02.02.2021 - 08:50

Autonome Stadtschiffe sollen Güter transportieren

Im Rahmen des Projektes AVATAR, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist, soll untersucht werden, ob autonome Transportsysteme auf den kleinen Binnenwasserstraßen rentabel sind.

Viele Städte der Nordsee-Region sind von Kanälen durchzogen, auf denen Schiffe früher auch innerorts Güter und Personen transportierten. Doch mittlerweile lohnt sich das wirtschaftlich meist nicht mehr, vor allem aufgrund der hohen Personalkosten. Im Projekt AVATAR („Nachhaltiger städtischer Güterverkehr mit autonomen Null-Emissions-Schiffen“), an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist, soll nun untersucht werden, ob autonome Transportsysteme auf den kleinen Binnenwasserstraßen rentabel sind.

Das Oldenburger Team um den Informatiker Prof. Dr.-Ing. Axel Hahn entwickelt ein Kontrollzentrum, um den robotischen Schiffsverkehr zu überwachen. Das Budget des Gesamtprojekts beträgt in den kommenden drei Jahren rund 1,9 Millionen Euro, etwa die Hälfte trägt das Europäische Interreg-Programm „Nordsee“. Insgesamt sind sieben Partner aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien beteiligt, die Leitung liegt bei der Regionalen Entwicklungsagentur Ostflandern in Gent (Belgien).

Das Forschungsprojekt untersucht das wirtschaftliche Potential von Stadtschiffen, die mit regenerativen Energien betrieben werden. Ziel ist es zu klären, inwieweit solche Transportvehikel die Straßen entlasten können und somit helfen, Lärm und Abgas-Emissionen zu vermeiden. Im Oldenburger Projektteil geht es vor allem um Sicherheitskonzepte und die Kommunikation mit den Roboter-Schiffen.

Das Team um Hahn befasst sich mit sogenannten Rückfall-Lösungen. „In kritischen Situationen soll es möglich sein, von einem Leitstand aus die Kontrolle über die Schiffe zu übernehmen“, erläutert Hahn. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen beispielsweise, welche Daten ein solcher Leitstand benötigt, um ein Schiff fernsteuern zu können und auf welche Schnittstellen er zugreifen können muss. Das System soll in einem Container untergebracht werden, der sich für Tests an verschiedenen Standorten aufbauen lässt. Für die Kommunikation könnte die „Maritime Connectivity Platform“ zum Einsatz kommen, ein Kommunikationssystem für die Seeschifffahrt, das derzeit in der Entwicklung ist. Es erlaubt den elektronischen Austausch von Daten zwischen Schiffen, Häfen, Behörden und Dienstleistern.

Den Beteiligten von AVATAR geht es vor allem um die sogenannte „letzte Meile“, also das letzte Wegstück beim Transport von Gütern. Die zukünftigen Roboter-Schiffe könnten zum Beispiel palettierte Ware von zentralen Umschlagplätzen aus in die Innenstädte bringen oder Müll abtransportieren. Pilotstädte sind Hamburg, Delft (Niederlande), Gent und Leuven (Belgien).

Foto: Valerii Iavtushenko

Autor: jst

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