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03.Dezember 2018

Bosch: eCall-Irrtümer


Bosch: eCall-Irrtümer

Quelle: Bosch

Das automatische Notrufsystem eCall, das gem. EU-Verordnung seit dem 31. März diesen Jahres Pflicht in neu zugelassenen Fahrzeugmodellen ist, wird im Zuge der zunehmenden Fahrzeugvernetzung von einigen Irrtümern begleitet. Bosch räumt mit den typischen Fehlannahmen auf, da auch Kfz-Versicherer das Potenzial des eCalls nicht komplett ausschöpfen.

1. Es gibt es eCall nur für neue Fahrzeugmodelle

Es ist zwar richtig, dass sich die EU-Verordnung auf Systeme bezieht, die direkt ab Werk als Komponente fest verbaut werden, allerdings gibt es auch nachrüstbare Systeme. Die sogenannten Third Party Service Provider (TPSP) eCalls von privaten Anbietern entsprechen ebenfalls der EU-Norm. So hat Bosch mit dem Unfallmeldestecker für die 12-Volt-(Zigarettenanzünder)-Buchse und dazugehöriger Smartphone-App ein nachrüstbares System im Angebot, mit dem man auch Gebrauchtwagen ausstatten kann.

2. Nur Autohersteller können einen Notrufservice anbieten

Wie auch bei der vorherigen Aussage, ist diese nur teilweise richtig, da sie nur für die integrierten Systeme gilt. Die Nachrüstlösungen können auch von den Kfz-Versicherern als Produkt angeboten werden – einschließlich Dienstleistung.

3. Der eCall ist eine Datenkrake

Die Sorge im Hinblick auf den Datenschutz ist unbegründet, da die SIM-Karte des eCalls erst im Notfall aktiviert wird. Dabei hat die EU-Verordnung genau definiert, welche Daten übermittelt werden dürfen. Es dürfen nur Informationen weitergegeben werden, die für die Unfallsituation wichtig sind.

Nachrüstlösungen und Smartphone-Apps, die weitere Services wie Pannenhilfe oder Diebstahlschutz anbieten, könnten weitere Daten benötigen. Doch auch hier müssen geltende Regeln beachtet werden. Bosch empfiehlt den Versicherern, nur auf den Nutzer zugeschnittene und von ihm freigegebene Services anzubieten. Dazu zählen auch Transparenz und Aufklärung über die Rahmenbedingungen.

4. Service-Center verlangsamen die Rettung

Beim Bosch eCall-System gelangt der Notruf zunächst in ein Service-Center. Man könnte annehmen, dass mehr Zeit zwischen Unfall und Rettung vergeht. Da der eCall sofort eine Sprachverbindung zum Service-Center herstellt, ist jedoch das Gegenteil der Fall. Speziell geschulte Service-Mitarbeiter holen schnell alle Informationen ein, die für eine erste Lageeinschätzung notwendig sind. Diese werden umgehend an die Rettungsstelle weitergeleitet, die so genau einschätzen kann, welche und wie viele Einsatzkräfte benötigt werden. Weiterhin entlastet das Service-Center die Rettungsleitstellen vor Fehlalarmen.

5. eCall-Notruf funktioniert nur im Inland

Das Ziel der EU besteht darin, ein einheitliches, automatisches Notrufsystem zu entwickeln, das über alle Mitgliedsstaaten hinweg funktioniert. Daher ist die Annahme, der eCall funktioniere nur im Inland, nicht richtig. Der Bosch eCall verfügt sogar über mehrsprachige Service-Center, so dass bei einem Unfall im Ausland die Sprachbarriere entfällt. In solch einer emotionalen Krisensituation ist das von Vorteil.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Bosch

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