13.06.2019 - 12:03

Akzeptanzstudie “Robocab” zum autonomen Fahren von ISOE und Fraunhofer IAO

In einer quantitativen Umfrage mit insgesamt etwa 2.400 Teilnehmenden aus Deutschland, China und den USA in Kombination mit qualitativen Interviews unter ausgewählten Testpersonen befragte das gemeinsame Forschungsteam des Fraunhofer IAO in Kooperation mit dem ISOE die Beteiligten nach ihren Erwartungen bzw. Vorbehalten gegenüber autonomen Fahrzeugen.

Während das Thema autonomes Fahrens bis vor einigen Jahren lediglich im Fokus der Automobilkonzerne, Softwareunternehmen oder Zulieferer war, rückt es nun zunehmend in den Vordergrund gesellschaftlicher Diskussionen. Daher ist es wichtig ein besseres Verständnis der potenziellen Nutzersicht zu gewinnen und die Akzeptanz unterschiedlicher Umsetzungskonzepte zu bewerten. Ziel der Befragung war die Schaffung einer analytisch-wissenschaftlichen Basis, welche die Bandbreite denkbarer Konzepte autonomer Fahrzeuge aufzeigt, abgrenzt und hinsichtlich der Akzeptanz bewertet.

“Ob ein neues Mobilitätsangebot Erfolg hat oder nicht, hängt davon ab, ob die Nutzerinnen und Nutzer es attraktiv finden und ob der Preis stimmt. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist heute weitgehend davon bestimmt, ob die neue Technik den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht”, sagt ISOE-Mobilitätsforscher Konrad Götz.

Im Zuge der Studie zeigten sich die Befragten gegenüber dem Mobilitätskonzept “Robocab” durchaus aufgeschlossen und begegneten diesem mit Interesse und Neugier. So sehen sie beispielsweise darin eine zweckmäßige und bequeme Mobilitätslösung, um umweltfreundlich, effizient und sicher von A nach B zu gelangen. Allerdings unterscheiden sich je nach Region die Erwartungshaltungen: Während in Deutschland die selbstfahrenden Taxis eher als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV gesehen werden, werden sie in China als dessen Ersatz wahrgenommen. In den USA und in China können sich die Befragten vor allem vorstellen, die klassischen Taxifahrten durch ein Robocab zu ersetzen.

“Da die autonomen Fahrzeuge sich flexibel an den Bedarf anpassen und gleichzeitig durch die Mitnahmemöglichkeit für eine optimale Fahrzeugauslastung sorgen, erwarten Nutzerinnen und Nutzer, dass der Verkehr dadurch optimiert und effizienter gestaltet wird”, sagt Götz. “Zusätzlich erwarten die Befragten, dass auch Nutzergruppen wie Minderjährige oder ältere Menschen, die bisher vom Individualverkehr ausgeschlossen sind, die Möglichkeit erhalten, sich autark, flexibel und komfortabel fortzubewegen.”

Weiterhin sehen die Studienteilnehmer die autonomen Fahrzeuge nicht als Prestigeobjekt, sondern als praktisches Transportmittel, welches als eine Art Taxi oder Carsharing-Fahrzeug auf kurzen Strecken verkehrt. Zwar zeichnet sich unter den Befragten eine Akzeptanz für komfortable Fahrzeugkonzepte ab, jedoch lässt sich anhand der Ergebnisse kein idealtypisches Fahrzeugkonzept identifizieren. Je nach Einsatz- bzw. Nutzungszweck ändern sich die spezifischen Anforderungen an die Fahrzeugeigenschaften.

Die Ergebnisse der Studie “Robocab” und daraus abgeleitete Empfehlungen für die Beteiligten aus Industrie und öffentlichen Sektor werden am 9. Juli im Rahmen der Veranstaltung “Autonome Mobilitätskonzepte für den urbanen Raum von morgen” in Stuttgart vorgestellt. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus einen ganzheitlichen Blick auf die stadtinfrastrukturellen Begebenheiten, die für eine ökologisch als auch gesellschaftlich sinnvolle Anwendung autonomer Mobilitätsdienstleistungen erforderlich sind, zu werfen.

Die Akzeptanzstudie “Robocab” kann hier heruntergeladen werden >>

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial des Instituts für sozial-ökologische Forschung

Autor: jst

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