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28.Februar 2019

Volkswagen setzt bei der eigenen Automotive Cloud auf Microsoft


Am Mittwoch stellten die CEOs von Microsoft und Volkswagen die neue Partnerschaft der Unternehmen beim Ausbau der Volkswagen Automotive Cloud vor. Ort des Geschehens war das Volkswagen Digital Lab in Berlin.

Volkswagen will die Automotive Cloud, die bislang vorwiegend für den europäischen Markt entwickelt wird, auf China und die USA ausweiten. Auch dort soll Microsoft Azure mit Diensten rund um Cloud und Edge Computing, künstlicher Intelligenz (KI) und Internet der Dinge (IoT) die Basis des digitalen Öko­systems sein. Die Automotive Cloud ist so der wesentliche Kern für Daten der Fahrzeuge und Dienste. Entwickelt wird die Automotive Cloud von der Marke Volkswagen feder­führend im Konzern, gemeinsam mit Partnern.

Ziel für die Datenwolke sei eine weltweit einheitliche Lösung für die eigenen Kunden, so Volkswagen-Chef Dr. Herbert Diess. Der wird auf Basis von Microsoft Azure neue Mobilitätsdienste entwickeln, die die Transformation von Volkswagen in einen softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter vorantreiben sollen. Bei einem gemeinsamen „Kamingespräch“ in Berlin betonten Satya Nadella, Microsoft CEO, und Dr. Herbert Diess die Notwendigkeit, aus Volkswagen müsse ein Unternehmen werden, das sowohl Hardware und Software parallel entwickelt und in beiden Feldern vorn ist.

Christian Senger, der frisch gekürte Vorstand der Marke Volkswagen für den Bereich Digital Car & Services sowie Leiter Digital Car & Services im Volkswagen Konzern wird die Volkswagen Automotive Cloud verantworten. Er konkretisierte in Berlin den eingeschlagenen Weg des Autobauers: „Die Volkswagen Automotive Cloud wird das weltweite technologische Herzstück unseres digitalen Ökosystems. Parallel dazu bringen wir eine neue, leistungsstarke Software-Architektur in unsere Fahrzeuge. Damit schaffen wir alle Voraussetzungen, um unsere Fahrzeugflotte voll zu vernetzen und digitale Mehrwert­dienste für unsere Kunden zu entwickeln. Unser Ziel ist das Kundenerlebnis im und über das eigene Fahrzeug hinaus.“

Volkswagen baut künftig alle Services in den Fahrzeugen der Kernmarke sowie die konzernweite cloudbasierte digitale Trägerarchitektur One Digital Platform (ODP) durchgehend auf Microsoft-Technologie auf. Das vereinfacht die technische Landschaft enorm.

Die wird ID. Reihe wird als erste Fahrzeuggeneration mit der Automotive Cloud verbunden

Volkswagen bereitet das digitale Ökosystem auch auf die Kernmärkte der künftigen ID.-Modellfamilie vor. Der ID. soll das erste Fahrzeug sein, das die Automotive Cloud nutzt. 2020 wird er in Europa auf den Markt kommen. Im gleichen Jahr startet in China die Produktion. In den USA soll ein Mitglied der ID.-Familie ab 2022 vom Band rollen.

Die Partner arbeiten bereits an vernetzten Fahrzeugdiensten

Volkswagen und Microsoft arbeiten zudem an ersten Leucht­turmprojekten für vernetzte Fahrzeugdienste. Man konzentriert sich dabei auf Kommunikations- und Navigationslösungen sowie auf personalisierte Dienste. Diese erleichtern durch selbstlernende Algorithmen die Service-Nutzung im Auto und bieten Fahrgästen erweiterte Funktionen an. Eine automatisierte Einwahl in Telefon­konferenzen und die aufbereitete Übernahme von Navigationszielen sollen hierbei nur erste Schritte sein, zu denen auch die Integration von Microsoft Skype und Microsoft Office zählt.

US-Entwicklungszentrum bereits im Aufbau

Der Aufbau eines neuen Volkswagen-Entwicklungszentrums in Seattle ist bereits im Gange. Volkswagen hatte diesen Standort Ende 2018 für die Entwicklung der Automotive Cloud gegründet. Ziel durch die Nähe zum Microsoft-Campus ist es, von Microsofts ausgeprägter Kultur des ‚Digital Leadership‘ und der agilen Zusammenarbeit zu lernen und in der eigenen Organisation umzusetzen, heißt es in der PRessemitteilung. Erste Entwicklerteams beginnen dort bereits mit der Projektarbeit. Microsoft unterstützt beim Aufbau des neuen Standorts, unter anderem bei der Ansprache von Fachkräften und beim Projektmanagement.

Den Fireside-Chat von Dr. Herbert Diess, CEO der Volkswagen AG, und Satya Nadella, Microsoft CEO, in Berlin können Sie hier nachschauen.

Editor: Jens Stoewhase mit dem Pressematerial der Volkswagen AG

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