17.09.2020 - 07:29

Studie: Mehr Platz für Radwege, weniger für Autos

In einer aktuellen Studie zur Umwidmung von Auto Fahrstreifen in geschützte Radwege, zeigt Greenpeace, wie der Radverkehr in 30 deutschen Städten sicherer werden kann. Demnach ist in allen untersuchten Städten ausreichend Platz für ein besseres Fahrradnetz vorhanden.

Wie der Radverkehr in 30 deutschen Städten sicherer werden kann, zeigt Greenpeace in einer neuen Studie zur Umwidmung von Auto Fahrstreifen in geschützte Radwege, sogenante Protected Bike Lanes. Die Untersuchung wendet das Berliner Mobilitätsgesetz von 2018 an, wonach der Ausbau von gut befahrbaren Radwegen Radfahrendeschützen soll. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass in allen untersuchten 30 Städten ausreichend Platz für ein besseres Fahrradnetz vorhanden sein soll. „Für einen sicheren Radverkehr muss der Platz in Städten auf Kosten des Autos neu verteilt werden“, sagt Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace. „Es braucht mehr Mut und Tempo bei der Verkehrswende in Städten, klimafreundliche Verkehrsmittel müssen klar bevorzugt werden. Die Bundesregierung muss den Städten dabei rechtlich und finanziell einen größeren Spielraum verschaffen.“

Laut der Analyse könnten in den 30 deutschen Städten insgesamt 2.747 Kilometer geschützte Radwege auf mehrspurigen Straßen entstehen. Bei einer Breite von 2,5 Metern in beide Richtungen ergibt dies einen Flächenbedarf von knapp 14 Millionen Quadratmetern – das würde einem Sechstel der Stadtfläche entsprechen, die alle zugelassenen privaten Pkw allein zum Parken beanspruchen – rund 85 Millionen Quadratmeter, heißt es in einer Pressemitteilung von Greenpeace.

Für den Umbau von Fahrbahnstreifen in sichere Radwege bis 2024 berechnet die Umweltorganisation Greenpeace Kosten von insgesamt 2,75 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt demnach deutlich über den geplanten Bundesmitteln für den Radverkehr in den kommenden Jahren, da sind bisher 1,4 Milliarden Euro eingeplant. Greenpeace argumentiert: Die Summe beträgt aber nur einen Bruchteil der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Mittel. Dort seien allein rund acht Milliarden Euro pro Jahr für den Ausbau und Erhalt der Bundesfernstraßen vorgesehen. Geschützte Radwege seien vergleichsweise günstig: Für den Bau von einem Kilometer geschütztem Radweg werden rund eine Million Euro veranschlagt, der Ausbau der Berliner Stadtautobahn würde dagegen über 190 Millionen Euro pro Kilometer kosten.

Vom 18. bis 20. September sind bundesweite Aktionstage für sicheren Radverkehr geplant. Deutschlandweit sollen Menschen für eine Verkehrswende mit mehr Platz für sichere Radwege demonstrieren. Ein breites Bündnis aus Initiativen, Fahrrad- und Umweltverbänden organisiert rund um den „Parking Day“ in über 90 Städten eine „Kidical Mass“. Greenpeace-Aktive errichten für diese Fahrrad-Demonstrationen in vielen Städten geschützte Radwege und setzen sich für den Ausbau von Pop-Up Radwegen ein. Zum Weltkindertag und im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche wird ein Umdenken in der Verkehrspolitik gefordert. Die Organisation Kidical Mass will die Menschen für eine nachhaltige Mobilität begeistern.

Die Studie gibt es hier zum kostenlosen Download >>

Foto: Kidical Mass, Hannah Walther

Autor: jst

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17.09.2020 07:44