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14.Februar 2019

Berylls Studie: Quo Vadis OEM Aftersales


Die digitale Transformation im Automobilbereich ist in vollem Gange, was durch die weltweit wachsenden Zulassungszahl noch überdeckt wird. Die Berylls Studie „Quo Vadis OEM Aftersales“ zeigt, dass aktives Handeln von Herstellern und Händlerbetrieben dringend nötig ist. Die Disruption mache auch vor dem Aftersales Geschäft nicht halt. Im Gegenteil: E-Mobilität und autonomes Fahren könnten künftig die Aftersales-Erlöse um bis zu 76 Prozent schrumpfen lassen.

Schätzungen zufolge werden 2035 noch 50 Prozent der weltweiten Autos mit klassischem Antriebsstrang unterwegs sein. Das führt zu dem Irrglauben, dass das Geschäft mit dem Wechsel von Luft- und Ölfiltern sowie Keilriemen noch für Jahrzehnte gesichert sei. Doch die Studie zeigt auf, dass digitale Vernetzung von Auto und Kunde, Shared Mobility Angebote und die stetig wachsende Bedeutung der E-Mobilität bereits in den nächsten Jahren Wirkung zeigt.

So braucht beispielsweise ein E-Auto fast keine Wartung und muss demzufolge auch seltener die Werkstatt aufsuchen. Da hier kaum Verschleißteile auszutauschen sind, lassen sich mit einem E-Auto im Jahr nur durchschnittlich 540 Euro Umsatz erzielen. Bei einem Fahrzeug mit konventionellem Antriebsstrang liegt dieser Umsatz im Jahr bei durchschnittlich 790 Euro. Laut der Berylls Studie entfällt rund ein Drittel des globalen Service-Gesamtumsatzes allein auf den Antriebsstrang. Nochmals reduziert wird der Umsatz mit Blick auf Robotaxis. Hier erwarten die Experten nicht mehr als 260 Euro im Jahr Service-Umsatz.

„Auf den ersten Blick lässt sich hier ein durchaus positiver Trend erkennen.“, so Jonas Wagner, Aftersales-Experte bei Berylls „Eine Neuausrichtung des digitalen Service-Angebots und innovative Erlösmodelle können Umsatzeinbußen durch E-Mobilität und autonome Fahrzeuge ausgleichen.“

Diese Veränderungen passieren jedoch nicht über Nacht. Hersteller und Servicebetriebe haben noch etwas Zeit sich anzupassen. Die Stärken der OEMs und klassischen Servicepartner sieht Jonas Wagner im Kundenkontakt. So bleibe beispielsweise ein Großteil der Kunden in den ersten vier Jahren nach dem Neuwagenkauf seiner Markenwerkstatt treu. Diese Chance könnten die OEMs nutzen, um durch positive Erlebnisse dem Kunden einen Mehrwert zu bieten: Da Kunde, Auto und Werkstatt durch Connected Services eng miteinander verbunden sind, bietet sich prädiktive Wartung und Fehlerbehebung eines Over-the-Air-Updates als Mittel der Kundenbindung an.

Darüber hinaus müssen auch Robotaxi-Flotten und MaaS-Fahrzeuge ab und an gewartet werden. Ausgehend von ca. 20 Millionen weitgehend autonomen Fahrzeugen im Mobillitätsdienstleistungsgeschäft in den nächsten zehn Jahren in den USA, China und Europa, errechnete Berylls ein Umsatzpotenzial für Aftersales-nahe Dienstleistungen von bis zu 320 Milliarden Euro.

Für die Studie befragte Berylls 30 Topmanager die im Aftersales Geschäft tätig sind, nach ihren Erwartungen und ihrer Einschätzung der kommenden Veränderung. Ergänzt wurden diese Angaben durch Marktanalysen und Berylls-eigenen Prognosen. Die Studie arbeitete zudem heraus, dass sich die Mehrheit der Befragten nur unzureichend auf die digitale Transformation vorbereitet sieht, jedoch Big Data, KI und Connectivity als wichtige Wegbereiter für profitable Aftersales-Geschäftsmodelle sehen. In diesen Bereichen haben jedoch Mobilitätsanbieter wie Uber oder Lyft mehr als nur eine Nasenlänge Vorsprung gegenüber den Machern der klassischen Autowelt. Diese setzen bereits seit Jahren auf app-basierte Dienste und Vernetzung.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden >>

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Berylls

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