05.06.2020 - 08:02

Geofencing: FCA partnert mit Turin

Die Behörde für Verkehr, Infrastruktur und Mobilität der italienischen Stadt und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wollen im Rahmen des „Turin Geofencing Lab“ in der Innenstadt die Zufahrtsberechtigungen von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in die verkehrsberuhigten Bereiche steuern.

Partner im Projekt „Turin Geofencing Lab“ sind 5T, ein stadteigenes Unternehmen, das die ZTL-Zugangsberechtigungen verwaltet, Centro Ricerche Fiat, das Entwicklungszentrum der Marke für Antriebsstränge, Fahrzeugsysteme, Materialien und innovative Prozesse zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Fahrzeugmodelle, sowie GTT, der Betreiber der öffentlichen Verkehrsunternehmen in Turin.

Das „Turin Geofencing Lab“ wurde ins Leben gerufen, um die Chance zu nutzen, die sich aus dem technologischen Wandel der Hauptstadt des Piemont ergeben. Wie in anderen sogenannten „Smart Cities“ kommunizieren in Zukunft die Infrastruktur und Verkehrsmittel miteinander. Gleichzeitig werden immer größere Gebiete ausgewiesen, in denen die Umweltbelastung reduziert werden muss. In diesem Komplex spielen Elektrofahrzeuge im Allgemeinen und aktuell vor allem Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Technologie eine wichtige Rolle. Mit der Kombination aus Verbrenner- und Elektromotor werden sie als Schlüsselelemente für den Übergang zu einer neuen urbanen Mobilität angesehen.

In Zusammenarbeit zwischen FCA e-Mobility, der Abteilung des Unternehmens für Elektro-Mobilität, und dem Centro Ricerche Fiat entstand ein noch im Prototypenstadium befindliches System mit vollständig integrierten On-Board-Sensoren, die verkehrsberuhigte Zonen erkennen. Die Bordelektronik eines Hybrid-Fahrzeugs schaltet bei der Einfahrt in einen ZTL-Bereich automatisch den Verbrennungsmotor ab und aktiviert den Elektroantrieb. Im weltweit einzigartigen Pilotprojekt wird unter anderem die Technologie des sogenannten Geofencing erprobt, also die Steuerung von Zugangsberechtigungen mit Hilfe von elektronischer Standortbestimmung. Im Test stehen außerdem die Kommunikationsmethoden der Fahrzeuge mit der Infrastruktur der Gemeinde Turin und den von 5T betriebenen Plattformen zur Verwaltung der ZTL.

Das „Turin Geofencing Lab“ integriert die Elektromobilität in das Management des Stadtverkehrs. Es ermöglicht so Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen – wie beispielsweise dem Jeep Renegade 4xe – in die verkehrsberuhigte Zone im Zentrum von Turin automatisch im Elektro-Modus einzufahren.

In der Praxis ist das „Turin Geofencing Lab“ einfach zu bedienen. Das Telematiksystem an Bord des Fahrzeugs zeigt eine Meldung auf einem entsprechenden Display an und macht den Fahrer darauf aufmerksam, dass er in eine verkehrsberuhigte Zone einfährt. Die Elektronik prüft, ob der elektrische, emissionsfreie Antriebsmodus bereit ist, und aktiviert ihn automatisch. Im Normalfall wechselt das System erst bei der Ausfahrt aus der ZTL automatisch in den Fahrzeugmodus zurück, der vor der Einfahrt aktiviert war. Wird allerdings innerhalb einer ZTL der Fahrmodus in eine nicht-elektrische Stufe geändert, löst das System eine Warnung aus und empfiehlt, wieder in den Elektromodus zu wechseln. Ignoriert der Fahrer diese Empfehlung, wird das Auto durch die von 5T verwaltete digitale Plattform der Stadt Turin anhand der von den Projektpartnern festgelegten Kommunikationsstrategie registriert.

Die Kommunikation zwischen dem Testfahrzeug – das zwischen Elektro- und Benzinbetrieb wechseln kann – und der Verkehrsinfrastruktur erfolgt über das Geofencing-System. Ein Auto mit Hybrid-Technologie profitiert so automatisch von denselben Vorteilen wie ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Das Projekt „Turin Geofencing Lab“ unterstützt das Engagement lokaler Institutionen, im Interesse der Umwelt zu handeln, sowie das Bewusstsein von Fahrzeugbesitzern, zur Verbesserung der Luftqualität in der Innenstadt beizutragen.

Nach Ende der Pilotphase, in der ein Testwagen mit Geofencing-Technologie bereits mehrere hundert Kilometer zurücklegte, wird nun die nächste Stufe des Projektes eingeläutet. FCA liefert zwei Jeep Renegade 4xe an die Stadt Turin, die damit die weltweit erste ist, die mit Autos kommunizieren kann, die im elektrischen Modus durch ihre Straßen fahren.

Die Zusammenarbeit mit 5T ermöglicht außerdem, die Praxistauglichkeit der Technologie zu überprüfen und automatische ZTL-Zugangserkennungssysteme weiter zu entwickeln. Sobald sich die Geofencing-Strategie in Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen bewährt hat, könnten entsprechende Richtlinien implementiert werden. So könnten Fahrzeugen mit Plug-in-Hybrid-Technologie dieselben Rechte zugestanden werden wie rein elektrisch angetriebenen Autos.

Autor: jst

– PODCAST –

Wir starten mit einer neuen Staffel unseres Podcasts und freuen uns über unseren Partner Bosch Service Solutions GmbH. Für den Auftakt dieser Staffel, die 10 Folgen umfassen wird, sprechen dann auch direkt mit Arne Schönfeld. Er ist Head of Sales & Marketing für die DACH-Region bei Bosch Service Solutions. Was müssen die Services rund um die Mobilität leisten und welche Rolle spielt dabei ein Restaurant samt passendem Blumenstrauß? Das beantwortet Arne Schönfeld in der aktuellen Podcast-Folge.
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