17.12.2020 - 08:41

Europa mit größtem Wachstumspotenzial für intelligente Mobilitätslösungen

Das zeigt der zweite Teil des „Digital Auto Reports 2020“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. Demnach erreicht Europa bei neuen Mobilitätskonzepten als Alternative zum eigenen Auto bis 2025 ein Umsatzpotenzial von 209 Mrd. US-Dollar, China 168 und die USA 84 Mrd. US-Dollar für Endkunden.

Im Wettbewerb um Marktanteile hebt sich demnach Europa bei neuen Mobilitätskonzepten, die eine Alternative zum eigenen Auto bieten, von China und den USA ab. Für neue Ownership-Modelle biete der europäische Markt laut des „Digital Auto Reports 2020“ im internationalen Vergleich das größte Wachstumspotential, unterstützt durch hohe Anteile an aktiven und passiven Shared-Mobility-Angeboten sowie eine zunehmende Nutzung von z.B. Auto-Abonnements. Das Marktvolumen für Mobilitätsdienste, die das eigene Auto ersetzen, beträgt in Europa aktuell 127 Mrd. US-Dollar, wovon 17 Mrd. US-Dollar auf den deutschen Markt entfallen. Das Umsatzpotential könnte sich europaweit bis 2035 mit 549 Mrd. US-Dollar mehr als vervierfachen. Während der chinesische Markt trotz niedrigerer Kilometerpreise bis 2035 ein Ertragspotential von bis zu 362 Mrd. US-Dollar bietet, bleiben die USA weit hinter den beiden anderen Regionen zurück.

„Die Smart-Mobility-Strategie der EU-Kommission unterstreicht die Bedeutung neuer Mobilitätsformen. Das könnte in den kommenden Jahren die Nachfrage nach neuen Mobilitätskonzepten und die Bedeutung entsprechender Geschäftsmodelle weiter erhöhen. Allein in Deutschland erwarten wir eine Verdopplung aktiver und passiver Sharing-Mobilitätsdienste auf 45 Mrd. US-Dollar bis 2025“, erläutert Jonas Seyfferth, Director bei Strategy& Deutschland.

Die größte operative Marge entlang der Wertschöpfungskette erwirtschaften Anbieter wohl weiterhin mit Leasing- und Mietangeboten (10 bis 15%), gefolgt von Ride-Hailing mit einer Profitabilität von 7 bis 10%. Klassische Autoverkäufe bieten im Vergleich Margen von 5 bis 7%, während mit Car-Sharing lediglich in einzelnen Städten 5% Marge erreicht werden. Die Verteilung dieser Marge entlang der Wertschöpfung ist aktuell noch eine große Herausforderung für profitable Geschäftsmodelle. Für Verbraucher bewegen sich die Gesamtkosten pro Kilometer (Total Cost of Mobility; TCM) von durchschnittlich 0,5 US-Dollar beim eigenen Auto über 0,67 US-Dollar bei Leasing und 0,82 US-Dollar bei Abo-Services bis hin zu 1,73 US-Dollar pro Kilometer bei Ride-Sharing und -Hailing.

Neben neuen Mobilitätskonzepten erleben auch alternative Antriebe weiteren Aufwind: Eine hohe Kundennachfrage trägt zur zunehmenden Marktdurchdringung von Elektroautos bei. Für OEMs machen Batteriezellen und -systeme zwar nach wie vor den höchsten Anteil der Herstellungskosten von E-Antrieben aus, allerdings bietet der Gesamtmarkt ein steigendes Umsatzpotential. Der chinesische Markt alternativer Antriebe inklusive Batteriezellen und -systemen umfasst aktuell 20 Mrd. US-Dollar Umsatz und bietet ein potentielles Wachstum auf 314 Mrd. US-Dollar im Jahr 2035. Aber auch der europäische Markt könnte sich von derzeit 18 Mrd. US-Dollar bis 2035 mehr als verzehnfachen (210 Mrd. US-Dollar). Trotz erwarteter Kostenreduktionen pro kWh für große Autobatteriezellen und weiterer Optimierungspotentiale sind Investitionen in technologischen Fortschritt seitens der OEMs notwendig.

„Die COVID-19-Pandemie hat dazu geführt, dass einige Automobilhersteller ihre Investitionen rund um die Dimensionen Connected, Autonomous, Smart und Electric Mobility (CASE) im ersten Halbjahr 2020 um knapp zwei Drittel kürzen mussten. Gleichzeitig setzten Risikokapitalgeber verstärkt auf die Transformation der Automobilbranche und investierten insbesondere in intelligente Mobilitätsdienste, während Technologiefirmen ihre Wetten auf Technologien rund um vernetzte und autonome Mobilität erhöhten. Um die Umsatzpotentiale voll auszuschöpfen, sind Automobilhersteller mehr denn je gefordert, ein bestmögliches Nutzererlebnis voranzutreiben – sei es durch stärkere Vernetzung im Fahrzeug oder durch Partnerschaften über verschiedene Mobilitätsformen hinweg“, schließt Jörg Krings, Co-Autor der Studie und Partner bei Strategy& Deutschland.

Methodik der Studie:

Der quantitative Marktausblick bis 2035 basiert auf regionalen Strukturanalysen und den Daten einer Befragung von 3.000 Konsumenten in Europa, den USA und China. Für die qualitativen Prognosen wurden mehr als 60 internationale Industrieexperten befragt, darunter Hersteller, Zulieferer, führende Wissenschaftler und Branchenanalysten.

Autor: jst

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