21.06.2021 - 09:00

19,6 Millionen Beschäftigte sind PendlerInnen

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat in einer Auswertung erarbeitet, dass 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2020 nicht an ihrem Wohnort arbeiteten. Das entspricht knapp 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen ArbeitnehmerInnen, die zum Arbeitsort pendeln.

Gegenüber dem Vorjahr blieb sowohl die Zahl als auch der Anteil der Beschäftigten stabil, die auf dem Weg zur Arbeit die Gemeindegrenzen überschreiten. Das ergab eine neuerliche Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die sich auf Statistiken zu PendlerInnen der Bundesagentur für Arbeit stützt.

Die Statistik sagt nichts darüber aus, wie viele Beschäftigte sich im vergangenen Jahr im Homeoffice befanden und entsprechend nicht täglich pendelten. Allerdings zeige sie jedoch, wie sich die Arbeitsmarktzentren regional verteilen und wie weit diese aufs Umland ausstrahlen.

 Großstädte mit mehr als 100.000 Einpendlern, Quelle: BBSR

Großstädte mit mehr als 100.000 Einpendlern, Quelle: BBSR

Im Vergleich der Großstädte übt demnach München die größte Anziehungskraft für Arbeitskräfte aus dem Umland aus. So wohnten im Jahr 2020 410.000 der in München arbeitenden Beschäftigten außerhalb der Stadtgrenzen. Es folgen Frankfurt am Main (384.000), Hamburg (355.000) und Berlin (332.000). Allerdings stellt sich womöglich auch die Frage, ob das noch „Anziehungskraft“ ist oder schlicht die Mietpreise für Wohnungen ein Umzug in die Stadt längst obsolet gemacht hat.

Die höchsten Anteile an Beschäftigten mit einem Wohnort außerhalb der Stadtgrenzen wiesen im Jahr 2020 die Großstädte Darmstadt (69 Prozent), Ludwigshafen am Rhein, Erlangen und Offenbach am Main (jeweils 68 Prozent) auf. Datengrundlage der Auswertung sind die Pendlerstatistiken der Bundesagentur für Arbeit mit Stand 30.06.2020.

„Die Pandemie hat die Arbeitswelt grundlegend verändert“, so der Leiter des BBSR, Dr. Markus Eltges. „Formen der mobilen Arbeit bieten die große Chance, den Pendlerverkehr in den Großstädten und ihrem Umland zu reduzieren – und damit auch die umwelt- und gesundheitlichen Belastungen zu verringern, die durch das Pendeln entstehen. Kleine und mittelgroße Kommunen können als Wohnorte abseits der Großstädte attraktiver werden, wenn Beschäftigte nur wenige Tage im Monat im Büro sind und größtenteils von zu Hause aus arbeiten“, sagt Eltges. „Die Arbeitgeber müssen diese neue Arbeitswelt auch wollen und sehen, was sie für Vorteile hat. Bei einer Win-win-Situation wird es kein Zurück in die alte Arbeitswelt geben.“

Autor: jst




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