10.07.2018 - 08:25

Logistikzentren prädestiniert für autonome Lkw

Logistikzentren prädestiniert für autonome Lkw

Überschaubarer Verkehr, keine Straßenzulassung von Nöten, kein Zutritt für Unbefugt – Betriebsgelände sind ideale Testfelder für das autonome Fahren. Das Fraunhofer Institut hat das erkannt und entwickelt im Verbundprojekt AutoTruck zusammen mit der Industrie Technologien für autonom fahrenden Lkw in Logistikzentren. Die Erkenntnisse, die daraus resultieren, sollen auch zur Erforschung von selbstfahrenden Fahrzeugen im normalen Straßenverkehr einfließen.

Weil sich die Fahrzeuge in abgegrenzten Gebieten besser kontrollieren lassen, setzen die WissenschaftlerInnen des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI ganz bewusst auf Automatisierungszonen wie beispielsweise Betriebshöfe, Häfen oder Betriebsgelände.

Neben den kontrollierten Bedingungen auf diesem Gelände, sehen die Forscher noch weitere Vorteile. Die autonomen Fahrzeuge, die Tag und Nacht agieren könnten, machen weniger Fehler. Dies würde ebenso wie die Unfallzahlen auch die Kosten senken. Darüber hinaus ist der Online-Leitstand HelyOS („Highly efficient online yard operating system“), das Kernstück der Entwicklung, weltweit über einen Online-Browser bedienbar. Das bedeutet, dass jeder einzelne Operateur beispielsweise aus Hamburg 40 Fahrzeuge in Dresden steuern kann. Er kann zudem über die Leitstelle den genauen Standort, Akku-Füllstand und weitere Status-Infos überwachen. Auch das Schicken von Arbeitsaufträgen an die Fahrzeuge ist möglich.

Weil das Fahrzeug dafür feste Hindernisse einberechnen muss, haben die Forscher die Karte um die entsprechenden Informationen erweitert. Marktgängige elektrische Steuerelemente sind in die Lkw integriert. Über Regelalgorithmen wird der Antrieb und die Lenkung so gesteuert, dass die Soll- und die Ist-Positionen stets übereinstimmen. Wo sich der Lkw in der Automatisierungszone befindet, bestimmt das Ortungssystem des federführenden Partners Götting KG.

„Viele der entwickelten Technologien lassen sich mittel- bis langfristig auf den öffentlichen Straßenverkehr übertragen“, sagt Dr. Sebastian Wagner, Gruppenleiter am Fraunhofer IVI, „so etwa die Regelalgorithmen, die Hinderniserkennung, die Ortungslösung oder auch die Kommunikation zwischen Lkw und Infrastruktur.“

Ein Lkw, der von den Partnern auf Elektroantrieb umgerüstet wurde, wurde im Frühjahr diesen Jahres an das Fraunhofer IVI übergeben. 305 Kilowatt Dauerleistung aus Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien speisen den Elektromotor. Das Fahrzeug, in das noch Sensoren, Aktuatoren und Steuergeräte eingebaut werden sollen, soll in einem Jahr seine erste eigenständige Fahrt unternehmen.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Fraunhofer

Autor: jst

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