25.08.2020 - 07:19

Berliner Verkehrssenatorin fordert deutliche Erhöhung von Parkgebühren

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) hat sich für eine deutliche Erhöhung der Anwohner-Parkgebühren in Berlin ausgesprochen. „So wie es ist, kann es ganz sicher nicht bleiben“, sagte sie im Gespräch mit der Berliner Tageszeitung Tagesspiegel.

Bisher kostet eine Parkvignette in der Bundeshauptstadt lediglich 10,20 Euro im Jahr. Der Bundestag hatte kürzlich im Rahmen einer Novelle des Straßenverkehrsgesetzes beschlossen, dass Kommunen die Anwohner-Gebühren zukünftig nach eigenen Regeln festsetzen können. Im Bundesrat war Berlin zuvor mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. „Wir haben damals eine Preisspanne bis zu 240 Euro im Jahr vorgeschlagen. Das wären maximal 20 Euro pro Monat und Auto. Im internationalen Vergleich ist das immer noch wenig“, sagte die Berliner Verkehrssenatorin.

Um die BVG und damit den ÖPNV in Berlin künftig zu finanzieren, schließt Regine Günther auch eine „Soli-Abgabe“ nicht aus. „Alle zahlen, damit die Stadt sauberer wird. Und alle können dann den ÖPNV nutzen“, sagte die Grünen-Politikerin im Tagesspiegel-Interview. Sie erwartet zudem einen Durchbruch für Elektrofahrzeuge in den nächsten drei bis fünf Jahren in Deutschland: Bis 2022 soll es laut Günther in Berlin 2.000 öffentliche Ladesäulen geben. Bisher war Berlin kein leuchtendes Beispiel im Aufbau von Ladeinfrastruktur. Das Dilemma unter vorherigen Landesregierung kann man hier noch einmal nachlesen.

Bis Ende des Jahres wird laut Günther ein Radverkehrsplan samt Radnetz für Berlin vorliegen. Um den Bau von Radwegen zu beschleunigen, schlägt Günther vor, „dass alle Hauptstraßen beim Thema Rad komplett in die Zuständigkeit der Hauptverwaltung kommen, mit Planung und Umsetzung“. Bisher sind die Bezirke für die Umsetzung verantwortlich. Dann komme man „aus dieser misslichen Lage heraus, die der Tagesspiegel immer Behördenpingpong nennt“, so Günther. Derzeit analysiert die Verkehrsverwaltung, wie getrennte Ampelschaltungen für Rad und Auto zügig umgesetzt werden. Getrennte Ampelschaltungen „haben wir jetzt als wichtigste Maßnahme für Kreuzungssicherheit festgelegt“, so Günther gegenüber dem Berliner Tagesspiegel.

Foto: Roland Horn

Autor: jst

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25.08.2020 07:28