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29.November 2018

BMW zeigt Studie „Vision iNEXT“ auf der L.A. Auto Show 2018


Weltpremiere des BMW Vision iNEXT auf der L.A. Auto Show 2018

Quelle: BMW Group

BMW hat auf der Los Angeles Auto Show tatsächlich eine große amerikanische Show durchgezogen. Und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, Donald Trump hätte dabei ein Wörtchen mitgesprochen. Denn bevor BMW die Studie „Vision iNEXT“ vorstellte, wurde die Rolle von BMW als Arbeitgeber in den USA mehrfach betont und es rollten gleich vier Boliden nacheinander auf die Bühne: der erste X7, der 8er als Coupé und Cabrio, der Z4 und der M340i. Autos für den US-Markt, die den Berliner Stadtbewohner mit vielen Fragezeichen zurücklassen. Gleichzeitig ist man wohl ehrlich und bietet dem US-Markt das, was er haben will: dicke Karren vor großer Innovation.

Da mutet es schon etwas merkwürdig an, wenn nach dem „Feuerwerk der Dickschiffe“ der Entwicklungschef Klaus Fröhlich den BMW Vision iNEXT ankündigt. Zu sehr ist hier der Graben zwischen Gegenwart und Zukunft zu spüren. Im Hier und Jetzt soll der BMW Vision iNEXT vor allem eins weiterhin vermitteln: Freude am Fahren. Gleichzeitig finden sich im Fahrzeug das Autonome Fahren, Connectivity, Elektrifizierung und Services (ACES) wieder – also alle strategischen Innovationsfelder der BMW Group. Während der Pressekonferenz wird der Wagen vom Entwicklungschef hinsichtlich Technik, Gestaltung und neuer Denkansätze zum Zukunftsbaukasten für das gesamte Unternehmen erhoben. Die Realität geht somit auf die Straße als bolider SUV, sportliches Cabrio oder flinker Roadster und eben auch als hochgezüchteter Dreier, die Vision hingegen soll den Fahrern das Fahren abnehmen, lautlos sein und gar mit 5G vernetzte Services in Premiumqualität liefern. Spätestens als Klaus Fröhlich in der Präsentation von 5G sprach, musste man etwas lachen – wenn man sich die aktuelle Diskussion um Funklöcher und schnelles mobiles Internet in Deutschland vor Augen führt.

Weltpremiere des BMW Vision iNEXT auf der L.A. Auto Show 2018

Quelle: BMW Group

Der iNEXT bleibt also vorerst wirklich eine Vision, die leider noch viel zu sehr an einen normalen SUV erinnert. So unterstrich Klaus Fröhlich weniger die technischen Raffinessen (wir berichteten bereits >>) als viel mehr die Fahrdynamik – in einem autonom fahrenden Auto. Da fühlt sich das Fahren in einem aktuellen vollelektrischen BMW i3 doch schon mehr nach Zukunft an. Ein Auto, das als perfektes Citycar die städtische Elektromobilität zur Selbstverständlichkeit macht.

Bei der technischen Ausstattung blieb man dann auch im Ungefähren. Klar soll es künstliche Intelligenz geben, der iNEXT soll auch autonom fahren. Und während das Fahrzeug die Strecke rein elektrisch und autonom meistert, hat der Fahrer mehr und mehr Freiheit zu entscheiden, wie er die Zeit während der Fahrt verbringen möchte. Daher ist der Innenraum mit wenigen, klaren Linien und hochwertigen Materialien als mobiler Raum angelegt, der den Wohlfühl-Faktor stärken soll. Doch während andere Autobauer digitale Services in den Fordergrund schieben, sobald sie eine neue Studie vorstellen, bleibt es bei dieser Präsentation dann doch sehr bodenständig und ohne weitere, tiefe Einblicke.

In den vergangenen Jahren sprach BMW nicht so offenherzig über seine Vorstellungen zum Autonomen Fahren. In dieser Pressekonferenz wurde Klaus Fröhlich etwas konkreter. So will der Konzern bereits ab 2021 autonom fahrende Autos auf die Straße bringen. In Bezug auf digitale Services buk Bernhard Kuhnt, President & CEO BMW of North America LLC, vorab kleinere Brötchen. Er kündigte an, dass BMW-Fahrer in Kürze in über 300 Städten in den USA Parkuhren direkt von ihrem Auto aus bezahlen können. Das ist zwar weniger fancy, aber ein sehr konkretes und einfach verständliches Geschäftsmodell.

Hier können Sie die komplette Pressekonferenz von der L.A. Auto Show anschauen.

Autor: Jens Stoewhase mit dem Pressematerial der BMW Group

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