STARTUP MONITOR

04.November 2019

Bosch investiert in Quantentencomputer Startup IonQ


Die Robert Bosch Venture Capital GmbH (RBVC) hat sich an einer weiteren Finanzierungsrunde von über 55 Millionen US-Dollar für IonQ beteiligt. Das US-amerikanische Startup entwickelt und vertreibt Quantencomputer. IonQ will seine Rechner per Cloud kommerziell zugänglich machen und innovative Systeme zu ihrer Programmierung entwickeln.

Das Startup IonQ mit Sitz in College Part im US-Bundesstaat Maryland wurde 2015 gegründet und nutzt Technologien der University of Maryland und der Duke University, um Quantenrechner mit Ionenfallen vom Labor in die Wirtschaft zu bringen. Derzeit verfügt es über 39 Mitarbeiter sowie drei eigene Quantencomputer und hat bisher rund 22 Millionen US-Dollar Venture Capital erhalten. Die Robert Bosch Venture Capital GmbH (RBVC) investiert weltweit in innovative Startup-Unternehmen in allen Entwicklungsphasen. Der Schwerpunkt der Investmenttätigkeit von RBVC liegt dabei auf Technologieunternehmen, die an Themen arbeiten, die für Bosch aktuell und künftig von Bedeutung sind.

Quantencomputer könnten insbesondere Optimierungsprobleme exponentiell schneller lösen als digitale Hochleistungsrechner. Somit ließen sich die besten Lieferrouten für Transportunternehmen berechnen, und Hardwareentwickler könnten energieeffizientere Materialien und Batterien herstellen. Zuletzt startete Volkswagen in Lissabon ein Pilotprojekt zur Verkehrsoptimierung mit einem Quantencomputer. Gemeinsam mit der kommunalen Verkehrsgesellschaft Carris testet man ein selbst entwickeltes System zur Verkehrsoptimierung. Dieses System nutzt einen Quantencomputer von D-Wave und berechnet nahezu in Echtzeit die individuell schnellste Route für jeden der teilnehmenden Busse.

IonQ nutzt Ionenfallen, um Quantentechnologie skalierbar und zuverlässig zu machen – ein Ansatz mit besten Erfolgschancen, meint der Investor Bosch. Kürzlich baute das Startup den bisher größten programmierbaren Quantencomputer, dessen Leistung andere Quantenrechner übertreffen soll. Gegründet von den Wissenschaftskoryphäen Chris Monroe und Jungsang Kim, konnte IonQ sein technisches und kommerzielles Team um den CEO Peter Chapman aufbauen. Zu den frühen Geldgebern NEA, GV und Amazon stößt nun ein breites Konsortium aus Finanz- und Industrieinvestoren wie Mubadala Capital, Samsung Catalyst Fund und RBVC.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Robert Bosch GmbH

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