27.08.2020 - 09:26

Ford, Bedrock und Bosch testen Automated Valet Parking

In Detroit (USA) testen Ford, Bedrock und Bosch das Zusammenspiel zwischen Ford Escape Entwicklungsfahrzeugen und Infrastrukturtechnik von Bosch, um Autos zukünftig vollautomatisiert und komplett fahrerlos einparken zu lassen.

Gemeinsam testen die Unternehmen Automated Valet Parking erstmals in den USA im Parkhaus des „The Assembly“ genannten Gebäudekomplexes im Detroiter Stadtteil Corktown. Dieses Viertel rund um die Michigan Central Station, den alten Detroiter Bahnhof, soll künftig zur Keimzelle für die urbane Mobilität auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus werden. Hier entsteht zudem Fords neuer Campus für automobile Innovationen. Betrieben wird das Parkhaus vom US-Immobilienunternehmen Bedrock.

Der dort aufgebaute fahrerlose Parkservice gilt somit als die erste infrastrukturgestützte Lösung für einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service im realen Mischbetrieb in den USA. „Automatisiertes Valet Parking hat großes Potenzial. Wir erweitern ständig unser Angebot an Fahrerassistenzsystemen, die wir unter dem globalen Oberbegriff Ford Co-Pilot360 zusammenfassen. Autofahrer fahren damit noch sicherer und komfortabler,“ sagt Ken Washington, Chief Technology Officer der Ford Motor Company.

Automatisiert fahrende Fahrzeuge, die mehr und mehr Details ihrer Umgebung wahrnehmen können, bezahlbar sind und weniger Rechenleistung im Fahrzeug selbst benötigen – so sieht Fords Vision zukünftiger Mobilität aus. Zu diesem Ziel soll neben dem neuen Innovations-Campus des Automobilbauers auch das gemeinsame Projekt mit Bosch und Bedrock beitragen. Der Immobilienentwickler hat bereits erfolgreich Immobilien neu gebaut oder saniert, in denen moderne Mobilitäts- und Einparktechnologien eingesetzt wurden. „Mobilität und Immobilienentwicklung müssen künftig stärker verzahnt werden. In und um Detroit möchte Bedrock in diesem Bereich führend sein“, sagt Heather Wilberger, Chief Information Officer bei Bedrock. „Mit Automated Valet Parking reduzieren wir die sonst zum Parken benötigte Zeit, weil nun die Technik das Auto fahrerlos zum Stellplatz führt. Das bedeutet für unsere Mieter, Bewohner, Besucher und die Nachbarschaft einen deutlichen Komfortgewinn, den wir nun erstmals in Detroit zeigen.“ Offenbar gibt es vorerst auch keine Bedenken, wenn die benötigte Hardware für die Immobilien Kosten für Anschaffung, Installation und Wartung generieren.

Ins Parkhaus fahren, aussteigen und das Auto per Klick auf dem Smartphone zum Parken schicken – der automatisierte Parkservice mit den Ford Entwicklungsfahrzeugen kommt ganz ohne den Fahrer aus. Schlüssel dazu sei die intelligente Parkhaus-Infrastruktur von Bosch, vermeldet das Unternehmen selbst in einer Pressemitteilung. Die im Parkhaus verbauten Sensoren überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern die Informationen für die zuverlässige Steuerung des Fahrzeugs. Erkennen die Sensoren Fußgänger oder andere Hindernisse, stoppt das Fahrzeug unverzüglich.

Mit Automated Valet Parking hat Bosch ein vollautomatisiertes System entwickelt, das Fahrerinnen und Fahrern nicht nur die Parkplatzsuche, sondern auch den Parkvorgang im Parkhaus abnehmen soll. Das Auto wird einfach in einem eigens dafür ausgewiesenen Bereich im Parkhaus abgestellt. Anschließend verlässt der Fahrer das Fahrzeug und aktiviert per Smartphone-App den Parkvorgang. Die intelligente Parkhaus-Infrastruktur übernimmt nun im Zusammenspiel mit der Fahrzeugtechnik die Fahrt zum freien Parkplatz und das Parken. Genauso kommt das Auto per App-Befehl auch wieder vorgefahren. Das Suchen nach dem Auto im Parkhaus entfällt.

Werden in den Parkhäusern künftig einzelne Bereiche nur für automatisiert parkende Autos ausgewiesen, sollen bis zu 20 Prozent mehr Fahrzeuge auf die gleiche Fläche passen, weil sie dichter parken. Services mit Mehrwert sorgen dafür, dass Autofahrerinnen und Fahrer wiederkommen, heißt es bei Bosch. Zudem können Autos beispielsweise fahrerlos zum Laden oder zur Autowäsche fahren. Das zeigen auch Ford, Bedrock und Bosch in ihrer Demonstration. Fahrzeuge fahren hier zunächst zu einem Service-Bereich, bevor sie fahrerlos einparken. Damit kann dank Automated Valet Parking die Parkzeit besser genutzt werden.

Bosch ist jedoch nicht nur in Detroit mit seinem System für das Automated Valet Parking aktiv. Bereits im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums testet man gemeinsam mit Daimler die vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion (SAE Level 4). Ein weiteres gemeinsames Pilotprojekt von Bosch und Daimler feierte 2018 in Peking (China) seine Premiere.

Autor: jst

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