17.08.2020 - 08:30

Clusters 2.0 – Ergebnisse vorgestellt

Von Mai 2017 bis Juli 2020 lief das EU-Forschungsprojekt Clusters 2.0. Es sollte einen Werkzeugkasten für Logistik-Cluster entwickeln, die damit ihre Schadstoffemissionen und Transportkosten reduzieren können sollen.

Logistikunternehmen, die in Logistik-Clustern kooperieren, profitieren von Vorteilen wie geringeren Transportkosten oder reduzierten Schadstoffemissionen, so die Annahme. Noch mehr Potenzial zur Verbesserung ihrer Effizienz und Nachhaltigkeit bietet ihre Vernetzung untereinander. Im EU-Forschungsprojekt Clusters 2.0 wurde eine ganze Werkzeugkiste mit hilfreichen Tools für die Aktuere der innerhalb von Lieferketten erarbeitet. Die Lösungen wurden zudem in Living Labs verbessert und validiert.

Die Verbesserungspotenziale kooperativ vernetzter Logistik-Cluster seinen erheblich: So fand das Projektteam heraus, dass sich zum Beispiel durch einen intermodalen Transportplaner Verlagerungspotenziale bei kooperierenden Verladern von bis zu 60 % der Fracht nachweisen lassen.

Im Mittelpunkt der Forschung stand ein multimodales logistisches Netzwerk aus mehreren Logistik-Clustern in unterschiedlichsten Regionen: Bologna, Dourges, Trelleborg, Piräus, Duisburg, Saragossa. Dort wurden drei Themen adressiert worden: 1. die Bündelung der Sendungen auf intermodale Verkehrsträger, 2. den Frachtraum optimal zu nutzen samt Frachtkostenreduzierung sowie 3. die Transportprozesse so zu beschleunigen und zu synchronisieren, dass Wartezeiten und operative Umschlagkosten minimiert werden.

„Unser Ziel war es, den verschiedenen Akteur*innen Kooperation, Sichtbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Frachtabläufe zu ermöglichen und so die komplette Supply Chain zu verbessern“, sagt Projektkoordinator Marcel Huschebeck von der PTV Group.

Dabei wurden sieben Lösungen entwickelt und in Reallabors getestet:

1. Ein Community-Ansatz für Verlader, um Versandmengen zu bündeln und intermodale Transportsysteme zu nutzen.

2. Ein Softwaretool, um entlang europäischer Transportkorridore zu analysieren, wo Frachten zusammengefasst und eigene hinzugeladen werden können (Quick-Check-Tool).

3. Ein intermodaler Routenplaner (PTV X-Intermodal), um Transportaufträge zu verplanen und dabei verschiedene Transportmittel zu nutzen.

4. Das Clusters Community System (CLuCS), über das sich alle Akteur*innen vernetzen können, um ihre Services anzubieten oder zu nutzen.

5. Eine vereinheitlichte logistische Ladeeinheit, die den schnellen Umschlag und maximale Nutzung des Laderaums ermöglicht (New Modular Loading Unit).

6. Die Automatisierung des intermodalen Umschlags der Fracht von einem Verkehrsträger auf einen anderen (Innovatrain).

7. Eine App zur Synchronisierung von Transport und Be-/Entladeprozessen an Flughäfen mit verlässlichen Ankunftszeiten in Echtzeit (Slotbooking App).

„Für das Projekt kamen auch verschiedene unserer Softwareprodukte zum Einsatz, zum Beispiel zur Tourenplanung sowie zur intermodalen Planung mit einem eigens entwickelten Algorithmus für Transhipment, also der Umschlagsplanung“, so Huschebeck. In vielen Regionen wird Clustermanagement immer beliebter, um die zukünftige Entwicklung der heimischen Industrie zu unterstützen und Skalen- und Verbundeffekte zu erzielen. Huschebeck resümiert: „Mit dem Baukasten aus dem Forschungsprojekt Clusters 2.0 haben wir marktnahe Lösungen geschaffen, die Kooperation, Vernetzung und Modularisierung für die Logistik ermöglichen und das Physical Internet für aktuelle Anforderungen greifbar machen.“

Mit EU-Projekt Clusters 2.0 sollte das Potenzial europäischer Logistikcluster voll ausgeschöpft werden, um ein effizientes und voll integriertes Transportsystem in Europa zu schaffen. Ein offenes Netzwerk von hyper-verbundenen Logistikclustern auf dem Weg zum Physical Internet, in dem Waren so einfach versendet werden können, wie Informationen durch offene Kanäle im Web. Das Physical Internet kombiniert Trends wie Digitalisierung, Automatisierung und Sharing Economy in ein umfassendes Logistikkonzept mit dem Ziel, die Transportlogistik effizienter, flexibler und umweltfreundlicher zu gestalten.

Konsortialpartner waren: PTV (Projektkoordinator), Procter&Gamble, Jan De Rijk, DHL, WFS, Air Cargo Belgium, Hearthrow Airport, Nallian, IBI Bologna, Duisport, Zaragossa Logistics Center, BlueGreen, ENIDE, MOSAIC, Innovatrain, Fraunhofer IML, Eurologistics, UIC, CITYDEPOT, Port Trieste, Port Pireus, Port Trelleborg.

Autor: jst

– ANZEIGE –



Aktuelle Termine

Testen und Validieren automatisierter Fahrfunktionen

Zum Termin

Sensorfusion und Multisensorsysteme für automobile Anwendungen

Zum Termin

14. Tagung - Diagnose in mechatronischen Fahrzeugsystemen

Zum Termin
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/tests-and-research/clusters-2-0-ergebnisse-vorgestellt/
17.08.2020 08:52