20.11.2020 - 08:17

Rinspeed stellt Mischung als Paketstation und modularem Lieferfahrzeug vor

Waren- und Paketvolumen aus dem eCommerce haben sich seit der Corona-Pandemie weltweit drastisch erhöht. Ein Ende des exponentiellen Wachstums ist nicht abzusehen. Mit modular aufgebauten Lieferfahrzeugen, die unter anderem mobile Packstationen selbstständig verteilen, abstellen und wieder einsammeln, stellt die Schweizer Konzeptschmiede Rinspeed ein Logistikkonzept vor, das in die Zeit passt.

Die Case Study einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft hat Rinspeeds Concept-Fahrzeug „CitySnap“ im Kontext der wachsenden Logistiknachfrage und den Entwicklungen im urbanen Raum beleuchtet. Die Szenarien zeigen – basierend auf den fünfzig grössten Städten Deutschlands – ein eindrucksvolles Sparpotential. Nicht nur könnten mit dem modularen Lieferfahrzeug die Letzte-Meilen-Kosten erheblich gesenkt, sondern auch die Anzahl der Zustellfahrzeuge bis zu 50 Prozent reduziert werden. Es wäre ein Segen für die staugeplagten Innenstädte, gleichzeitig nicht das beste Szenario aus Perspektive der Nutzfahrzeughersteller.

Das vollautomatisierte Fahren könnte noch einige Zeit auf sich warten lassen. Deshalb ist der elektrisch angetriebene „CitySnap“ vorerst auf eine Person am Steuer ausgelegt. Allerdings beschränkt sich deren Aktivität auf das Fahren. Später werden Computer und Sensoren den Platz im selbstfahrenden Fahrzeug einnehmen, glaubt man bei Rinspeed. Das Be- und Entladen des „CitySnap“ mit den mobilen Packstationen funktioniere demnach aber bereits heute schon automatisiert. Auch die Bestückung der Packstationen bietet weiteres Automatisierungspotenzial.

Die heutigen Zustellmechanismen auf der letzten Meile sind unbefriedigend und ineffizient. Das werden auch Drohnen oder intelligente Roboter mittelfristig nicht kostengünstiger erledigen können. Ein Just-in-Time-Treffen auf der Strasse zwischen Empfänger und Zustellfahrzeug ist ungeeignet, weil sich Verkehr und menschliches Verhalten nur sehr schwer vorhersehen lassen. Wartet das Fahrzeug dagegen bis die Paketempfängerin der Empfänger kommen kann, sinkt die Auslieferquote und die Zustellkosten steigen entsprechend.

Es muss also ein neues System her, das die Schwächen der heutigen Zustelllogistik ausmerzt. Herzstück des Fahrzeugs ist ein von der Luftfahrt inspiriertes und dort unter allen Wetterbedingungen weltweit erprobtes Wechselsystem. Im „CitySnap“ macht es ganz neue Anwendungen möglich. Unter anderem kommt der gewünschte Service nun schnell und einfach zum Kunden, ganz egal wo der sich gerade befindet – zu Hause oder bei der Arbeit. Das können transportable Paketstationen sein, die für eine bestimmte Zeit für den Kunden zugänglich in seiner Nachbarschaft abgestellt werden. Auch mobile Points of Sale wie ein „Tante-Emma-Bioladen“ sind denkbar.

Die Vorteile des innovativen „CitySnap“, die Rinspeed ausgemacht hat:

  • Der Einsatz verringert die Anzahl der benötigten Lieferfahrzeuge um bis zu 50 Prozent;
  • Durch das System sollen 6 Prozent an CO2-Emission pro Paket eingespart werden;
  • Die Kosten gegenüber der herkömmlichen Paketzustellung verringern sich pro Paket um circa 17 Prozent;
  • Die erhöhte Produktivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die zeitraubenden nun wegfallenden Austragvorgänge soll die zusätzlichen Kosten für die mobilen auswechselbaren Packstationen und die Infrastruktur mehr als aufwiegen.

Auch limitierte Öffnungszeiten, lange Anfahrtswege und die unliebsamen Kurier-Karawanen mit den damit verbundenen Umwelt- und Verkehrsbelastungen gehörten damit der Vergangenheit an. Und ganz nebenbei: keine unbeaufsichtigten Sendungen und auch keine Diebstähle mehr. Und Rinspeed betont: Diese innovative Art Pakete schneller und einfacher zu den Kundinnen und Kunden zu bringen, kann schon heute – mit echter Fahrerin bzw. echtem Fahrer – beginnen. Packstationen auf Rädern, gleich ums Eck. Aufgestellt an leicht zugänglichen und gut beleuchteten Orten, an denen die Empfängerinnen und Empfänger in einer sicheren Umgebung an ihre Pakete kommen.

Das „CitySnap“ Proof-of-Concept-Fahrzeug soll im Frühjahr 2021 öffentlich präsentiert werden. Gespräche mit potenziellen Pilot-Partnern laufen demnach bereits.

Autor: jst

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