17.06.2020 - 07:59

Hochschule Reutlingen ist Partner im Forschungsgroßprojekt KI DeltaLearning

Hochschule Reutlingen ist Partner im Forschungsgroßprojekt KI DeltaLearning zum autonomen Fahren. Konkret erforscht die Fakultät Informatik, wie KI bei der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens genutzt werden kann. Das Team um Prof. Dr. Cristóbal Curio arbeitet dabei mit Autobauern und Forschungsinstitutionen aus ganz Deutschland zusammen.

Das bundesweite Forschungsprojekt KI DeltaLearning des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wird mit insgesamt 27 Millionen Euro fördert. Es gehört zur Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren des Branchenverbands VDA, der deutsche Automobilhersteller und -zulieferer in diesem Bereich zu Marktführern machen will.

Das Team der Forschenden arbeitet daran, wie künstliche Intelligenz bei der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens genutzt wird. Im kürzlich abgeschlossenen Projekt „Offene Fusions-Plattform“ hatte Cristóbal Curio mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dennis Burgermeister synthetische Sensordaten aus deren Motion Capture Labor genutzt. Diese Methode kommt nun im neuen Projekt KI DeltaLearning erweitert zum Einsatz.

Wie weit die Reutlinger Forscherinnen und Forscher auf diesem Gebiet bereits sind, erklärt Michael Essich, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, am Beispiel von Fußgängerinnen und Fußgängern, der im Handstand läuft. Bisher erkannten die Algorithmen diese Personen nicht. Den Reutlinger Forschenden ist das aber gelungen.

Mit dem Projekt will das Reutlinger Forscherteam Grundprobleme der Entwicklung der technischen Wahrnehmung beim autonomen Fahren angehen. Hierbei kommen moderne KI-Methoden zum Einsatz. Zum einen sollen beispielsweise Personen oder Gegenstände im Straßenverkehr zweifelsfrei erkannt werden, egal wie sich die Fußgängerinnen und Fußgänger bewegen, welches Wetter herrscht oder wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Zum anderen ist es nicht möglich, kritische oder tödliche Verkehrssituationen mit einem autonom fahrenden Auto
in der Praxis zu testen. Solche Situationen, so Curio, müssen simuliert werden – und genau dort nutzen die Forscher aus Reutlingen ihr Wissen und ihre Erfahrung aus den vergangenen Jahren. „Mit unserem Motion Capture Labor können wir genau diese kritischen Verkehrs-situationen simulieren. Die so gewonnenen Daten und Erkenntnisse werden dann dafür genutzt, um die technische Wahrnehmung mittels künstlicher Intelligenz vorzubereiten.“

Am Ende, so das Ziel, soll ein Auto sich auch in diesen kritischen, innerstädtischen Situationen so sicher wie möglich verhalten. Doch das Projekt soll in der Entwicklung sogar noch einen Schritt weitergehen. Während im Moment aktuelle Algorithmen meist aufwendig für neue Situationen und Umgebungen neu trainiert werden müssen, werden hierfür Methoden der künstlichen Intelligenz weiter-entwickelt, so dass ohne großen Aufwand Systeme selbst lernen und damit quasi auto-matisch immer sicherer werden.

Im Teilprojekt KI DeltaLearning hat Mercedes-Benz die Projektführung inne. Das Projektteam der Hochschule wird von Prof. Dr. Cristóbal Curio geleitet. Die Hochschule Reutlingen erhält für das Projekt 650.000 Euro für drei Jahre, der Projektstart war im Januar 2020. Zum Projektteam gehören neben Curio die drei Wissenschaftler Michael Essich, Vinu Nair und Markus Rehmann.

Autor: jst

– PODCAST –

Wir starten mit einer neuen Staffel unseres Podcasts und freuen uns über unseren Partner Bosch Service Solutions GmbH. Für den Auftakt dieser Staffel, die 10 Folgen umfassen wird, sprechen dann auch direkt mit Arne Schönfeld. Er ist Head of Sales & Marketing für die DACH-Region bei Bosch Service Solutions. Was müssen die Services rund um die Mobilität leisten und welche Rolle spielt dabei ein Restaurant samt passendem Blumenstrauß? Das beantwortet Arne Schönfeld in der aktuellen Podcast-Folge.
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