21.01.2021 - 08:17

Automobilbranche überdurchschnittlich offen für digitale Themen und Neuerungen

Der große Enthusiasmus für Künstliche Intelligenz steht bei OEMs und Zulieferern jedoch noch aus. Das zeigt eine Bitkom-Umfrage im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS). Zudem beklagt die Mehrheit mangelnde KI-Expertise im eigenen Unternehmen.

Die Automobilbranche soll überdurchschnittlich offen für digitale Themen und Neuerungen sein. Die deutschen Automobilbauer und -zulieferer sind in den vergangenen Jahren deutlich aufgeschlossener gegenüber der Digitalisierung geworden. Neun von zehn Unternehmen (88 %) zeigen sich demnach offen für digitale Technologien und Neuerungen – eine Steigerung um 19 Prozentpunkte gegenüber 2017. Ebenfalls erfreulich: Kein einziges Unternehmen lehne die Digitalisierung ab. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS).

Deutlich spürbar sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Branche: Sieben von zehn (70 %) Unternehmen haben aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen Monaten ihre Investitionen in digitale Geräte, Technologien und Anwendungen erhöht.

„Defizite der Unternehmen hat die Covid-19-Krise schonungslos offengelegt – von unzureichend digitalisierten und vernetzten Prozessen bis zu instabilen Lieferketten“, sagt Santu Mandal, Head – Manufacturing Business Unit bei TCS in Deutschland. „Als Folge haben Firmen die digitale Transformation rasant vorangetrieben. Die weitere Digitalisierung ist zwingend notwendig, um künftig flexibel und belastbar zu bleiben. Denn: Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto besser kommt es durch Krisenzeiten.“

Führend ist die Branche beim Einsatz neuer Technologien: Über die Hälfte der Unternehmen (57 %) nutzt bereits das 3D-Druckverfahren, um beispielsweise Fahrzeug- und Ersatzteile zu produzieren oder Prototypen schnell und kostengünstig zu entwickeln. Das ist mehr als doppelt so häufig wie der Durchschnitt der untersuchten Schlüsselbranchen (26 %).

Automobilbauer und -zulieferer sind zudem Vorreiter bei der Nutzung von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Mehr als jedes dritte Unternehmen (35 %) nutzt bereits erweiterte oder künstliche Realitäten – doppelt so viele wie vor einem Jahr (17 %). Auch im direkten Vergleich mit anderen Branchen sticht der Wert deutlich hervor – durchschnittlich nutzen erst 19 Prozent die Technologien.

14 Prozent der Unternehmen in der Branche nutzen Blockchain. Immerhin doppelt so häufig wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (7 %). Eine Schlüsseltechnologie wird bereits häufig eingesetzt: Cloud-Computing. 87 Prozent der Unternehmen der Automobilbranche in Deutschland nutzen IT-Leistungen über das Internet.

„Public, Private oder Hybrid Cloud wurden auch vor der Pandemie bereits in den meisten Unternehmen eingesetzt – aber noch nicht in der Breite“, ergänzt Santu Mandal, Head – Manufacturing Business Unit bei TCS in Deutschland. „In den vergangenen Monaten haben sich die Cloud-Einführungen verdrei- bis verfünffacht.“

Eine weitere Schlüsseltechnologie ist bereits auf dem Vormarsch: Künstliche Intelligenz (KI) könnte bald den Alltag in den Unternehmen prägen. Die Hälfte von ihnen (50 %) steht dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz offen gegenüber. Allerdings hinkt der KI-Einsatz in der Praxis noch hinterher: Gerade einmal 17 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-basierte Anwendungen ein. Durch ihren Einsatz wollen sie vor allem Angebote optimieren (53 %) und Fehler reduzieren (48 %).

„Die Ergebnisse überraschen auf den ersten Blick, ist autonomes Fahren doch ein wichtiges Zukunftsfeld“, kommentiert Santu Mandal. „Einsatzbereiche für KI, einschließlich maschinellem Lernen, sind aber nicht nur im Fahrzeug selbst, sondern auch in IT und industrieller Fertigung relevant – und zwar bei allen Unternehmen der Branche. Fehlendes Know-how der Mitarbeiter erschwert jedoch die Umsetzung.“

Häufiger als in anderen Branchen verfügen Automobilhersteller und -zulieferer nach eigener Aussage nur über mangelnde KI-Kenntnisse. Sechs von zehn Unternehmen (61 %) geben an, dass es intern an Expertise fehle, um die Potenziale von KI voll auszuschöpfen. Wenig überraschend haben entsprechende Maßnahmen hohe Priorität bei den Unternehmen, die sich bereits mit der Technologie beschäftigt haben und entsprechende Anwendungen einsetzen. Für fast alle Firmen ist das Anwerben von Experten (97 %) für den erfolgreichen Einsatz von KI im Unternehmen wichtig, davon für mehr als die Hälfte (52 %) sogar äußerst wichtig. Die Weiterbildung von Mitarbeitern ist für fast ebenso viele (93 %) wichtig, davon für 62 Prozent äußerst wichtig.

Autor: jst

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