21.09.2022 - 13:35

Forschungsprojekt „TERMINAL“ präsentiert Ergebnisse

Das Forschungsprojekt „TERMINAL“ hat in den vergangenen vier Jahren die Möglichkeiten automatisierter Minibusse im öffentlichen grenzüberschreitenden Personennahverkehr untersucht und deren sukzessiven Einsatz in Pilotvorhaben vorbereitet. Zum Projektabschluss wurden nun die Forschungsergebnisse präsentiert.

Demnach liegen die größten Herausforderungen bei der rechtlichen und technischen Umsetzung. Eine Harmonisierung und Standardisierung des Genehmigungsprozesses für automatisiertes Fahren, für die Anerkennung von Prüfverfahren sowie die Schaffung von transnationalen, einheitlichen Anforderungen an Aufsichtspersonal seien von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des automatisierten Fahrens. Dabei könnte insbesondere die Gründung kontrollierter und verkehrsfreier Teststrecken im Deutsch-Französischen-Luxemburgischen Testfeld die weitere technische Entwicklung unterstützen.

Projekt-Rückblick

Nachdem die Rahmenbedingungen für einen automatisierten Verkehr in der Grenzregion im ersten Projektteil erforscht, in einer Probephase die Reaktionen der Fahrzeuge auf der Strecke untersucht und die Begleitfahrer intensiv geschult wurden, folgte eine praktische Testphase, die drei Monate lang den grenzüberschreitenden, automatisierten, elektrischen Shuttledienst im Realverkehr erprobte. Für die 17 Kilometer lange Strecke zwischen Creutzwald und dem Industriegebiet „Im Häsfeld“ in Überherrn-Altforweiler wurden zwei Tesla Model X eingesetzt. Der Shuttleservice bot registrierten Berufspendlern die Chance, das neue Mobilitätskonzept kostenlos auszuprobieren.

Während der gesamten praktischen Testphase unter der Verantwortung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) wurden technische Fahrzeugdaten gesammelt, die Auskunft geben, wann und in welchen Situationen das Fahrzeug im Autopilotmodus selbst gefahren ist und wann es für die Begleitfahrer erforderlich war, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.

Auch die Erfahrungen und das Fahrerlebnis der Passagiere wurden in Form von Befragungen gesammelt – deren Analyse lieferte wichtige Erkenntnisse über Akzeptanz und Grenzen dieses Mobilitätskonzepts.

Auch automatisierte Mobilität-on-Demand (MOD), also Fahrservices, die ihre Fahrgäste individuell von einem Standort zum gewünschten Ziel befördern, wurde in Luxemburg getestet. Dafür wurde ein eigens entwickeltes, modulares und automatisiertes Fahrsystem im Testfahrzeug der Universität Luxemburg eingebaut. Parallel dazu wurde vom Forschungsinstitut LORIA (Laboratoire lorrain de Recherche en Informatique et ses Applications) eine Reservierungsapplikation für eine MOD-Fahrt entwickelt, die Pendlern ermöglichte, eine Fahrt zu buchen.

Im Anschluss daran entwickelte das Forscherteam der Technischen Universität Kaiserslautern neue Mobilitätskonzepte, analysierte deren Potenzial sowie die Übertragbarkeit auf andere Regionen. „Das Projekt TERMINAL hat die Grundlage dafür geschaffen, dass Infrastrukturbetreiber besser abschätzen können, was die Zukunft von automatisiertem Fahren für sie bedeutet“, sagt Prof. Dr.-Ing. Horst Wieker, Leiter der Forschungsgruppe Verkehrstelematik an der htw saar, der das Projekt von Anfang an wissenschaftlich betreut hat.
terminal-interreg.eu >>


An dem Projekt beteiligten sich verschiedene Unternehmen, Gemeinden, öffentliche Institutionen und Hochschulen der Großregion. Federführender Partner ist die htw saar.
Das rund 3 Millionen-Projekt wurde mit ca. 1,8 Mio Euro durch das Programm Interreg VA Großregion aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und vom saarländischen Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz kofinanziert.


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