14.10.2020 - 08:11

ULaaDS – Bremen koordiniert EU-Projekt zu urbaner Logistik

Im Projekt „Urban Logistics as an on-Demand Service“ (ULaaDS) werden neue Konzepte zum Warenverkehr in Städten analysiert und entwickelt. Neben Bremen ist auch das niederländische Groningen Projektpartner. Die Stadt Groningen ist Vorbild für das Konzept der autofreien Innenstadt.

Ständig zunehmender Zustellverkehr schafft Probleme im Stadtverkehr und auch zu steigenden Kosten bei den Zustelldiensten. ULaaDS ist ein neues Forschungs- und Demonstrationsprojekt im europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020. Die Demonstrationsstädte für das Projekt sind Bremen, Groningen (Niederlande) und Mechelen (Belgien) – mit der jeweiligen Stadtverwaltung gemeinsam mit Logistikern und Forschungspartnern. All drei Städte gelten als besonders fahrradfreundlich und bieten deshalb die Möglichkeiten, das Potenzial von Lastenrad-Zustellung besonders gut demonstrieren können. So sollen in Bremen weitere Umladepunkte bzw. Mikro-Hubs entstehen, wo Rollcontainer oder Paletten die beispielsweise im Güterverkehrszentrum vorkonfektioniert werden, vom LKW über das Mikro-Hub auf die elektrischen Lastenräder umgeladen werden. „Das funktioniert genauso mit Abholungen auf dem Rückweg“, unterstreicht Dr. Kristian Schopka, Projektmanager beim Partner Rytle in Bremen. Im Projekt wird ein komplettes Logistiksystem mit Lastenrad, Mikro-Hub und einer passenden Software-Lösung für die Zustellung entwickelt und vertrieben. „Wir sind in New York, Miami oder Montreal damit ebenso im Einsatz wie in Köln oder Bremen“, so Schopka.

„Die pulsierende und attraktive Innenstadt von Groningen ist ein interessantes Vorbild für Bremen“, erklärt die Bremer Mobilitätssenatorin Maike Schaefer. Ab 2022 ist die Groninger Innenstadt autofrei, nur der Güterverkehr darf noch motorisiert am Morgen einfahren. Ab 2025 müssen dann alle diese Fahrzeuge in der Innenstadt emissionsfrei unterwegs sein. Zulieferung, Müllfahrzeuge ebenso wie Event-Verkehr: alles muss elektrisch oder per Fahrrad stattfinden.

„Warenverkehr findet nicht nur im LKW sondern auch oft in privaten PKW statt“, meint Bonnie Fenton, Landesvorsitzende des ADFC in Bremen. „Deshalb wollen wir das Fietje Lastenrad Sharing im Rahmen von ULaaDS ausbauen. Dann kann man mit dem Lastenrad zum Großeinkauf, zum Bau- oder Getränkemarkt fahren – das spart Autofahrten und entlastet unsere Straßen“.

Im ULaaDS Projekt erfolgt eine Analyse des bestehenden und zukünftigen innerstädtischen Güterverkehrs. Eine Rolle spielt hierbei auch die On-Demand-Logistik, die Lieferung von Gütern auf Abruf, wo ViaVan eine Kombination von flexiblen Fahrgast- und Warentransporten erproben will.

Das ULaaDS-Konsortium besteht aus insgesamt 24 europäischen Partnern:

  • Bremen, Groningen und Mechelen als Demonstrationsstädte– sowie Rom, Bergen (NO), Edinburgh und Alba Iulia (RO) als Beobachter.
  • Industrie- und Logistikpartner: UPS, Belgische Post, Rytle, Dropper, ViaVan, ECOkoriers Mechelen, OV Bureau Groningen & Drenthe, der Landesverband Bremen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sowie die spanischen Beratungs-Dienstleister Bax & Company sowie Miebach Consulting.
  • Forschungseinrichtungen: Fraunhofer IML Dortmund, der Forschungsgesellschaft Mobilität in Österreich (FGM), das norwegische Institut für Transportwirtschaft (TØI), die Reichsuniversität Groningen und in Bremen tblnr (to-be-now-logistics-research-gmbh).
  • Verbände /Netzwerke als Multiplikatoren: das europäische Städtenetzwerk Eurocities und der flämische Logistikverband VIL.

Die Laufzeit des ULaaDS-Projektes beträgt 36 Monate, der Start war am 1. September 2020. Die EU fördert das Projekt mit einer Förderquote von 100 % mit 3,15 Millionen Euro. Die vier Bremer Partner insgesamt profitieren mit insgesamt 684.000 Euro, davon entfallen 375.150 Euro auf das Ressort der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau der Freien Hansestadt Bremen, das verantwortlich ist für die europäische Gesamtkoordination des Projektes. Im Rahmen von ULaaDS sind auch mehrere Fachworkshops und Konferenzen vorgesehen – auch in Bremen.

Autor: jst

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