13.10.2020 - 07:45

Logistikforschung: Der Hafen als Labor

Das Verkehrsministerium von NRW fördert ein neues Versuchszentrum für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien (HaFoLa) in Duisburg mit 1,5 Mio. Euro. Die neue Forschungsinfrastruktur soll verschiedene Bereiche – vom Anlegen und Festmachen des Schiffs über den Güterumschlag und den Kranbetrieb bis zum Management von Hafenressourcen – ermöglichen.

Deutschland ist Logistikweltmeister, und NRW spielt dabei eine wichtige Rolle – immerhin gelten die Duisburg-Ruhrorter Häfen als weltweit größter Binnenhafen. Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium fördert nun ein neues Versuchszentrum für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien: HaFoLa. Es wird von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) aufgebaut. Das Land finanziert das neue Hafenforschungslabor – Eröffnung voraussichtlich Ende 2021 – mit 1,5 Millionen Euro. Verkehrsminister Hendrik Wüst übergab den Förderbescheid jetzt persönlich.

„Die Mobilität der Zukunft ist digital, vernetzt und automatisiert. Wir wollen, dass die Mobilität 4.0 nicht nur in Nordrhein-Westfalen erforscht, entwickelt und getestet, sondern auch hier produziert und frühzeitig angewendet wird“, so Verkehrsminister Hendrik Wüst bei der Übergabe des Förderbescheides. „Deshalb schaffen wir in Duisburg optimale Bedingungen für die Entwicklung der autonomen Binnenschifffahrt und fördern das Projekt Hafenforschungslabor.“

Die Uni und ihr An-Institut entwickelm mit dem neuen Versuchszentrum in Duisburg ihre Forschungstätigkeiten zum vollautomatisierten Schiffsbetrieb und zur Hafenlogistik weiter. Viele Bundes- und Landesmittel sind bereits in innovative Testumgebungen und Projekte geflossen.

„Mit dem neuen Versuchszentrum werden wir anwendungsorientierte Forschung zu Binnenschifffahrt und Hafenlogistik betreiben, um Lösungen und Prototypen bis zur technischen Machbarkeit zu entwickeln und in das Realumfeld überführen zu können. Das geht vom Anlegen und Festmachen des Schiffs über den Güterumschlag und den Kranbetrieb bis hin zum Management von Hafenressourcen“, erklärt Cyril Alias, er verantwortet den Bereich Logistik & Verkehr am DST und hatte die Idee zu HaFoLa.

HaFoLa wird aus einer 390 qm großen Halle bestehen, in der die Topografie eines Hafens abgebildet ist – samt Hafenbecken, Kaimauer, Schiffsmodellen, Containern und Umschlaggeräten. „Dazu gibt es ein Experimentierlabor, in dem wir untersuchen werden, wie sich die Hafen- und Schifftechnologien weiter digitalisieren lassen“, so Alias.

Denn wollen die deutschen Häfen wettbewerbsfähig bleiben, gehe kein Weg an der schrittweisen Automatisierung vorbei. Um maschinelles Lernen, cyberphysische Systeme und Industrie 4.0-Anwendungen zu erproben, will das DST eng mit dem Lehrstuhl für Mechatronik der Uni zusammenarbeiten.

Aus der Projektbeschreibung: „Konkret sind ein automatisierbarer Hallenkran, eine Containerbrücke, ein Drehkran, ein Reach-Stacker, ein Automated Guided Vehicle (AGV) sowie RoRo-Rampen vorgesehen. Bei den Hafenumschlaggeräten handelt es sich um mechatronische und vollständig automatisierbare Prototypen aus Industriekomponenten.
Außerdem werden das Living Lab „Digital Port“, in dem hardware- und softwaretechnische Entwicklungen im Rahmen zukünftiger Digitalisierungsprojekten entwickelt und erprobt werden sowie ein Modelllager Teil des HaFoLa sein. Das HaFoLa bietet somit ein Laborumfeld für die Grundlagenforschung bis hin zum Nachweis der technischen Machbarkeit sowie der Demonstration innovativer Technologien in der Hafenlogistik.“

Autor: jst

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