16.10.2020 - 08:11

Jeder dritte Radweg erfüllt nicht einmal die Mindeststandards

In einer aktuellen Stichprobe hatte der Verkehrsclub ADAC 120 Routen in zehn deutschen Großstädten untersucht, von denen 36 % nicht einmal die jeweilige Mindestbreite erfüllten. Die Regelbreiten erreichte oder überschritt sogar nur jeder fünfte Radweg.

In den vergangenen Jahren ist keine Mobilitätsform so stark gewachsen wie der Fahrradverkehr. Corona hat, das bestätigen inzwischen verschiedene Studien, immer mehr Menschen auf Rad, Pedelec oder E-Bike umsteigen lassen. Der ADAC hat in einer aktuellen Stichprobe geprüft, ob bestehende Radwege den immer größer werdenden Radverkehrsströmen gewachsen sind. Das Ergebnis: Jeder dritte Radweg ist zu schmal und erfüllt nicht einmal die Mindeststandards.

Untersucht hatte der ADAC 120 Routen in zehn deutschen Großstädten. Als Maßstab dienten die geltenden Standards für Regel- und Mindestbreiten, die in den „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA 2010) festgelegt sind. Nach den Empfehlungen sollen zum Beispiel Radwege, die nur in einer Richtung befahren werden dürfen, mindestens 1,6 Meter breit sein, im Regelfall zwei Meter.

Über alle Radwege hinweg konnten im ADAC Test 36 Prozent nicht einmal die jeweilige Mindestbreite erfüllen. Die Regelbreiten erreichte oder überschritt sogar nur jeder fünfte Radweg. Nur Kiel schnitt mit einem guten Gesamturteil ab. Hier ist keine der befahrenen Route durchgefallen, knapp die Hälfte war „sehr gut“ oder „gut“. Anders in Mainz und Hannover: Beide Städte fielen mit „Mangelhaft“ durch den Test. In Mainz waren 70 Prozent der Routen mangelhaft oder sehr mangelhaft, in Hannover 58 Prozent. Die weiteren Städte im Test, wie Bremen, Dresden, Erfurt, München, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden erhielten die Testnote „ausreichend“.

Breitere Radwege erhöhen die Sicherheit für den immer stärker wachsenden Radverkehr. Neben dem klassischen Fahrrad sind auch breite Lastenräder oder Anhänger und seit vergangenem Jahr auch E-Scooter auf den deutschen Radwegen unterwegs. „Daher sollte nach Ansicht des ADAC beim Bau neuer Radwege auf die Einhaltung der Regelbreiten geachtet werden und die Mindestbreite nur eine Ausnahme sein“, so ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. Für viel genutzte Radwege sollten bei der Planung außerdem Breitenzuschläge eingerechnet werden, um etwa sicheres Überholen auch breiterer oder unterschiedlich schneller Fahrzeuge zu ermöglichen.

Neben oft unzureichend breiten Radwegen stellte man beim Abfahren der Strecken auch andere Behinderungen fest: In einigen Städten werden Radfahrerinnen und Radfahrer durch falsch geparkte Autos, wuchernde Pflanzen, Bäume, Masten oder schlecht angebrachte Verkehrsschilder behindert. Auch hier liegt es an den Städten und Kommunen, auf frei befahrbare Radwege zu achten und Verstöße zu ahnden.

Das Ergebnis steht somit in einem klaren Widerspruch zu den aktuellen Entwicklungen. Während zahlreiche Forschungsprojekte, Startups und Handelsunternehmen sowie Logistikfirmen an dem umweltfreundlichen Umbau der „Letzten Meile“ arbeiten, ist die ganz klare Voraussetzung – ordentliche Radwege – ein deutliches Problem. Ein Großteil der neuen Konzepte und Ideen basiert auf funktionisfähigen Radwegen für Lastenräder und auf elektrischen Lastenrädern basierende Fahrzeuge, wie Ono oder Bio-Hybrid.

Autor: jst

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