30.09.2021 - 08:52

Fraunhofer FOKUS stellt „Location-as-a-Service“ in Hamburg vor

Fraunhofer FOKUS stellt auf dem ITS-Kongress in Hamburg seinen Dienst „Location-as-a-Service“ (LaaS) vor. Die hochgenaue Lokalisierung soll dazu beitragen, Personen mit einem erhöhten Verletzungsrisiko, die zu Fuß, per Rad oder E-Scooter unterwegs sind, besser zu vernetzen. Dazu präzisiert sie die herkömmliche GPS-Lokalisierung mithilfe der Sensoren im Smartphone und Plausibilitätschecks von GPS-Daten von Personen in der Umgebung.

Um AutofahrerInnen vor einer Kollision mit RadfahrerInnen zu warnen, E-Scooter-FahrerInnen vor Straßenschäden, eine blinde Person ins richtige Behördenzimmer oder bis vor die Bustür zu leiten, immer ist eine hochgenaue Lokalisierung elementar wichtig. Fraunhofer FOKUS stellt auf dem ITS-Kongress seinen Dienst „Location-as-a-Service“ (LaaS) auf dem Stand des Projekts „Reallabor Hamburg“ in Halle B2 vor.

Der Verkehr in der Stadt ist vielfältig: Die Menschen sind mit dem Auto, öffentlichen Nahverkehr, Fahrrad, E-Scooter und zu Fuß unterwegs. Digital vernetzt sind demnächst mittels Vehicle-to-X-Kommunikation aber lediglich Autos und die Verkehrsinfrastruktur, wie Ampeln und Schilder. Ausgerechnet Personen mit einem erhöhten Verletzungsrisiko, „Vulnerable Road Users“ (VRU), die zu Fuß, per Rad oder E-Scooter unterwegs sind, bleiben außen vor. Zur Vernetzung dieser VerkehrsteilnehmerInnen soll die hochgenaue Lokalisierung „Location-as-a-Service“ von Fraunhofer FOKUS beitrageb. Denn wenn die exakte Position eines VRU bekannt ist, könnten AutofahrerInnen zuverlässig vor drohenden Kollisionen gewarnt werden und umgekehrt.

Dabei sei die Lokalisierung einer Person auf dem Rad besonders herausfordernd: Das Smartphone mit den benötigten Sensordaten ist mal am Lenkrad befestigt, das häufig die Richtung wechselt, mal befindet es sich in der Jackentasche oder Rucksack. Bei Autos ist es zudem meist sicher, dass sie sich auf der Straße befinden. RadfahrerInnen sind neben dem Radweg oder der Straße auch mal auf dem Fußgängerweg unterwegs.

Um das GPS-Signal zu präzisieren, nutzt das Fraunhofer FOKUS-Team die Sensordaten des Autos, z. B. der Videokamera oder bei automatisierten Autos auch den Lidar, sowie die Sensordaten der Smartphones der VRU. Zudem werden die GPS-Daten der sich in der Nähe befindlichen Personen mit einer digitalen Karte verglichen. Dadurch können nicht plausible Ergebnisse, z. B. RadfahrerIn fährt durch eine Hauswand, korrigiert und entsprechend auch die Positionen der anderen präzisiert werden, da der aktuelle GPS-Fehler in einem Umkreis von mehreren Hundert Metern nahezu identisch ist. So gelingt eine Genauigkeit von unter einem Meter. Für den Datenschutz werden in LaaS die Nutzerdaten anonymisiert.

Dr. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility am Fraunhofer FOKUS, erklärt: „Wir möchten mit LaaS die Sicherheit von VRU erhöhen, so mehr Lust auf Radfahren oder Spazierengehen in der Stadt machen und dadurch zu einem klimafreundlicheren Stadtverkehr beitragen. Wir verstehen uns bei der Digitalisierung der Straße als technologischer Enabler. Unsere hochgenaue Lokalisierung in Form eines Software Development Kits können Entwicklerinnen und Entwickler aus der Mobilitätsindustrie intuitiv in ihre App integrieren.“

Im Projekt „Reallabor Hamburg“ arbeitet Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit Industriepartnern an Lösungen für VRU, wie einer Kollisionswarnung, und entwickelt dafür LaaS weiter. Das Forschungsteam von Fraunhofer FOKUS besitzt bereits langjährige Erfahrung mit hochgenauer Lokalisierung, dabei liegt ein Schwerpunkt auch auf Inklusion: Die Smartphone-gestützte Indoor Navigation everGuide von Fraunhofer FOKUS leitet so präzise in Gebäuden, dass sich auch blinde Personen darauf verlassen können. Das System ist bereits im Haus der Gesundheit und Familie in Berlin sowie im Ausländeramt Köln im Einsatz.

Im Projekt Ride4All unterstützt die hochgenaue Lokalisierung von Fraunhofer FOKUS sehbehinderte Menschen beim Einstieg in einen automatisierten Bus. Die Lokalisierung ist in eine ÖPNV-App eingebunden, mit der sich eine sehbehinderte Person unabhängig von der Hilfe anderer direkt zur Bustür navigieren lassen kann.

Autor: jst




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