu ermöglichen. Das internationale und interdisziplinär besetzte Projektteam ist der Auffassung, dass die bisherigen, als technokratisch und eurozentrisch bezeichneten politischen Strategien inklusiver und sensitiver für die alltäglichen Erfahrungen von Mobilitätsnutzerinnen und -nutzern werden müssen, um Mobilitätskulturen nachhaltig zu verändern.
Hintergrund

Das am IfL eingerichtete Forschungsprojekt Contentious mobilities: rethinking mobility transitions through a decolonial lens ist eines von insgesamt drei Vorhaben, die von der Leibniz-Gemeinschaft im Zeitraum 2020 bis 2025 im Programm „Leibniz Junior Research Groups“ gefördert werden. Das Programm richtet sich an Postdoktorandinnen und Postdoktoranden mit exzellentem wissenschaftlichem Werdegang, die eine Professur oder vergleichbare wissenschaftliche Tätigkeit anstreben. Als Leiterin oder Leiter einer Nachwuchsgruppe erhalten sie die Möglichkeit, eigene Forschungsvorhaben zu realisieren und sich in ihrem jeweiligen Forschungsfeld weiter zu etablieren.

Autor: jst

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