25.11.2020 - 08:10

Bitkom: Verkehrsdaten sollen allen zur Verfügung stehen

Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unterstützen mehr als drei Viertel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger (79 %) die Forderung, dass Mobilitätsdaten – vom Stau auf der Autobahn zur Wartezeit an den Ampeln bis zur Verspätung von Bussen und Bahnen – öffentlich verfügbar gemacht werden sollen, etwa um bestehende Verkehrsangebote zu vernetzen.

Vom Stau auf der Autobahn zur Wartezeit an den Ampeln bis zur Verspätung von Bussen und Bahnen: An zahlreichen Stellen werden bereits heute Mobilitätsdaten erfasst. Doch nur selten werden diese Informationen anderen zur Verfügung gestellt, so dass Mobilitätsanbieter, Digitalunternehmen oder Startups bessere Angebote entwickeln können. Mehr als drei Viertel der Bundesbürger (79 Prozent) unterstützen die Forderung, dass solche Daten öffentlich verfügbar gemacht werden sollen, etwa um bestehende Verkehrsangebote zu vernetzen. Denn aktuell ist nicht einmal jede zweite befragte Person (49 Prozent) zufrieden mit den Mobilitätsangeboten in Deutschland. Gerade einmal 38 Prozent halten sie für innovativ. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Mobilität der Zukunft ist digital, vernetzt und autonom. Eine Voraussetzung dafür ist es, Verkehrsdaten wo immer möglich zu sammeln und breit verfügbar zu machen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Mobilitätsdaten sind viel zu kostbar, um sie in Silos wegzuschließen. Mit einer verantwortungsvollen Datennutzung können wir Verkehr nicht nur komfortabler und sicherer gestalten, sondern auch sehr viel umweltfreundlicher.“

Die große Mehrheit der Befragten (87 Prozent) wäre auch bereit, unter bestimmten Bedingungen ihre eigenen Mobilitätsdaten in anonymisierter Form bereitzustellen. 6 von 10 (58 Prozent) würden dies tun, wenn sich dadurch auf ihrer eigenen Route der Verkehrsfluss verbessert. Jeder Zweite (50 Prozent) würde die Daten freigeben, wenn sich so die bestehenden Verkehrsangebote verbessern würden, 42 Prozent würden dies auch im Gegenzug für den Zugriff auf Statistiken und anderen Informationen aus den Daten tun. 3 von 10 (30 Prozent) erwarten als Voraussetzung, dass die öffentliche Forschung durch die Daten unterstützt wird, und 16 Prozent würden ihre Daten nur zur Verfügung stellen, wenn sie dadurch finanzielle Vorteile hätten. 12 Prozent würden ihre persönlichen Mobilitätsdaten auch ohne eigene Vorteile freigeben. Nur 9 Prozent lehnen es kategorisch ab, Daten zur Verfügung zu stellen, 4 Prozent machten keine Angaben. Berg: „Die Bereitschaft der Bürger, die Entwicklung einer digitalen, modernen und ressourcenschonenden Mobilität zu unterstützen, ist groß. Auf dieser Basis muss jetzt ein Pool für Mobilitätsdaten aufgebaut werden.“

Autor: jst

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