SERVICE

04.März 2019

Deloitte: Global Automotive Consumer Study 2019


Deloitte: Global Automotive Consumer Study 2019

Quelle: Deloitte

Autonomes Fahren ist noch Zukunftsmusik. Doch wie stehen die Verbraucher zu neuen Mobilitätsformen und technischen Weiterentwicklungen? Die „Global Automotive Consumer Study 2019“ offenbart eine hohe Skepsis der Nutzer gegenüber dem Thema autonomes Fahren, die gegenüber dem Vorjahr sogar noch gestiegen ist.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der deutschen Studienteilnehmer, sowie 50 Prozent der US-Bürger und Japaner, bezweifeln so beispielsweise die Sicherheit selbstfahrender Autos. Mehr Vertrauen in die Technik haben hingegen die Italiener und Chinesen. Der Grund hierfür könnte in der medialen Aufmerksamkeit von Unfällen mit selbstfahrenden Testautos liegen. 56 Prozent geben an, dass diese Berichterstattung ihr Bild negativ beeinflusst.

Darüber hinaus trauen nur 33 Prozent der deutschen Studienteilnehmer den Automobilherstellern zu, autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Im Vorjahr waren es noch 48 Prozent. Diesen Vertrauenszuspruch erhalten stattdessen mit 32 Prozent die Technologieunternehmen. Im Zuge der Skepsis wünschen sich 59 Prozent in Deutschland (56 Prozent in den USA und 73 Prozent in den Niederlanden) eine starke Regierungsaufsicht und regulatorische Standards bei der Entwicklung und Nutzung von autonomen Fahrzeugen

Dr. Thomas Schiller, Partner und EMEA Automotive Lead bei Deloitte: „Die Verbraucher bleiben skeptisch, was die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen angeht. Aber wir glauben, dass es einen längerfristigen Trend hin zu einer zunehmenden Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen geben wird, wenn die Vertrautheit mit der Technologie zunimmt und die Vorteile von selbstfahrenden Autos ersichtlich werden. Und eine Mehrheit der Verbraucher wird erwarten, dass die Regierungen eine signifikante Kontrolle im Hinblick auf die Entwicklung und Nutzung von autonomen Fahrzeugen ausüben.“

Ebenso düster wird in Deutschland die wachsende Konnektivität gesehen. Gut ein Drittel (35 Prozent) sehen darin klare Vorteile (wie bsp. bessere Verkehrsinformationen oder smarte Wartung). 60 Prozent der deutschen Studienteilnehmer hingegen äußerten Bedenken, dass biometrische Daten von vernetzen Fahrzeugen generiert und geteilt werden. Auch die Frage nach der Sicherheit der vom Fahrzeug erhobenen Daten wird aufgeworfen.

Deloitte: Global Automotive Consumer Study 2019

Prozentsatz der Konsumenten, die einen Mehrwert in Car Connectivity sehen // Quelle: Deloitte

Zurückhaltung herrscht in diesem Rahmen auch bei der Bezahlung für Connected Services. Die meisten Studienteilnehmer akzeptieren sie höchsten gegen einen geringen Aufpreis oder in Form einer Einmal-Zahlung – 43 Prozent erwarten sie sogar zum Nulltarif. Ausreißer beim Ländervergleich ist Indien: hier ist gut die Hälfte der Befragten bereit, höhere Kosten zu akzeptieren.

„Die Vision für die Mobilitätssysteme der Zukunft wird sich nicht über Nacht verwirklichen. Die Konsumenten weltweit evaluieren die neuen Fahrzeugtechnologien kritisch. OEMs müssen nun ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorantreiben – trotz geringer Sicherheit, wann sich ein Return on Investment einstellen wird,“ resümiert Schiller.

Der Mobilitätsmix, der in vielen deutschen Städten angeboten wird, wird laut der Studie in Deutschland kaum genutzt. 55 Prozent kombinieren die Fortbewegungsmittel kaum und 25 Prozent sogar gar nicht. Für fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten bleibt der eigene Wagen das wichtigste tägliche Fortbewegungsmittel. In den USA, Indien und Südkorea hingegen zeigt der Trend in die andere Richtung.

Für die Studie wurden 25.000 Konsumenten in 20 globalen Märkten zu ihren Einschätzungen bezüglich autonomes Fahren, Elektromobilität und Connected Car befragt.

Die komplette Studie findet sich hier >>

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Deloitte

Schlagwörter: ,