21.08.2020 - 14:59

DB-Tochter ioki testet On-Demand-Shuttles rund um Hamburg

On-Demand-Shuttles in den ländlichen Raum, das will die DB-Tochter ioki in drei neuen Testregionen rund um die Hansestadt probieren. Mobilitätsanalysen zeigten demnach neue Potentiale für das neue ÖPNV-Angebot.

Ab Dezember 2020 soll der ÖPNV in drei weiteren Landkreisen im Großraum Hamburg fast bis an die Haustür heranreichen. Im „Reallabor Hamburg“ führt die Deutsche Bahn-Tochter ioki für die drei Testregionen Ahrensburg, Stormarn und Süderelbe zunächst Mobilitätsanalysen durch. Die jüngste Untersuchung von Pendlerströmen und Mobilitätsverhalten in der Region Süderelbe habe schon gezeigt: Das größte Potential für ein flexibles Angebot nach Bedarf – ohne feste Fahrpläne und Haltestellen – hat dort die Stadt Winsen im Landkreis Harburg. Im zweiten Schritt will ioki die Plattform für den Betrieb der On-Demand-Shuttles entwickeln der sowohl in Ahrensburg und Stormarn als auch in Winsen noch in diesem Jahr starten soll.

„Mit Mobilitätsanalysen können wir schon vorab berechnen, wo On-Demand-Angebote den größten Nutzen bringen. In Hamburg selbst haben wir bereits mehrere Analysen durchgeführt und weitreichende Praxis-Erfahrungen gesammelt. Jetzt geht es darum, dass auch der ländliche Raum außerhalb der Hansestadt von neuen Mobilitätsformen profitiert“, so Dr. Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki.

Für die Auswahl in der südlichen Metropolregion Hamburg habe ioki rund eine Million Wege in den Landkreisen Harburg, Stade und Lüneburg analysiert, heißt es in einer PRessemitteilung des Unternehmens. Dabei habe der Fokus auf privaten Autofahrten gelegen. Das Ergebnis: Rund 70 Prozent aller Fahrten in Winsen verlaufen direkt von der Haustür zum Ziel. Die übrigen 30 Prozent sind sogenannte Zubringerfahrten, beispielsweise zum Bahnhof und von dort weiter mit dem Zug. Diese Einzel-Pendler-Autofahrten könnten mithilfe eines bedarfsgerechten Angebots intelligent gebündelt und rasch in den klimafreundlichen ÖPNV integriert werden. Durch die bequemere, individuellere Anbindung an das bestehende Bahn- und Busnetz wird das öffentliche Mobilitätsangebot auch für die erste Gruppe, die bislang ausschließlich das Auto wählt, attraktiver.

Allen voran bekommen die Elbmarsche und die umliegenden Gemeinden einen deutlich besseren Anschluss ins Stadtgebiet von Winsen und so auch zur Schienenanbindung Richtung Hamburg. Den Berechnungen zufolge kann mit nur fünf Fahrzeugen ein großer Mehrwert erzeugt werden. Denn die On-Demand-Shuttles würden in den bestehenden öffentlichen Nahverkehr integriert. Ab Ende 2020 geben die Fahrgäste über die von ioki entwickelte Smartphone App Start- und Zielort ein und erhalten die Abfahrts- und Ankunftszeiten des Shuttles. Unterwegs können Passagiere mit ähnlichem Fahrtziel zusteigen. Das sogenannte Ridepooling ermöglicht eine optimale Auslastung der Fahrzeuge.

Die Analyse für die Stadt Ahrensburg mit Mobilitäts- und Betriebssimulationen, Umweltbewertung sowie einem Systemvergleich des Flächen- und Linienverkehrs läuft aktuell noch. Die Ergebnisse werden im Herbst vorgestellt. Für den Kreis Stormarn wurde eine vergleichbare Auswertung durchgeführt. Bereits seit Juli 2018 erprobt ioki den Einsatz von On-Demand-Verkehren als Teil des ÖPNV in den Hamburger Stadtteilen Lurup, Osdorf und Billbrook.

RealLabHH

Im Reallabor Hamburg (RealLabHH) soll die Mobilität von morgen im Hier und Jetzt einer Metropole erprobt werden und darauf aufbauend eine Blaupause für die digitale Mobilität der Zukunft entstehen. Die gesellschaftliche Debatte zu digitalen Mobilitätsservices steht dabei im Zentrum, um wichtige Erkenntnisse darüber zu liefern, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren. Die geplanten elf Teilprojekte des RealLabHH reichen vom Mobilitätsbudget anstelle eines Dienstwagens über die Schaffung einer anbieterunabhängigen Mobilitätsplattform bis hin zu Lösungen für besonders schutzbedürftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Straßenverkehr.

Konsortialführerin ist die Hamburger Hochbahn AG. Auf dem ITS-Weltkongress 11. bis 15. Oktober 2021 sollen die Ergebnisse des RealLabHH präsentiert werden. Das Projekt des RealLabHH läuft bis Ende 2021 und wird vom BMVI mit rund 20,5 Millionen Euro gefördert.

Autor: jst

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