16.12.2020 - 14:13

ZF präsentiert im Vorfeld der CES 2021 seine neue Middleware

Die offene Software-Plattform soll künftig als „Vermittler“ zwischen dem Betriebssystem eines Fahrzeugrechners und seinen Software-Anwendungen fungieren. Middleware wird ab 2024 in Serienfahrzeugen verfügbar sein.

In einer Vorschau auf die CES 2021 präsentierte der Zulieferer ZF seine neue Middleware. Diese offene Software-Plattform sei ein „Vermittler“ zwischen dem Betriebssystem eines Fahrzeugrechners und seinen Software-Anwendungen. Schlüsselfunktionen der Middleware sind die Abstraktion der Computer-Hardware von Software-Anwendungen und die Kommunikation zwischen diesen Anwendungen.

Als umfassende Software-Plattform soll die ZF-Middleware ab 2024 in Serienfahrzeugen verfügbar sein. Ihre Entwicklung sei demnach eng mit der Entwicklung von Anwendungssoftware für Technologiefelder wie automatisiertes Fahren, integrierte Sicherheit, Vehicle Motion Control und Elektromobilität verbunden, heißt es vom Zulieferer selbst.

Die offene Hard- und Software-Architektur ermöglicht einen beschleunigten und verbesserten Entwicklungsprozess zwischen ZF, Fahrzeugherstellern und anderen Partnern – vom ersten Entwicklungsschritt und während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs. Dadurch sollen Fahrzeughersteller und Endkunden von innovativen Fahrzeugfunktionen profitieren, die immer auf dem neuesten Stand der Technik sind. Abhängig von der Software-Architektur der OEMs bietet ZF mit seiner Middleware einen modularen Ansatz von einer kompletten Plattform-Lösung bis hin zu einzelnen Modulen, die in die Software-Plattform der Autobauer integriert werden können. Dank der eigenen skalierbaren Supercomputing-Plattform ZF ProAI für Fahrzeuge der nächsten Generation ist ZF in der Lage, traditionellen und neuen Automobilkunden umfassende Systeme aus Software, Computing- und Sensor-Hardware sowie angeschlossener Aktuatorik anzubieten.

Global Software Center

ZF hat sich auf die neuen Herausforderungen mit einem Dreiklang von Software, Funktionen und smarten Systemen vorbereitet und treibt zahlreiche Entwicklungsprozesse proaktiv voran, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum Jahreswechsel wird ein Global Software Center unter Leitung von Dr. Nico Hartmann, Vice President, Software Solutions & Global Software Center, gegründet.

„Unser Global Software Center wird die Aufgabe haben, Software-Systeme für zukünftige Architekturen konzernweit zu entwickeln und dem gesamten Unternehmen zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Dirk Walliser. „Damit kann ZF neue Trends, Technologien, Methoden, Verfahren, Tools und Funktionen koordinieren und standardisieren, um die daraus resultierende Software allen ZF-Bereichen auf einer gemeinsamen Entwicklungsplattform zur Verfügung zu stellen.

„Unser Ansatz steht für einen frischen und anderen Blick auf Software: Wir zielen nicht darauf ab, die Software-Entwicklung zu zentralisieren. Der Grund dafür ist einfach: Wo erfahrene Teams seit langem auf Komponentenebene miteinander verknüpfte Hard- und Software entwickeln, werden wir keine Kompetenzen abbauen. Stattdessen unterstützen wir komplementär und schaffen durch gemeinsame Software-Integrationsprojekte ideale Rahmenbedingungen. So können sich die Expertenteams auf ihre Arbeit konzentrieren und haben dennoch über das Global Software Center Zugriff auf die neuesten Ressourcen. Zum anderen können reine Software-Produkte – wie unsere Middleware – zentral im Global Software Center erstellt und dann allen Bereichen zur weiteren Nutzung zur Verfügung gestellt werden“, sagt Dr. Nico Hartmann.

Dies soll mittelfristig zu einheitlichen Strukturen und einer einheitlichen Entwicklungsumgebung im gesamten ZF-Konzern führen. Die Software wird durch die integrierte Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern viel schneller entwickelt bzw. angepasst, um den Anforderungen zukünftiger Software-definierter Fahrzeuge gerecht zu werden.

Diese simultanen und miteinander verknüpften Hardware- und Software-Entwicklungsprozesse bei ZF ermöglichen innovative, integrierte und branchenführende Lösungen. Sie sind nicht nur auf Komponentenebene einmalig, sondern können auch zu umfassenden und intelligenten Fahrzeugsystemen erweitert werden, die ein einzigartiges Benutzererlebnis schaffen.

Konkurrent Bosch hat sich ebenfalls für eine Stärkung des Themas Software im eigenen Konzern entschieden. So verkünden beide Unternehmen nahezu zeitgleich die Gründung bzw. Zusammenführung von Geschäftsbereichen.

Autor: jst

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