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11.April 2016

ReachNow – BMW startet mit neuer Marke Carsharing Programm in den USA


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Mit ReachNow führt die BMW Group in Seattle (USA) ein weiterentwickeltes Car Sharing-Angebot unter neuer Marke ein. Das neue Programm baut auf der bisherigen Marke und dem Geschäftsmodell DriveNow auf. Zuletzt hatten die Münchner den Betrieb ihrer DriveNow-Flotte in San Francisco eingestellt. Hintergrund soll der drastische Parkplatzmangel in der Stadt gewesen sein.

Jetzt folgt also eine Art Wiedereinstieg, mit neuer Marke und flankiert mit einem weiteren Investment. Der Startup-Arm des OEMs hat sich bei dem auf Flotten-Automatisierung spezialisierten Jungunternehmen RideCell in der Serie-A-Finanzierungsrunde als Lead-Investor beteiligt. Gleichzeitig kommt die Software-Plattform des Startups direkt bei BMWs neuem ReachNow zum Einsatz. Das in San Francisco ansässige Unternehmen ist mit BMW i schon seit 2014 über eine Minderheitsbeteiligung von BMW i Ventures verbunden.

Die USA sind, laut BMW Group, zunächst Pilotmarkt für den weiteren Ausbau neuer Mobilitätsangebote. ReachNow startet in Seattle mit zunächst 370 Fahrzeugen der Marken BMW und MINI. 20 Prozent der Gesamtflotte sind Elektrofahrzeuge vom Typ BMW i3. Neben Seattle soll ReachNow auch in weiteren Städten der USA den Betrieb aufnehmen.

Der Autobauer betont in seiner Pressemeldung, dass ReachNow damit direkt Bestandteil der kürzlich von BMW-CEO Harald Krüger verkündeteten Strategie für Weiterentwicklung der kundenorientierten Mobilitätsdienstleistungen ist.

Doch bei einem reinen Carsharing soll es für ReachNow nicht bleiben. Noch im Jahr 2016 sollen die Kunden in den USA die ersten neuen Services buchen können:

Zustellservice
Das gewünschte Fahrzeug wird zum Kunden gebracht. Die Option soll sicherstellen, dass zum gewünschten Zeitpunkt auf jeden Fall ein Fahrzeug am gewünschten Ort verfügbar ist.

Langzeitnutzung
Wenn das ReachNow Fahrzeug nicht nur für eine kurze Fahrt, sondern spontan für eine Reise über mehrere Tage genutzt werden soll, so ist das problemlos und ohne Fahrzeugtausch oder Besuch einer Mietstation möglich. Berechnet wird am Ende automatisch immer der günstigste Tarif, auch ohne dass vorher festgelegt werden muss, wie lange die Reise dauern wird.

CarSharing für geschlossene Nutzergruppen
Hierbei wird ein Pool an ReachNow Fahrzeugen für z.B. Firmen oder Wohnanlagen exklusiv auf deren Gelände vorgehalten.

Vermietung des eigenen Autos über ReachNow
Mittelfristig sollen Kunden ihren privaten BMW i3 oder MINI über ReachNow vermieten können. Kunden sollen die Wahl haben, die Verfügbarkeit des Fahrzeuges auf eine Auswahl ihrer SocialMedia Kontakte beschränken zu können. Das Angebot ist jedoch an technische Voraussetzungen im Fahrzeug gebunden.

Chauffeur Service – Auto buchen mit Fahrer
Wer nicht selbst das Lenkrad in die Hand nehmen möchte, kann später über ReachNow auch ein Auto mit Fahrer buchen.

Die Minutenpreise klingen nicht unbedingt günstig. So werden für alle Fahrzeugmodelle pro gefahrener Minute 0,49 USD berechnet, eine Fahrtunterbrechnung (Parken) kostet demnach 0,30 USD pro Minute. Die Fahrzeugflotte besteht aus BMW i3 mit elektrischem Antrieb sowie dem BMW 328i und dem MINI Cooper. Die einmalige Registrierungsgebühr beträgt 29 USD. Zum Start von ReachNow gibt es ein Einführungsangebot. Pro Fahrminute fallen dann lediglich 0,41 USD an und die Registrierung ist kostenlos. Alle Preise beinhalten Versicherung, Benzin, Strom, Parkgebühren sowie Steuern und Gebühren.

Neue Mitglieder können sich bei ReachNow innerhalb von wenigen Minuten über ihr Smartphone mit Kamerafunktion registrieren lassen, inklusive Führerschein-prüfung und Hinterlegung einer Kreditkarte. Der Besuch einer Geschäftsstelle zur Identitätsfeststellung ist nicht nötig. ReachNow Kunden können sofort losfahren. Als Fahrzeugschlüssel dient das Smartphone oder die postalisch zugestellte Kundenkarte.

Fazit: BMW ändert einiges und natürlich nicht alles beim Wiedereinstieg ins Carsharing in den USA. Optisch kommen die Autos im DriveNow-bekannten Design daher, nur eben mit dem neuen Schriftzug der Marke ReachNow. Gleichzeitig verstärkt sich das Unternehmen mit einem strategischen Investment bei RideCell und schafft so Voraussetzungen für eine Ausweitung der Mobilitätsservices in der Zukunft. Dazu passt eine Meldung, die bereits im März die Runde machte: Der bayrische Autobauer könnte an einem europaweiten, eigenen Uber arbeiten. Womöglich ist RideCell hier ein passender Baustein. Unklar ist jedoch, welche Rolle der europäische DriveNow-Partner Sixt bei ReachNow in den USA spielt. Geht BMW in den USA die hauseigene Mobilitätsstrategie solo an? [Update: Auf Nachfrage bestätigte eine BMW-Sprecherin gegenüber intellicar.de, dass Sixt tatsächlich nicht an BMWs Carsharing-Aktivitäten in den USA beteiligt ist.]

Autor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der BMW Group

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