23.02.2021 - 08:33

Digitale Assistenten sollen Paketzustellern helfen

Volkswagen Nutzfahrzeuge kooperiert dazu u.a. mit dem Logistiker Hermes, um die Paketzusteller mit Assistenzsystemen für die Zustellfahrzeuge Volkswagen Transporter und Volkswagen Crafter zu unterstützen.

2020 war ein Rekordjahr für die Kurier-, Express- und Paketbranche in Deutschland mit einem geschätzten Volumen von bundesweit mehr als vier Milliarden Paketen (Quelle: „Parcel Shipping Index 2021“, Pitney Bowes). Volkswagen Nutzfahrzeuge sieht offenbar Optimierungsoptionen und kooperiert deshalb u.a. mit dem Logistik¬unternehmen Hermes, um Assistenzsysteme für die Zustellfahrzeuge Volkswagen Transporter und Volkswagen Crafter auf die Unterstützung von Paketzustellerinnen und Paketzusteller zu optimieren. Ein Pilotprojekt des Münchner Startups Viscopic beginnt dazu aktuell in Bayern. Eine Software-Lösung lernt zunächst die örtlichen Routen und ordnet dann die Pakete für die nächste Auslieferung in eine logische Reihenfolge für die Beladung, um dem fahrenden Personal zeitaufwendiges Suchen und Sortieren unterwegs zu ersparen.

In einem Volkswagen Crafter müssen bis zu einet dreistellige Anzahl an Sendungen auf den bis zu 18 Kubikmetern Laderaum eines Volkswagen Crafter untergebracht werden: „Wir unterteilen die große Frachtmenge zunächst in kleine Portionen, die jeweils in einer Packtasche Platz finden“, erklärt Geschäftsführer Felix Meißgeier von Viscopic. Diese quaderförmigen Taschen werden anschließend im Crafter verstaut. „Entscheidend ist dabei die Reihenfolge“, so Meißgeier. „Weil die Touren einem ähnlichen Ablauf folgen, können die Taschen auch entsprechend beladen werden.“

Der Vorteil für Fahrerin und Fahrer: Man sieht auf einer dazugehörigen App, in welcher Tasche sich welches Paket für den jeweils nächsten Lieferort befindet. Auf Basis der GPS-Koordinaten des Volkswagen Crafter werden im Infotainment-System des Vans sowie auf einem Handheld die Taschen der aktuell in der Nähe abzuliefernden Pakete angezeigt. Hierdurch sollen erhebliche Zeitersparnisse beim Auffinden von Paketen an der Zustelladresse realisiert werden.

Die digitale Unterstützung käme zur rechten Zeit, soll doch das Wachstum der Branche laut Parcel Shipping Index 2021 anhalten: Für den Zeitraum bis 2026 prognostiziert die Studie eine jährliche Wachstumsrate von mindestens sechs Prozent. Allein im Weihnachtsgeschäft 2020 (Oktober bis Dezember) hat Hermes in Deutschland die Rekordmenge von 126 Millionen Sendungen zugestellt – dies entspricht einem Plus von etwa 25 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Doch es geht nicht allein darum, Zeit zu sparen, sondern auch die Arbeitsbedingungen für das KEP-Personal zu verbessern, erläutert Volkswagen Nutzfahrzeuge-Projektleiter Artur Hasselbach: „Die Paketzustellung ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Besonders der innerstädtische Verkehr verlangt volle Konzentration, die Haltezonen für unsere großen Fahrzeuge sind rar und gerade durch Corona und die damit verbundenen einzuhaltenden Sicherheitsmaßnahmen ist die Zustellung noch komplexer geworden. Da sind solche intelligenten Lösungen für die letzte Meile hochinteressant für unsere Kunden im Logistik-Sektor.“

Autor: jst

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23.02.2021 08:56