14.01.2020 - 09:23

KIT: Innovationscampus „Mobilität der Zukunft“ eröffnet

Von der täglichen Pendelstrecke bis hin zur globalen Handelsschiffsroute: Der Transport von Menschen und Gütern bildet den Kern unserer vernetzten Gesellschaft. Doch Verstädterung, Ressourcenknappheit und Klimawandel wirken sich auch auf den Verkehr aus und erzwingen innovative Weiterentwicklung. Mit dem Innovationscampus „Mobilität der Zukunft“ will das KIT genau da ansetzen.

Am 13. Januar 2020 wurde der neue Campus eröffnet. Ziel ist es, durch exzellente Grundlagenforschung in den Bereichen Mobilität und Produktion neue, bahnbrechende Technologien hervorzubringen. Die ersten beiden Pilotprojekte beschäftigen sich etwa mit emissionsfreien Antrieben und der Additiven Fertigung, also dem Einsatz von 3-D-Druckern nicht nur für hochwertige und einsatzfähige (Leicht-)Bauteile. Hierfür wollen das KIT und die Universität Stuttgart ihre Kompetenzen bündeln, um neue Formen der Mobilität, flexible Produktionstechnologien und zukünftige Wertschöpfungsnetzwerke vorauszudenken und interdisziplinär zu erforschen.

„Wir haben uns in Baden-Württemberg zum Ziel gesetzt, zum Schaufenster einer modernen und nachhaltigen Mobilität zu werden“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Dafür brauchen wir die Wissenschaft, um über die aktuellen industriellen Anwendungshorizonte von Technologien hinauszudenken. Der Innovationscampus ist ein wesentlicher Baustein, um Schlüsseltechnologien für klimafreundliche Mobilität zu entwickeln. Durch exzellente Forschung werden hier auch neue Perspektiven der Wertschöpfung für die Automobilindustrie erschlossen.“

Auf dem Campus sollen auch Konzepte für kleine Fahrzeuge und die dazugehörigen Komponenten erarbeitet werden, die speziell auf die Anforderungen der „First & Last Mile“-Mobilität zugeschnitten sind, also die bedarfsgerechte Verknüpfung von individuellen und öffentlichen Verkehrssystemen. Anhand von Prototypen – beispielsweise von sicheren, smarten, komfortablen Pendler-Mobilen für die Kurzstrecke – sollen die Konzepte der ersten Phase geprüft und demonstriert werden. Emmisionsfreie Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte, die die Digitalisierung ausnutzen, führen zu mehr Effizienz bei Ressourcen und Verkehrsraum, so die Erwartungen. Die Schwerpunkte der weiteren Phasen will man zusammen mit den beteiligten Wissenschaftlern und externen Experten im Rahmen eines Think Tanks bilden.

Der Innovationscampus Mobilität als gemeinsame Initiative des KIT und der Universität Stuttgart. Man setzt auf ein wettbewerbliches, transparentes Verfahren zur Projektauswahl und auf schnelles und flexibles Erproben gänzlich neuer Ansätze, welches nach dem Motto „fail fast and often“ auch das zeitweise Beschreiten von sich später als fehlerhaft erweisenden Wegen ermöglicht – unter der Prämisse, dass man auch aus Fehlern auch etwas lernt. Über die Forschungsarbeit auf dem Campus will man dabei Zukunftsfelder identifizieren, Kooperationsorte, Innovations- und Gründungskultur schaffen, Nachwuchs fördern und die Forschungsstandorte in Baden-Württemberg vernetzen.

Vor Ort arbeiten Karlsruher und Stuttgarter Professoren aus den Gebieten Fahrzeugtechnik, Produktentwicklung, Produktionstechnik, Chemie, Werkstoffe, Elektrotechnik, Flugzeugbau und Werkzeugmaschinen zusammen. Darüber hinaus können themenabhängig, in Kooperation weitere baden-württembergische Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie kleinere und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg mit gemeinsamen Projekten integriert werden. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg fördert den ICM mit zehn Millionen Euro über fünf Jahre. Ergänzend wird die Einrichtung von Nachwuchsgruppen, einer Professur „Laseranlagentechnik“ an der Universität Stuttgart und einer Professur „Digitalisierung der Material- und Prozessentwicklung für Additive Fertigung“ am KIT für zehn Jahre nach dem Fiebiger-Modell unterstützt.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial des KIT

Autor: jst
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14.01.2020 09:14